Originaltitel: The Troubled Spirit Episodennummer: 1x19 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 05. Februar 1976 Erstausstrahlung D: 10. August 2013 Drehbuch: Johnny Byrne Regie: Ray Austin Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Barry Morse als Professor Victor Bergman,
Giancarlo Prete als Dan Mateo,
Hilary Heath als Laura Adams,
Anthony Nicholls als Dr. James Warren,
Prentis Hancock als Paul Morrow,
Clifton Jones als David Kano,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Anton Phillips als Dr. Bob Mathias,
Nick Tate als Alan Carter u.a.
Kurzinhalt:
Während ein Großteil der Mondbasis Alpha 1 im Gesellschaftsraum einer Musikaufführung lauscht, sitzt Dan Mateo für ein Experiment zusammen mit drei Kollegen in einem Raum. Sie versuchen, ihre Gehirnströme zu verstärken, und so telepathisch Kontakt mit den Pflanzen im Gewächshaus aufzunehmen. Dann jedoch hat Dan plötzlich einen Anfall. Helena kann ihm zwar helfen, der Leiter der hydroponischen Abteilung, James Warren, verbietet aber vorerst, weitere solche Versuche zu unternehmen. Kurz darauf wird Dr. Warren ermordet aufgefunden. Selbst wenn man tatsächlich glauben würde, dass Dan dahintersteckt, befand sich dieser zu der Zeit in der Krankenstation. Generell werden schon bald seltsame Erscheinungen gesichtet, auch von Dr. Russell, die glaubt, Dan gesehen zu haben, während er noch im Krankenbett lag. Als man die mysteriösen Vorkommnisse näher untersucht, stellt sich schließlich heraus, dass bei dem Experiment eine Art Geist von Dan Mateo erschaffen wurde, der nun in der Station herumspukt…
Review:
"Wütender Geist" beginnt höchst schräg. Ausgehend von der Musikaufführung im Gemeinschaftsraum schwebt die Kamera hinaus in den Gang, gleitet durch die vermeintlich leere Station dahin, bis wir schließlich das Gewächshaus erreichen, und hinter der Glasscheibe vier Menschen in Trance sehen. Plötzlich scheint Wind aufzukommen (in einer abgeschotteten Basis?), später wird berichtet, dass dieser mit einem Absenken der Temperatur einhergeht, vor allem aber hat einer der vier Leute hinter der Glasscheibe, Dan Mateo, plötzlich einen Anfall. Ausgelöst... von der Musik? Dem Wind? Der Trance, in der sie sich befanden? Oder gab es irgendeinen Einfluss von außen, der sich bemerkbar gemacht hat? Von der Inszenierung her war das zwar, dank der Kamerafahrt ohne Schnitt, schon ganz nett gemacht. Davon abgesehen fand ich es aber in erster Linie ziemlich seltsam, und vor allem sehr mysteriös – allerdings eher auf eine "Was zur Hölle geht da ab?!" als "Boah, ich bin schon sehr gespannt, was es damit auf sich hat!" Art und Weise.
Die restliche Dreiviertelstunde sollte diesen Ersteindruck dann leider bestätigen. Recht früh erfahren wir den Sinn dieses Experiments, und sobald dieses ganze Geschwurbel zu hören war rund um Gehirnströme, und wie die Nervenbahnen von Menschen und Pflanzen ja eigentlich sehr ähnlich ist, und daher die Möglichkeit bestünde, telepathisch mit ihnen zu kommunizieren, bin ich ausgestiegen. Sorry, aber auf diesen Blödsinn konnte ich mich einfach nicht einlassen. Aber auch alles rund um den Geist, der sich irgendwie bei diesem Experiment von Mateo abgekoppelt hat, und der nun die Station heimsucht, war ein ziemlicher Holler. Ich tu mir mit solchen übernatürlichen Elementen, abseits des Horror- oder Mystery-Genres, ja allgemein schwer, aber insbesondere auch meine Science Fiction-Serien habe ich nun doch lieber bodenständig (was auch einer der Hauptgründe ist, warum ich kein großer Fan des "Battlestar Galactica"-Reboots war, zumindest was seine weitere Entwicklung und insbesondere das Serienfinale betrifft), und auf einer wissenschaftlicher Basis fußend, statt irgendeinem Hokuspokus. Schade ist dies insofern, als es zum Ende hin dann durchaus noch einen ziemlich interessanten, ja sogar ansatzweise erschreckenden Gedanken gibt: Nämlich, dass Mateos Geist einen Tod rächen wollte, der noch gar nicht eingetreten ist (und diesen so erst auslöste). Dieser Twist einer klassischen Geistergeschichte, wo dieser quasi in der Zeit zurückreist, wäre für sich genommen eigentlich ganz pfiffig und interessant gewesen. Aber so wie man es hier umgesetzt hat, konnte ich mich auf die Story einfach nicht einlassen – weshalb auch das tragische Ende die gewünschte Wirkung bei mir verfehlte.
Fazit:
Der Auftakt zwar ja bereits ziemlich schräg – aber selbst er konnte mich nicht auf das vorbereiten, was "Wütender Geist" in weiterer Folge für die Zuschauer in petto haben sollte. Mir war das alles hier leider zu metaphysischer Quatsch, angefangen vom Experiment, mit dem Mateo und die anderen ihre Hirnströme vereinen und damit verstärken wollten, über die Idee, mit Pflanzen telepathisch zu kommunizieren (was eine Art Bewusstsein bei ihren voraussetzen würde), bis hin zur Idee rund um den Geist, der beim schiefgegangenen Experiment geschaffen wird. Dabei hätte man aus der Idee, dass sich ein Geist rächt, noch bevor der betreffende Tod eingetreten ist, durchaus etwas machen können. Dann hätte man aber halt irgendeine zumindest pseudowissenschaftliche Basis dafür schaffen müssen, als einfach irgendeinen Blödsinn zu erfinden. Mit Science Fiction hatte das jedenfalls nichts mehr am Hut.