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Outer Limits - 4x14: Tödliches Wissen Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) 20th Century Fox

Originaltitel: Final Exam
Episodennummer: 4x14
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 05. Juni 1998
Erstausstrahlung D: 07. Dezember 1998
Drehbuch: Carleton Eastlake
Regie: Mario Azzopardi
Besetzung: Arye Gross als Bernard Selden, Brett Cullen als Dr. James Martin, Peter Stebbings als Seth Todtman, Stellina Rusich als Sharon, Kevin Tighe als General, Michael St. John Smith als Dean Irwin, Andrew McIlroy als Hal Kaplan, Garvin Cross als Lt. Jackson, Darcy Kirkpatrick als Communications Officer, Chris Nelson Norris als Captain Litvak, Derek Peakman als Professor Wylie, Kyra Azzopardi als Kate Martin, Gary Hetherington als Chief Davis, Bob Dawson als Mr. Walker, Sharon Alexander als Girl Hostage, Brennan Elliott als Tom, John Innes als Teacher, Derek Lowe als Student u.a.

Kurzinhalt: An einer Universität stehen die Abschlussprüfungen an. Obwohl er rausgeworfen wurde, schleicht sich Seth Todtman hinein. Dort angekommen zündet er ein paar von ihm zuvor ausgelegte Bomben, und nimmt die anwesenden Student:innen als Geisel. Er behauptet, ein Verfahren zur kalten Fusion entwickelt und daraufhin eine entsprechende Bombe gebaut zu haben. Diese will er zünden, wenn man nicht binnen fünf Stunden seiner Forderung nachkommt, fünf bestimmte Personen, die ihm in der Vergangenheit Unrecht getan haben, vor seinen Augen zu erschießen. Dr. James Martin wird zur Universität gerufen, um mit Seth zu verhandeln. Währenddessen versucht ein Forschungsteam herauszufinden, ob Seth blufft, oder er tatsächlich eine derart verheerende Waffe gebaut hat…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) 20th Century Fox Das grundsätzliche Szenario von "Tödliches Wissen" ist nicht neu, ich finde es in seiner moralischen Komplexität aber immer wieder spannend: Vor die Wahl gestellt, entweder ein paar Personen zu opfern, oder aber den Tod von noch viel mehr Menschen in Kauf zu nehmen: Wie entscheidet man? Und vor allem auch: Wie entscheidet man? Kann man auf eine solche Forderung tatsächlich eingehen? Oder anders wiederum: Muss man es nicht eigentlich sogar, so erschütternd der Gedanke auch sein mag? Aus eben diesem Dilemma zieht "Tödliches Wissen" einiges an Reiz, und ganz ehrlich: Wie ihr es an meinen widersprüchlichen Antworten schon seht, weiß ich selbst nicht, welche Vorgehensweise ich für richtig halte. Da verzeihe ich es der Episode auch, dass die Science Fiction-Elemente hier doch relativ vernachlässigbar und letztendlich eigentlich überflüssig sind; hätte man die Geschichte doch auch ohne die kalte Fusions-Bombe genauso gut erzählen können.

Was vielleicht ein guter Zeitpunkt ist, um (bevor ich mein Lob fortsetze) zu meinen Kritikpunkten zu kommen. So hätte ich persönlich es vorgezogen, wenn Seths Forderung darauf abgezielt hätte, zu verhindern, dass jemand seinen Erfolg in absehbarer Zeit wiederholen kann. Sprich, er nicht fünf Personen ausgewählt hätte, die ihm Unrecht getan (oder ihn gar missbraucht) haben, sondern jene, die zu den Experten auf dem Gebiet der kalten Fusion zählen. Das hätte ihm ein grundsätzlich hehres Motiv gegeben, welches das Dilemma rund um die möglichen Opfer noch um die moralische Ambivalenz seiner Absichten erweitert hätte. Das Rachemotiv fand ich vergleichsweise banal. Es wirkte auf mich auch recht konstruiert, dass quasi direkt am Anschluss an die Ereignisse die nächste Person die kalte Fusion knackt. Und der abschließende Monolog des Erzählers war derart übertrieben, dass er die gewünschte schockierend-nachdenkliche Wirkung bei mir völlig verfehlte, und ich vielmehr die Frage "How will humankind ever survive?" mit einem spöttisch-zynischen "We won't!" beantwortete. Trotz dieser Kritikpunkte hat mir "Tödliches Wissen" insgesamt aber gut gefallen. Neben dem moralischen Dilemma lag das nicht zuletzt an den guten schauspielerischen Leistungen. Im ersten Moment konnte ich Peter Stebbings nicht zuordnen, ehe es mir wie Schuppen von den Augen fiel: "Jeremiah"! Und Brett Cullen ist überhaupt ein bekanntes Gesicht (zuletzt z.B. bei "Joker"). Ein bisschen verschwendet fand ich allerdings Kevin Tighe; der hätte es sich in meinen Augen durchaus verdient gehabt, mal bei einer "Outer Limits"-Folge stärker im Mittelpunkt zu stehen, als hier nur den General im Hintergrund zu geben. Da ich mich aber durchaus freute, ihn zu sehen, hat auch er die Episode für mich aufgewertet. Last but not least war das Finale, wo man versucht, die Bombe zu entschärfen, dann durchaus spannend. Der vermeintliche Versuch, Seth mit seiner Selbstaufopferung zum tragischen Helden der Geschichte zu machen, hat für mich dann allerdings nicht funktioniert.

Fazit: Episodenbild (c) 20th Century Fox Das Konzept hinter "Tödliches Wissen" ist sicherlich nicht neu, dennoch finde ich das sich daraus ergebende moralische Dilemma immer wieder interessant, und habe ich nach all den Gelegenheiten, wo wie vor dieses gestellt wurden, immer noch keine definitive Antwort gefunden. Darüber hinaus profitierte die Episode vom gelungenen Zusammenspiel zwischen Brett Cullen und Peter Stebbings, sowie dem durchaus packenden Finale. Die Science Fiction-Elemente wirkten auf mich allerdings etwas beliebig; mit wenigen Anpassungen hätte die Episode auch genauso gut in einer ganz gewöhnlichen Thriller-Serie spielen können, und das Mystery-Setting nicht wirklich gebraucht. Der abschließende Kommentar war mir diesmal zudem etwas überdramatisiert, weshalb ich ihn leider eher unfreiwillig komisch fand. Vor allem aber hätte ich es vorgezogen, wenn Seths Aktion darauf abgezielt hätte, dafür zu sorgen, dass die Menschheit das Geheimnis der kalten Fusion erst so spät wie möglich entdeckt – und seine Zielpersonen somit nicht solche gewesen wären, an denen er sich rächen will, sondern vielmehr jene, die am ehesten dazu geeignet sind, seine Forschung zu rekonstruieren. Insgesamt war "Tödliches Wissen" aber eine durchaus solide Folge.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)







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