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Obi-Wan Kenobi - 1x01: Teil I Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Disney+

Originaltitel: Part I
Episodennummer: 1x01
Bewertung:
Weltweiter Internet-Release: 27. Mai 2022
Drehbuch: Joby Harold, Hossein Amini & Stuart Beattie
Regie: Deborah Chow
Besetzung: Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi, Rupert Friend als The Grand Inquisitor, Sung Kang als Fifth Brother, Moses Ingram als Third Sister, Benny Safdie als Nari, Joel Edgerton als Owen Lars, Bonnie Piesse als Beru Whitesun Lars, Simone Kessell als Breha Organa, Vivien Lyra Blair als Leia Organa, Flea als Vect Nokru, Jimmy Smits als Bail Prestor Organa, Ming Qiu als Jedi Master Minas Velti, Derek Basco als Saloon Owner, Kingsley Hao als Local Mos Eisley Boy, Heath McGough als Foreman Groff Ditcher, Chad Parker als Worker Padu Cherd, Leilani Shiu als Teeka, Grant Feely als Luke Skywalker, Molly Miller als Handmaiden Agira, Hossein Mardani als Dardin Shull, Karen Constantine als Local Anchorhead Woman, Gabe Fonseca als Duke Kayo Organa, Roberta Sparta als Duchess Celly Organa, Ian Inigo als Cousin Niano Organa, Anthony Daniels als C-3PO u.a.

Kurzinhalt: Zehn Jahre sind seit der Order 66, dem Untergang der Jedi sowie dem Ausrufen des galaktischen Imperiums mittlerweile vergangen. Obi-Wan Kenobi hat sich ins Exil auf Tatooine begeben, wo er unter dem Namen Ben ein unauffälliges, bescheidenes Leben führt. Dabei wirft er immer wieder mal ein Auge auf Luke Skywalker, um sicherzustellen, dass es diesem gut geht – sehr zum Missfallen von Owen Lars, der gar nichts davon hält, dass Luke eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters treten soll. Eines Tages bringt die Einmischung eines anderen Jedi drei Inquisitoren nach Tatooine. Eine von Ihnen, Reva, hat es ganz besonders auf Obi-Wan Kenobi abgesehen. Doch obwohl sich der Jedi-Ritter nach seiner Flucht hilfesuchend an Obi-Wan wendet, weist ihn dieser ab. Die Zeit der Jedi wäre vorbei, und sie hätten den Kampf verloren. Als er am nächsten Tag Zeuge davon wird, wie die Inquisitoren unschuldige Zivilisten bedrohen, fällt es ihm zwar merklich schwer, sich zurückzuhalten, dennoch mischt er sich nicht ein. Dann jedoch nimmt Bail Organa unerwartet mit ihm Kontakt auf, und bittet ihn um Hilfe…


Review: Episodenbild (c) Disney+ Auch wenn es im heurigen Jahr nicht an TV-Highlights mangelt, habe ich keine andere Serie so sehr herbeigesehnt wie "Obi-Wan Kenobi". Nicht "Stranger Things – Teil IV", nicht "Strange New Worlds", ja nicht mal "The Orville: New Horizons". Dies liegt daran, dass ich bereits als erste Gerüchte um eine mögliche solche Serie die Runde machten Feuer und Flamme für die Idee war. Im Gegensatz zu vielen anderen "Star Wars"-Fans stehe ich den Prequels nämlich nicht generell kritisch bis ablehnend gegenüber. Ja, "Eine dunkle Bedrohung" war eine Enttäuschung (wobei selbst dieser nach der misslungenen Sequel-Trilogie und dem furchtbaren Solo-"Solo"-Film bei mir leicht an Ansehen gewonnen hat), den Hass der dann insbesondere "Angriff der Klonkrieger" entgegenschlug habe ich aber nie verstanden, und "Die Rache der Sith" zählt für mich zu den besten Filmen der Reihe überhaupt; die letzte Stunde dort ist für mich überhaupt das Beste, was uns "Star Wars" je beschert hat. Auch die Ablehnung gegenüber den armen Hayden Christensen (ich behaupte immer noch, das Problem war, dass viele Leute nicht mochten, was er spielte, und dies nicht davon trennen konnten, wie er spielte) habe ich nie verstanden. Und Ewan McGregor hatte es mir ab "Episode II" ohnehin zunehmend angetan. Insofern stand ich dem Gedanken, an die Prequel-Trilogie anzuknüpfen und sich den Nachwehen der Order 66 zu widmen, von vornherein wohlwollend gegenüber.

Der großartige Teaser (den Trailer habe ich mir dann, um die Serie so unvorbereitet wie möglich schauen zu können, dann gar nicht mehr angesehen; aber ja, dieser erste Blick musste sein) tat ihr Übriges, um eine Erwartungshaltung weiter anzustacheln. Und so war ich rückblickend sehr froh, mir den heutigen Fenstertag freigenommen zu haben, und mich somit gleich am Vormittag über die erste Folge (die zweite habe ich mir vorerst bewusst noch aufgehoben) stürzen zu können. Und was soll ich sagen: Mich hat die erste Episode, trotz des noch gemächlichen Einstiegs, gleich abgeholt. Obwohl ich die Prequels letztes Wochenende erst wieder (zur Einstimmung auf die Serie) gesichtet hatte, habe ich mir den Rückblick zu Beginn angesehen, nicht zuletzt, als ich wissen wollte, was man dafür ausgewählt hatte (weshalb ich nun auch stark vermute, dass wir in weiterer Folge noch Qui-Gons Stimme hören werden). Der Zusammenschnitt war dabei ziemlich gelungen, und strafte für mich auch nochmal alle, die den Prequels in ihrer Gesamtheit ablehnend gegenüberstehen, Lügen. Man kann einzelne Aspekte an der Umsetzung, aber natürlich auch inhaltlich (die Midichlorianer, die Jedi als zölibatärer Mönchsorden) kritisieren. Im Gegensatz zu den Sequels, denen jeglicher inhaltlicher und thematischer Faden fehlt, hatte George Lucas aber zumindest als er "Episode I" auf die erste Drehbuchseite schrieb schon im Kopf, wo sich die Handlung hinbewegen soll, und das merkt man. Die Prequels erzählen eine tragische Geschichte über den Untergang einer demokratischen Republik, den Fall der Jedi, und vor allem auch das Ende einer tief empfundenen Freundschaft – und im Zentrum davon steht Anakins Angst davor, die Menschen die er liebt zu verlieren. Dass er letztendlich mit genau jenen Taten, mit denen er Padme das Leben retten will, ihren Tod herbeiführt, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, welche die Prequels an thematischer Ironie und Tragik zu bieten haben.

Episodenbild (c) Disney+ Die ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden Trilogien angesiedelte "Obi-Wan Kenobi"-Miniserie (ich gehe selbst bei großem Erfolg nicht davon aus, dass es eine zweite Staffel geben wird) beschäftigt sich nun sowohl im kleinen als auch größeren Rahmen mit den Auswirkungen von Anakins Fall, der eben auch den Untergang der Jedi und den Aufstieg des Galaktischen Imperiums bedeutete. Wir sehen eine Galaxie, die vom Imperium unterdrückt wird, und wo die letzten Überreste der Jedi von skrupellosen Inquisitoren gejagt werden, die sich bei ihrer Mission auch nicht zu schade sind, das Leben Unschuldiger in Gefahr zu bringen oder auch zu beenden, solange es nur ihrem übergeordneten Ziel, die Jedi endgültig auszulöschen, dient. Auf der anderen Seite wird Obi-Wan Kenobi, der als Ben zurückgezogen ein unscheinbares, einfaches Leben führt, nach wie vor von den tragischen Ereignissen damals – und (wie er es sieht) seinem Versagen im Hinblick auf Anakins Ausbildung – verfolgt. Der Obi-Wan Kenobi den wir zu Beginn der Serie kennenlernen ist ein gebrochener Mann, der sich wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm an die Hoffnung klammert, dass Luke Skywalker einst sein Schicksal erfüllen und der Galaxis Frieden und Freiheit wiederbringen wird.

Ich fand es dabei sehr spannend, zu zeigen, wie weit Obi-Wan zum Schutz von Luke zu gehen ist. Nicht nur lehnt er es ab, einem anderen Jedi-Ritter der auf Tatooine Zuflucht suchte zu helfen, er mischt sich auch nicht ein, als die Inquisitoren die Zivilisten verhören, und Reva sogar droht, Owen zu töten. Wir wissen natürlich, dass es ihm dabei nicht etwa darum geht, seine eigene Haut zu retten, sondern, um zu verhindern, dass das Imperium auf Luke aufmerksam wird. Dennoch ist es eine mutige Entscheidung, ihn derart passiv zu zeigen – etwas dass, wie ich mir vorstellen könnte, gerade auch bei jenen die von Lukes einem kleinen Moment der Schwäche in "Die letzten Jedi" derart enttäuscht waren, dass sie Rian Johnson vorwerfen, "Star Wars" ruiniert zu haben, nicht gerade schmecken dürfte. Ich hingegen fand es überaus interessant. Darüber hinaus war ich davon positiv überrascht, dass wir hier auch einen längeren Blick auf Alderaan warfen, und generell Prinzessin Leia in dieser Miniserie eine deutlich größere Rolle spielen dürfte als Luke. Anfangs war ich besorgt darüber, dass eine Einmischung Obi-Wans die Inquisitoren erst recht auf den Plan rufen und auf sie aufmerksam machen könnte – da sie sich fragen könnten, warum er just um ihr Leben zu retten sein Exil verließ. Dies ist jedoch mit der Szene am Ende, wo sich die Entführung als Falle von Reva entpuppt, die einfach darauf setzt, dass er seinem alten Freund Bail Organa zur Hilfe eilen wird, hinfällig. Und ja, stimmt schon: Inhaltlich tut sich hier genau genommen erstmal noch nicht viel. Die erste Episode ist dafür da, um als Setup für die Miniserie zu dienen, das Setting vorzustellen, die Lücke zwischen "Die Rache der Sith" und "Obi-Wan Kenobi" zu schließen, und uns generell einen Einblick in die Galaxis zehn Jahre nach dem Untergang der Alten Republik zu geben. Mir persönlich gefiel eben dies aber ausgesprochen gut. Und auch Ewan McGregor hatte es mir in der Rolle wieder einmal absolut angetan; nicht zuletzt auch in jenen (wenigen) Momenten, wo sein Humor aufblitzte (wie in der köstlichen Szene mit dem Jawa).

Episodenbild (c) Disney+ Abschließend noch ein paar Worte zur Produktion an sich: Diese ist, wie bei den "Star Wars"-Realserien nicht anders gewohnt, von höchster Qualität. Spannend fand ich dabei nicht zuletzt den anfänglichen Flasbhack zur Order 66 im Jedi-Tempel. Vielleicht täuschte mich mein Eindruck, aber ich hatte das Gefühl, dass die Lichtschwerter nicht erst nachträglich "eingefärbt" wurden, sondern "echte" Schwerter verwendet wurden. Jedenfalls fand ich den Look sehr cool, und mochte auch die längere Szene ohne (erkennbaren) Schnitt. Schön auch, dass Tatooine trotz der kürzlichen ausführlichen Verwendung in "The Book of Boba Fett" für mich nichts an Reiz verloren hat, zumal wir hier auch die eine oder andere neue Location besuchen. Und vor allem auch der Blick nach Alderaan hatte es mir wirklich angetan. Musikalisch fällt auf, dass der Rückblick noch sehr generisch vertont war; ich denke aber, dass man hier nicht auf Holt, sondern irgendeine Konservenmusik zurückgegriffen hatte. Danach klingt "Obi-Wan Kenobi" kurzzeitig mehr wie Ludwig Göransson und seine Musik für "The Mandalorian", denn nach John Williams. Mit dem Einsetzen von dessen (wunderschönen) neuem Hauptthema für Obi-Wan drehte sich das dann aber, und klang zunehmend nach klassischem "Star Wars" – weshalb ich mich nun auch schon sehr auf den Release des Soundtracks freue.

Fazit: "Teil 1" profitiert zweifellos vom Nostalgie-Faktor bzw. meiner Wiedersehensfreude, insbesondere natürlich mit Ewan McGregors Obi-Wan Kenobi. Inhaltlich köchelt die Auftaktfolge nämlich noch eher auf Sparflamme, und ist in erster Linie mit Setup beschäftigt. So zeigt man uns Obi-Wan bei den ewig gleichen, banalen Tätigkeiten, während er sich partout aus allen größeren Angelegenheiten raushält – auch wenn sich alles, was ihn zum Jedi macht(e), dagegen sträubt, tatenlos zuzusehen, wie Unschuldige leiden. Doch das große Ganze, und damit insbesondere Lukes Sicherheit, gegen vor; diesem Ziel wird letztendlich alles untergeordnet. Es wird wohl nicht allen Fans gefallen, ihn derart tatenlos und passiv zu sehen, ich empfand es jedoch als sehr spannenden und interessanten Zugang. Darüber hinaus freute ich mich über die (für mich unerwarteten) Szenen auf Alderaan, die uns nicht nur endlich mal einen ausführlicheren Blick auf diesen wichtigen Planeten werfen ließen, sondern vor allem auch eine junge Prinzessin Leia in den Mittelpunkt rückten – die wir hier als (Skywalker-typisch) aufgeweckt und eigensinnig erleben. Ihre Entführung liefert dann schließlich den perfekten Aufhänger, um Obi-Wan dazu zu bringen, sein selbst auferlegtes Exil – vorerst – zu verlassen. Zusammen mit einer gewohnt hohen Produktionsqualität, inklusive einem wunderschönen neuen Leitmotiv von John Williams höchstpersönlich, erwischt die jüngste "Star Wars"-Serie mit Teil 1 jedenfalls einen sehr guten Start.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2022 Disney+)







Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 31.05.2022 18:22
 
Mit dem Star Wars Rotz habe ich eigentlich nichts mehr zu schaffen. Doch ich habe die Waldszene gesehen und muss jetzt ausholen. Da ich ein gutes Gedächtnis habe, kann ich auch auf die Filme eingehen. 
 
Schon Return of the Jedi, also ein Teil der heiligen erste Trilogie, hat es verkackt. Leia Organa zur Schwester Luke Skywalkers zu machen, und das nach den ersten zwei Filmen, war bekloppter bullshit. Es wird gesagt, daß sie nach der Geburt versteckt werden, zum Schutz vor den Bösen. Aber da Leia Organa durch den ersten Film als Prinzessin und dazu Senat-Mitglied etabliert wird, kann die nicht ebenfalls in ein (Wüsten-)Dreckloch verfrachtet werden, sondern wächst doch vor den Bösen auf. Darth Vader und sie scheinen sich zu kennen, wie man in deren erster Szene sieht. 
 
Am Ende von Revenge of the Sith etabliert man Obi_Wan Kenobi als Beschützer von Luke Skywalker, über den er wachen soll. Ist auch eins der Dinge die zur Eingrenzung geführt haben, was aber auch schon bei der heiligen Trilogie anfing. Vor den Prequels wäre es möglich gewesen, daß Kenobi noch einige Abenteuer erlebt, bevor der sich auf dem Wüstenloch niederlässt. 
 
Und wie sieht das jetzt mit dieser Serie aus? Leia Organa, die doch in der Zivilisation und vor den Bösen groß wird, anstatt ebenfalls in ein (Wüsten-)Dreckloch verfrachtet zu werden, wird gejagt und Kenobi, der auf deren Bruder angesetzt ist, verreist jetzt, um Organa den Arsch zu retten? Dadurch ist der Bruder schutzlos, aber eh sicher, da sonst das Zeug danach nicht stattfinden kann. 
 
Na ja, Star Wars Fans fressen eh jeden scheiß, der in den Napf gelegt wird.
 
Realm
2. 02.06.2022 18:01
 
Schade. Hätte gern gewusst, wie das schön geredet werden wurde.
 
Realm

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