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Hawkeye - 1x01: Triff niemals deinen Helden Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Disney+

Originaltitel: Never Meet Your Herores
Episodennummer: 1x01
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 24. November 2021
Drehbuch: Jonathan Igla
Regie: Rhys Thomas
Besetzung: Jeremy Renner als Clint Barton / Hawkeye, Hailee Steinfeld als Kate Bishop, Vera Farmiga als Eleanor Bishop, Fra Fee als Kazi, Tony Dalton als Jack Duquesne, Linda Cardellini als Laura Barton, Brian d'Arcy James als Derek Bishop, Simon Callow als Armand III, Aleks Paunovic als Ivan, Piotr Adamczyk als Tomas, Carlos Navarro als Enrique, Ben Sakamoto als Cooper Barton, Ava Russo als Lila Barton, Cade Woodward als Nathaniel Barton, Clara Stack als Little Kate Bishop, Nichele Lambert als Greer, Regina Bryant als Franny, u.a.

Kurzinhalt: Während der Krise von New York 2012 rettete Hawkeye der jungen Kate Bishop – so wie zahlreichen anderen Menschen auch – das Leben. Seither ist er ihr Idol, auch wenn sie an diesem Tag mit dem Tod von ihrem Vater zugleich auch einen schweren Verlust hinnehmen musste. Vom Gedanken besessen, in Zukunft auf solche Bedrohungen vorbereitet zu sein, arbeitete Kate seither daran, in seine Fußstapfen zu treten. Sie gewinnt zahlreiche Auszeichnungen bei Kampfbewerben, und ist insbesondere als Bogenschützin unschlagbar. Nun kehrt sie während der Weihnachtsfeiertage nach Hause zurück, wo mit der Neuigkeit, dass der Freund ihrer Mutter, Jack Duquesne, diese heiraten will, nicht nur Erfreuliches auf sie wartet. Zudem schleicht sie sich während der Spendengala unbemerkt in eine illegale Auktion, die im Untergeschoss stattfindet. Dort ist man gerade dabei, das Schwert und den Anzug von Ronin zu versteigern, als sie von einer Bande Krimineller überfallen werden. Während Jack die Gelegenheit nutzt, um das Schwert einzustecken, schnappt sich Kate den Anzug – eigentlich nur, um anonym aus dem Chaos entkommen zu können. Dann wird sie jedoch dabei gefilmt, wie sie bei der Flucht einen Hund rettet. Clint Barton, der mit seinen drei Kindern einen Ausflug nach New York macht, sieht die Aufnahme in den Nachrichten, und zieht los, um sich sein Eigentum zurückzuholen…


Review: Episodenbild (c) Disney+ Kurz vor Beginn der Adventszeit startet mit "Hawkeye" nun die vierte (und für heuer auch letzte) Marvel-(Real-)Serie auf Disney+. Zwar fand ich alle drei bislang sehr gut bis gut, allerdings hatte ich nur bei "WandaVision" den Eindruck, dass sich das Konzept einer Mini-Serie gelohnt hat; während sich sowohl "The Falcon and the Winter Soldier" und "Loki" in meinen Augen als Filme besser gemacht hätten. Trotzdem war ich auf die neue Marvel-Serie zuletzt schon sehr gespannt. Einerseits aufgrund der Post-Credits-Szene aus "Black Widow", die direkt in "Hawkeye" überzuleiten schien, und andererseits, als Jeremy Renner in den Filmen im Vergleich zu den ganzen Superhelden, aber auch seiner Freundin Black Widow, doch irgendwie immer ein bisschen zu kurz zu kommen schien. Insofern wirkte die Idee von "Hawkeye" auf mich fast schon ein bisschen sowas wie Wiedergutmachung ihm gegenüber. Wem es ähnlich ging wie mir, wird somit wohl möglicherweise doch etwas unangenehm überrascht sein, dass Clint Barton zumindest in der Auftaktfolge seiner eigenen Serie (vermeintlich; ich habe nämlich den Verdacht, dass Clint am Ende den Bogen an Kate als seine Nachfolgerin abgeben wird; dann bezieht sich der Titel letztendlich gleichermaßen auf sie beide) erst recht wieder die zweite Geige zu spielen scheint.

Wohlgemerkt: Ich sagte möglicherweise. Denn ich muss gestehen, zumindest bei mir war dies nicht der Fall. Dies liegt nicht zuletzt daran, als mich alles rund um Kate Bishop wirklich angesprochen hat. Angefangen vom Prolog, der den Bogen (Wortspiel nicht beabsichtigt) zum ersten "Avengers"-Film schlägt, über den geringfügigen Fauxpas rund um die Wette, bis hin zu ihren Abenteuern nach ihrer Rückkehr in New York. Einen großen Anteil daran, dass ich in ihren Szenen bestens unterhalten war, hatte dabei sicherlich auch Hailee Steinfeld, die 2010 (ja, so lange ist das mittlerweile schon wieder her) in "True Grit" früh ihren Durchbruch schaffte, seither u.a. die Titelrolle in der Serie "Dickinson" übernahm, und abseits der Leinwand bzw. dem TV-Schirm auch mit ihrer Musik erfolgreich war. Erste Blockbuster-Erfahrung sammelte sie mit der (menschlichen) Hauptrolle in "Bumblebee", und im (erweiterten) Marvel-Universum sprach sie die Rolle von Gwen Stacy im vielbeachteten (wenn auch in meinen Augen überbewerteten) Animationsfilm "Spider-Man: A New Universe". Hier nun habe ich mich rasch wieder daran erinnert, warum ich damals bei "True Grit" von ihr so beeindruckt war, und ihr eine große Zukunft voraussagte – spielt sie doch die aufgeweckte, draufgängerische und energische Kate Bishop ausgesprochen gut. Aber auch in den komödiantischeren Momenten, wie der schon angesprochenen Kirchturm-Szene (oder später dann ihr "Want some Pizza?" an dem von ihr geretteten Hund; da bin ich, dank ihrer Intonation, fast gelegen vor Lachen), brillierte sie. Kate ist darüber hinaus auch wirklich gut geschrieben. In Verbindung gelang es "Hawkeye" somit, mich sehr rasch zu ihr eine Bindung aufbauen zu lassen. So ziemlich das einzige, wo ich noch nicht so recht weiß, was ich davon halten soll, ist meine starke Vermutung, dass ihr angehender Stiefvater für den Mord verantwortlich ist; einfach weil ich finde, Stiefeltern als Widersacher/Bösewichte sind mittlerweile einfach nur mehr ein Klischee. Ansonsten war ich aber von ihrem überaus schwungvollen und kurzweiligen Teil der Episode sehr angetan.

Episodenbild (c) Disney+ Aber auch alles rund um Clint Barton und den Familienausflug mit seinen Kindern (während Laura zu Hause die Stellung hält) gefiel mir ausgesprochen gut. Vor allem das Musical "Rogers" – inklusive überaus passendem Titelsong – war wundervoll. Zumal man hier trotz allen Humors mit Clints Erinnerungen an seine gute Freundin Natasha – und ihr Opfer – auch nachdenkliche Töne anstimmte. Gleiches gilt auch danach, mit dem "Thanos was right"-Spruch auf der Toilette (immerhin gab Natasha ihr Leben dafür, ihn aufzuhalten, und die Hälfte aller Lebewesen im Universum zu retten), sowie der Art und Weise, wie er offensichtlich mit seiner Popularität hadert. Sei es, weil jemand am unmöglichsten Ort und ungünstigsten Zeitpunkt um ein Selfie fragt, oder ihm peinlich berührt keine andere Wahl bleibt, als die Essenseinladung des chinesischen Restaurants zu akzeptieren. Und am Ende holt ihn dann, als er jemand im Ronin-Kostüm durch New York fliehen sieht, dieser düstere Teil seiner Vergangenheit wieder ein. Auch das fand ich klasse. Und auch wenn man wie gesagt durchaus argumentieren kann, dass zumindest mal die Auftaktfolge eher Steinfeld gehört als Renner, rückt er hier dennoch jedenfalls deutlich mehr ins Rampenlicht, als das bisher überwiegend der Fall war.

Vom Rest der Besetzung stach dann für mich noch in erster Linie Vera Farmiga als Kates Mutter Eleanor hervor. Zwar bekommt sie hier erstmal noch nicht soooo viel zu tun, und wirkte ihre Rolle doch ein bisschen klischeehaft, aber schon allein, dass man mit ihr ein so bekanntes Gesicht in der Rolle gecastet hat, wertet sie für mich auf. Darüber hinaus freute ich mich auch sehr über das Wiedersehen mit Linda Cardellini, und fand es darüber hinaus überaus schön, dass man auch bei ihren Kindern Kontinuität zu den früheren "Avengers"-Filmen – insbesondere natürlich "Endgame" – gewahrt hat (zumal Ben Sakamoto und Ava Russo bislang keine anderen Schauspiel-Credits aufweisen, sprich, sie sind – zumindest noch – keine Vollblut- und/oder Karriere-SchauspielerInnen). Ansonsten waren mir die Gesichter die hier vorbeischauten weitestgehend unbekannt (was ja grundsätzlich nichts schlechtes sein muss), und machte insbesondere Tony Dalton in seiner Rolle jetzt nicht unbedingt die glücklichste Figur (das mag aber auch mit meiner Ablehnung seiner – vermeintlich – klischeehaften Rolle zu tun haben). Grundsätzlich gibt man sich aber auch bei "Hawkeye" bislang in produktionstechnischer Hinsicht – wie von den Marvel-Serien auf Disney+ mittlerweile ja nicht anders gewohnt – keine Blöße. Vor allem die Musik von Christophe Beck (dessen Arbeit mich auch zuvor bei "WandaVision" schon begeisterte) hat es mir enorm angetan. Aber auch New York als Setting verleiht der Serie zweifellos einiges an Reiz. Insgesamt empfand ich "Triff niemals deinen Helden" jedenfalls als sehr vielversprechenden Auftakt, der seine Hauptaufgabe – nämlich, die Figuren und das Setting zu etablierten, sehr gut erfüllte.

Fazit: Episodenbild (c) Disney+ "Triff niemals deinen Helden" war ein höchst kurzweiliger und vielversprechender Auftakt der vierten Marvel-Disney-(Real)Serie. Man mag kritisch einwenden, dass Clint Barton in der ersten Folge seiner Serie (vermeintlich) zugunsten von Kate Bishop erst recht wieder ein bisschen ins Abseits geschoben wird, aber, ganz ehrlich: Ich hatte mit Hailee Steinfeld in der Rolle viel zu viel Spaß, als dass ich mich darüber beschweren könnte. Und trotz allem bekommt Jeremy Renner hier durchaus ebenfalls einiges an Screentime, und rückt damit spät aber doch, nachdem er in den Filmen zumeist doch eher nur die x-te Geige spielte, stärker ins Rampenlicht. Wunderbar auch die Szene mit dem "Rogers"-Musical – wie es hier generell einige unterhaltsame Momente gab. Zugleich schlug man da und dort aber auch nachdenkliche Töne an, die es mir ebenfalls angetan hatten. Die Verschwörung, die hier erstmal nur angerissen wird, wirkt auf dem ersten Blick zwar schrecklich banal, und von der Auflösung her vorhersehbar (und wenn es tatsächlich so eintritt enorm klischeehaft), aber das mag sich noch ändern. So oder so, mit zwei wunderbaren HauptdarstellerInnen in Spiellaune gelang es "Triff niemals deinen Helden" von Beginn an, mich bestens zu unterhalten.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2021 Disney+)







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