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Star Wars: Jyn, die Rebellin Drucken E-Mail
Rollt Jyns Vorgeschichte auf Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 22 Februar 2021
 
Titel: "Jyn, die Rebellin"
Originaltitel: "Rebel Rising"
Bewertung:
Autorin: Beth Revis
Übersetzung: Andreas Kasprzak
Umfang: 396 Seiten
Verlag: Panini (D), Disney-Lucasfilm Press (E)
Veröffentlicht: 17. Oktober 2017 (D), 02. Mai 2017 (E)
ISBN: 978-3-8332-3539-9 (D), 978-1-48478-083-1 (E)
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Als Jyn Erso acht Jahre alt ist, muss sich miterleben, wie das Imperium ihre Mutter kaltblütig ermordet, und ihren Vater entführt. Sie selbst blieb dank eines Verstecks in Sicherheit, und wird schließlich Tage später von Saw Gererra, einem Freiheitskämpfer gegen das Imperium, und zugleich enger Vertrauter ihres Vaters, gerettet. In den folgenden Jahren wächst Jyn bei ihm heran, und eignet sich herausragende Fähigkeiten bei der Code-Programmierung an, die sie daraufhin einsetzt, um Saws Zelle bei ihren Angriffen gegen das Imperium zu unterstützen. Je älter sie wird, desto mehr bereitet sie Saw mit Schuss- und Kampftraining auch darauf vor, im Kampf gegen das Imperium eine aktivere Rolle zu spielen. Doch bereits eine ihrer ersten aktiven Einsätze geht gehörig schief, und Saw und Jyn werden voneinander getrennt. Jyn rettet sich auf einen Planeten im äußeren Rand, wo sie beginnt, sich ein neues Leben abseits des Krieges aufzubauen. Doch es dauert nicht lange, ehe der immer mehr Planeten verschlingende Arm des Imperiums auch ihre neue Zuflucht erreicht…

Review (kann Spoiler enthalten): Nachdem "Der Auslöser" einen Blick auf die Anfänge der Arbeit von Galen Erso am Todesstern-Projekt geworfen hat, rollt "Jyn, die Rebellin" nun die Vorgeschichte seiner Tochter auf, und das – wenn auch natürlich mit einigen zeitlichen Sprüngen – von jenem Moment, wo Galen vom Imperium entführt und seine Frau ermordet wurde, bis zu Jyns Rettung durch die Rebellen während des Gefangenentransports auf Wobani. So gesehen lässt Beth Revis' Roman im Hinblick auf Jyns Vorgeschichte kaum noch Fragen offen. Besonders gut fand ich dabei die erste Hälfte, wo wir Jyn quasi heranwachsen sehen. Wir beginnen bei dem aus "Rogue One" schon bekanntem Moment, als Saw sie in ihrem Versteck findet, und knüpfen daran dann mit ihrem Flug zu Saws Versteck an. In weiterer Folge erleben wir, wie die beiden zu einer kleinen Familie zusammenwachsen, wobei Saw sein Mündel schon bald auf den Kampf gegen das Imperium vorzubereiten beginnt. Zugleich sind beide bemüht, zu verhindern, dass Saws Rebellen-Kollegen Jyns Herkunft bewusst wird – gilt Galen Erso doch mittlerweile als Verräter an der Sache, der freiwillig mit dem Imperium zusammenarbeitet. Saw will in jedem Fall verhindern, dass jemand Jyn dazu verwendet, Druck auf ihren Vater auszuüben. Um ihr Geheimnis zu schützen, geht er gar über Leichen. Eine ganz bestimmte Wendung rund um den Verräter in seinen Reihen fand ich zwar etwas gar vorhersehbar, davon abgesehen hat mir dieser Teil des Romans, der in etwa die Hälfte des Buchs ausmacht, sehr gut gefallen. Wobei es mir insbesondere jenes Kapitel angetan hatte, wo Jyn auf ihre erste richtige Mission geht – und sich dabei schließlich in einer Situation wiederfindet, wo sie einen Gegner erschießen muss. Dass sie es trotz allem Training, und der Vorbereitung sowie Indoktrination von Saw nicht schafft, einfach so den Abzug zu drücken, fand ich sehr eindringlich – und nachfühlbar – beschrieben. Aber auch Aber auch Saw Gererra gewinnt durch seinen Auftritt hier – und nicht zuletzt auch darin, wie weit er zu gehen bereit ist, um Jyns Geheimnis zu beschützen – deutlich an Profil (wobei seine Auftritte bei "Rebels" dazu zweifellos ebenfalls schon ihren Teil beigetragen haben).

Allerdings: Nachdem Saw und Jyn dann schließlich voneinander getrennt werden (ein Ereignis, von dem wir aus "Rogue One" natürlich schon wussten, dass es früher oder später eintreten muss) vollzieht "Jyn, die Rebellin" jedoch einen ziemlich starken narrativen Bruch. Und auch wenn das was danach kam ebenfalls nicht schlecht war, konnte Beth Revis meines Erachtens dort dann an die gelungene erste Hälfte nicht mehr ganz anknüpfen. Einerseits dürfte dies daran liegen, dass so manche Elemente – wie die Jugendromanze – doch ziemlich klischeehaft, und einzelne Entwicklungen auch sehr vorhersehbar waren. Zudem fand ich die zweite Hälfte auch etwas zerfahren, zuerst mit ihrem längeren Aufenthalt bei der Familie, dann der Flucht zur Raumstation, und schließlich jener Mission, die dafür sorgt, dass sie vom Imperium verhaftet wird. Und generell fand ich irgendwie, dass es der Autorin nicht ganz gelang, aus der Art und Weise, wie Jyn aus dem vermeintlich friedlich-idyllischen Leben aufgrund der sich immer weiter streckenden Hand des Imperiums auf brutalste Art und Weise wieder herausgerissen wird, nicht ganz das Optimum herausgeholt hat. Aber auch ihr kurzes, unfreiwilliges Bündnis mit der korrupten imperialen Offizierin hinterließ bei mir irgendwie nicht wirklich Eindruck. Schließlich gibt Beth Revis auch einen Einblick in Jyns Gefangenschaft, wobei die betreffenden Kapitel die Chronologie des Romans durchbrechen, und zwischendurch immer wieder eingestreut sind. Diese stellen ihre trist-, trost- und hoffnungslose Existenz dort zwar grundsätzlich gut dar, der Erkenntnisgewinn hielt sich allerdings – im Vergleich zum diesbezüglich durchaus interessanten Rest des Romans – fast schon notgedrungen eher in Grenzen. Immerhin, die letzte Szene, die direkt in "Rogue One" überleitet (oder genauer gesagt, während diesem spielt), hatte es mir dann sehr angetan; nicht zuletzt auch, dass einen dies die weiteren Ereignisse aus dem Film noch mal in Erinnerung ruft. Und das Wissen, zu welchem tragischen, frühen Ende Jyns Leben zusteuerte, gibt dem ganzen Roman rückblickend dann nochmal mehr (emotionales) Gewicht.

Fazit: "Jyn, die Rebellin" füllt die Lücke zwischen dem Prolog und der eigentlichen Geschichte aus "Rogue One", und erzählt – natürlich mit dem einen oder anderen zeitlichen Sprung – Jyn Ersos Vorgeschichte. Von ihrer Rettung durch Saw als kleines Kind, über ihre gemeinsamen Jahre (wo sie von ihm auch schon auf den Kampf gegen das Imperium vorbereitet wird), bis hin zu ihren Erlebnissen, nachdem sich die Wege von Saw und ihr trennten. Ersteren Teil fand ich dabei allerdings wie ich gestehen muss um einiges packender und interessanter als die zweite Hälfte, wo ich den Roman stellenweise doch etwas banal, klischeehaft und vorhersehbar fand. Und generell muss ich sagen, dass ich "Jyn, die Rebellin" zwar durchaus kurzweilig und interessant fand, aber jetzt nicht unbedingt den Eindruck hätte, dass die hier geschilderte Vorgeschichte essentiell wäre und/oder die Figur groß aufwerten würde. Als Fan des Films kann man sich diesen Prequel-Roman aber ruhig zu Gemüte führen.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2017 Panini, gestaltet von Brian Rood)





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