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Harry Potter und der Orden des Phönix Drucken E-Mail
Für mich das beste Buch der Reihe Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 20 Juni 2020
 
Titel: "Harry Potter und der Orden des Phönix"
Originaltitel: "Harry Potter and the Order of the Phoenix"
Bewertung:
Autorin: J.K. Rowling
Übersetzung: Klaus Fritz
Umfang: 1.022 Seiten (D)
Verlag: Carlsen (D), Bloomsbury (E)
Veröffentlicht: Oktober 2003 (D), 21. Juni 2003 (E)
ISBN: 978-3-551-55555-9 (D)
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Lord Voldemort ist zurückgekehrt – eine Tatsache, der sich jedoch nicht jede/r in der Welt der Zauberei stellen will. Während Albus Dumbledore Harry Potters Bericht Glauben schenkt und deshalb den Orden des Phönix, der vor rund fünfzehn Jahren gegen den dunklen Lord und seine Armee angetreten ist, reaktiviert, verschließt insbesondere das von Cornelius Fudge geführte Zaubereiministerium die Augen vor der schrecklichen, furchterregenden Wahrheit. Den Daily Prophet als Sprachrohr benutzend, bemüht man sich mit allen Mitteln, die Glaubwürdigkeit von Harry und Dumbledore anzugreifen, und sie in der Öffentlichkeit zu denunzieren. Dies führt dann auch dazu, dass das Zaubereiministerium mit Dolores Umbridge eine Großinquisitorin nach Hogwarts entsendet, die schon bald beginnt, das Leben an der Zauberschule auf den Kopf zu stellen, und langsam aber sicher in ein totalitäres System zu verwandeln. Doch das ist nicht das einzige Problem, dem sich Harry Potter und Freunde in ihrem fünften Schuljahr stellen müssen. So stehen mit den OWLs wichtige Prüfungen bevor, die für den weiteren Verlauf ihres Lebens, und ihre Karrieremöglichkeiten, entscheidend sind. Vor allem aber ist Harry Potter wegen seiner immer stärker werdenden Verbindung zu Lord Voldemort besorgt, die sich in immer häufiger auftretenden Albträumen ausdrückt – und die ihn immer wieder in eine ganz bestimmte Abteilung des Zaubereiministeriums führen. Worauf hat es der dunkle Lord dort abgesehen?

Review: Nachdem die Romane der "Harry Potter"-Reihe bereits mit jedem Band länger wurden, macht sie hier mit "Der Orden des Phönix" noch einmal einen ganz besonders großen Sprung – ist dieser doch fast so lang wie die ersten drei Bücher der Reihe zusammengenommen. Manche mögen ihn zugleich als zu lang empfinden, und ja, ich gebe zu, man hätte vielleicht da und dort ein klein wenig kürzen können. Trotzdem halte ich "Harry Potter und der Orden des Phönix" für den besten Teil der Reihe. Ja, das Ende von "Harry Potter und der Feuerkelch" mag noch die Spur dramatischer und schockierender gewesen sein, aber "Harry Potter und der Orden des Phönix" hat es einfach von der ersten bis zur letzten Seite geschafft, mich zu fesseln, und begeisterte mich dabei darüber hinaus mit seiner Vielschichtigkeit. Auf der einen Seite wird natürlich die Geschichte rund um Harry und Lord Voldemort fortgeführt, und das ist zweifellos ein wichtiger Teil des Romans – aber eben nicht alles, worum es hier geht. So behandelt Rowling hier unter anderem Propaganda, und generell die Rolle der Presse. Man kann die Weigerung des Zaubereiministeriums – und in Folge dessen des Daily Prophet – Lord Voldemorts Rückkehr als Tatsache zu akzeptieren, unter anderem als Parallele zu den in den 0er-Jahren immer lauter werdenden und viel zu lange ignorierten Stimmen rund um die Klimakrise lesen, letztendlich ist die Thematik aber zeitlos, und wird wohl leider in 100 Jahren immer noch so aktuell sein, wie sie das heute ist. Rowling entlarvt dabei einerseits die Mechaniken, in der Art und Weise, wie Harry Potter in den Augen der Öffentlichkeit der Lächerlichkeit preis gegeben und damit seine Glaubwürdigkeit angegriffen werden soll (und zeigt dabei zugleich sehr schön, wie schnell mal in Ungnade fallen kann, wurde Harry doch in den Jahren davor von der Presse gefeiert und zum Helden hochstilisiert), und, was fast noch wichtiger ist, macht den Leser aufgrund unserer Verbindung zur Hauptfigur diesbezüglich richtiggehend wütend. Vor allem diese emotionale Reaktion ist wichtig; im Idealfall wird der geneigte Leser hier auch im richtigen Leben dazu animiert, nicht alles was irgendwo zu lesen ist als bare Münze zu nehmen, sondern kritisch zu hinterfragen.

Fast noch wichtiger als das finde ich jedoch die Art und Weise, wie sie hier das Aufkommen von Faschismus behandelt. Dolores Umbridge ist generell für mich die interessanteste Gegenspielerin der Reihe. Lord Voldemort ist einfach nur der recht typische Bösewicht, der die Welt erobern und den Helden töten will. Klar, sehr vereinfacht; auch bei ihm gibt es durchaus interessante Aspekte, trotzdem ist er von allen Figuren der Reihe wohl am deutlichsten als finster/böse gezeichnet. Das faszinierende an Dolores Umbridge ist jedoch, dass sie von sich denkt, sie wäre ein guter Mensch, und dass das was sie tut zum Wohle der Schülerinnen und Schüler sei. Mit der immer größeren Einschränkung der persönlichen Freiheit (aufgrund der immer länger werdenden Liste an Verordnungen), sowie in weiterer Folge der mit Sonderrechten ausgestatteten Polizeitruppe zeigt Rowling hier auf so anschauliche wie zielgruppengerechte Art und Weise sowohl die Funktionsweise als auch die Niedertracht von faschistischen, totalitären Systemen auf – was ich gerade auch im Alter der Hauptzielgruppe als ungemein wichtig erachte. Darüber hinaus beschäftigt sich J.K. Rowling in diesem Roman aber auch mit einem deutlich persönlicheren Thema. So neigt man als Kind – vorausgesetzt, man hat das Glück, in einem liebevollen Haushalt aufzuwachsen – dazu, die eigenen Eltern zu idolisieren. Für Harry gilt das vermutlich sogar insofern noch mehr, als er diese nie kennengelernt hat. Daraufhin ist in seinem Kopf diese Idealvorstellung von ihnen entstanden – die durch Snapes Erinnerung hier nun auf eine harte Probe gestellt wird, wird er doch Zeuge, wie sein Vater Snape grundlos drangsaliert. Was halt so überhaupt nicht zu jenem Bild seines Vaters passt, dass Harry in seinem Kopf erschaffen hat. Dieses zunehmende verwischen der Grenzen zwischen schwarz und weiß betrifft übrigens auch Sirius Black, der halt auch nicht dieser unfehlbare Ersatzvater ist, als den Harry ihn betrachtete, auf der anderen Seite des Spektrums aber auch die Dursleys. Klar ist die Art und Weise, wie sie Harry in den ersten Jahren seines Lebens behandelt haben, indiskutabel, und zutiefst verachtenswert. Wenn man jedoch erkennt, dass insbesondere Petunia aus einer Motivation der Angst agierte, und nicht etwas aus reiner Boshaftigkeit, erscheint auch sie gleich in einem ganz anderen Licht.

Eingebettet ist all dies – und auch die teils abstrakteren Elemente wie die Kritik an Faschismus und Propaganda – in einer Story, welche die Zielgruppe im Idealfall insofern perfekt abholen sollte, als sie Dinge behandelt, mit denen sie sich in ihrem eigenen Leben zu diesem Zeitpunkt auch befassen müssen. Neben der ersten Beziehung von Harry, die nicht wirklich glücklich verläuft (und aufzeigt, dass eine starke gegenseitige Anziehung nicht immer zwingend eine langfristige, glückliche Beziehung bedeuten muss; die beiden passen letztendlich nicht wirklich zueinander, wobei sich insbesondere Cedrics Schatten als zu groß erweisen soll), bezieht sich dies in erster Linie auf das immer stressiger und belastender werdende Leben an der Schule. Eben dieser Aspekt ist in den vorangegangenen Romanen ja zunehmend in den Hintergrund gerückt; hier legt sie – und das, sofern man mit der Harry Potter-Reihe quasi mitwächst, genau zu jenem Zeitpunkt, wo die Schule auch im Leben der Hauptzielgruppe an Bedeutung gewinnt – nun wieder stärker den Fokus darauf. Wobei sie es zugleich auf bestechende Art und Weise schafft, auch ältere Leser wie mich wieder in die Schulzeit zurückzuversetzen. Nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass dies im Leben von Jugendlichen nun mal ebenfalls ein überaus bedeutsamer und großer Teil ist, halte ich es für absolut richtig, wichtig und gut, dies hier nun wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken – und so dafür zu sorgen, dass sich die Zielgruppe umso stärker mit Harrys Mühen in seinem fünften Schuljahr identifizieren kann. Zu all diesen Stärken – wobei die unterschiedlichen hier behandelnden Thematiken den Roman auch sehr vielschichtig und abwechslungsreich machen – gesellen sich dann noch der eine oder andere interessante Neuzugang, wie Luna Lovegood, aber auch die weitere Entwicklung praktisch aller Figuren, wobei insbesondere der Weg, den die Weasley-Zwillinge einschlagen, für mich damals durchaus überraschend war. Darüber hinaus war auch "Harry Potter und der Orden des Phönix" wieder gewohnt gut und hochwertig geschrieben. Wie zuvor erwähnt gelang es ihm zudem, mich von Beginn an zu fesseln. Und schließlich steigert sich die Geschichte dann auch hier wieder zu einem dramatischen Höhepunkt, der durch die Art und Weise, wie Harry durch seine Bemühungen, Sirius Tod zu verhindern, diesen erst auslöst, eine ganz besondere Tragik erhält. Das abschließende lange Gespräch mit Dumbledore stellt dann schließlich – mit der Offenbarung, dass Harry und/oder Voldemort durch die Hand des jeweils anderen sterben müssen, wenn sie selbst weiterleben wollen – die Weichen für den Rest der Reihe.

Fazit: "Harry Potter und der Orden des Phönix" ist nicht nur der längste, sondern für mich auch der beste Teil der Reihe. Hauptverantwortlich dafür ist für mich seine Vielschichtigkeit, und wie sich Rowling hier wieder auf so ansprechende wie zielgruppengerechte Art und Weise mit wichtigen Themen wie Faschismus, totalitären Systemen und Propaganda auseinandersetzt, diese teils abstrakten Begriffe greif- und spürbar macht, und sie zugleich mit normalen Jugend-Themen wie einem zunehmenden Leistungsdruck an der Schule, der ersten Beziehung, oder auch dem Zusammenbruch des idealisierten Bildes von den eigenen Eltern kombiniert. Darüber hinaus lernen wir hier wieder einige interessante neue Figuren kennen, und zugleich auch die eine oder andere neue Facette der bereits bekannten Charaktere, die sich auf so wundervolle wie lebensnahe Art und Weise weiterentwickeln. Eingebettet wird all dies in eine packende Geschichte rund um die immer größer werdende Bedrohung durch Lord Voldemort und seine Anhänger, die schließlich in einer weiteren höchst tragischen Wendung kulminiert, und mit der Offenbarung der besonderen Verbindung zwischen Voldemort und Harry dem Rest der Reihe den Weg ebnet. Für mich stellt "Harry Potter und der Orden des Phönix" im Bereich der Jugend/Fantasy-Literatur jedenfalls einen Meilenstein dar.

Bewertung: 5/5 Punkten
Christian Siegel





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