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Harry Potter und der Gefangene von Askaban Drucken E-Mail
Kann dem Film nicht ganz das Wasser reichen Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 09 Mai 2020
 
Titel: "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"
Originaltitel: "Harry Potter and the Prisoner of Azkaban"
Bewertung:
Autorin: J.K. Rowling
Übersetzung: Klaus Fritz
Umfang: 448 Seiten (E)
Verlag: Carlsen (D), Bloomsbury (E)
Veröffentlicht: 1999 (D), 08. Juli 1999 (E)
ISBN: 978-3-551-35403-7 (D), 978-1-408-85591-7 (E)
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die Welt der Zauberer und Hexen ist in Aufruhr: Sirius Black, ein gefürchteter Zauberer und treuer Diener von Lord Voldemort, ist aus dem Gefängnis von Askaban ausgebrochen. Man befürchtet, dass er es auf Harry Potter – den Jungen, der überlebt hat – abgesehen haben könnte, weshalb man Hogwarts von den fürchterlichen Wächtern Askabans, den Dementoren, bewachen lässt. Doch genau diese scheint Harry aus ihm unerfindlichen Gründen geradezu anzuziehen. So kommen sie z.B. auch an Borg des Hogwarts-Express, und überfallen Harry, der daraufhin ohnmächtig wird – sehr zur Freude von Draco Malfoy, der sich deswegen ausgiebig über ihn lustig macht. Davon abgesehen ist für Harry die Rückkehr nach Hogwarts aber wieder ein Grund zur Freude – nicht zuletzt auch, da er nun wieder mit seinen besten Freunden, Ron Weasley und Hermine Granger, vereint ist. Auch die Stunden in der Verteidigung der dunklen Künste haben es ihm dank ihres neuen Professors Lupin angetan. Und der Unterricht rund um gefährliche Kreaturen wird gar von ihrem guten Freund Hagrid übernommen. Allerdings kommt es bereits bei dessen erster Stunde zu einem Eklat, als sich Draco nicht an seine Anweisung hält und durch einen Hippogreif verletzt wird. Daraufhin setzt sich Dracos Vater Lucius dafür ein, dass das Tier hingerichtet wird. Doch auch aufgrund der ständigen Bedrohung durch die Dementoren, sowie dem vermeintlich im Gebiet rund um Hogwarts lauernden Sirius Black liegt ein dunkler Schatten über Harrys drittem Schuljahr – nicht zuletzt, als er dann erfährt, was genau Sirius damals getan hat, und dass er es war, der die Potters an Lord Voldemort verraten hat…

Review: Kurzer Exkurs zu den Filmen (denn die Romane habe ich ja erst nach dem Kinostart von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2" zum ersten Mal gelesen): Von den ersten beiden, von Chris Columbus inszenierten, Potter-Filmen war ich noch eher nicht so begeistert. Diese waren aus meiner Sicht noch in erster Linie Kinder- und erst in zweiter Linie Fantasy-Filme, und konnten sich mit dem "Herrn der Ringe" in keinster Weise messen. Dies änderte sich dann mit "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" – der ersten Film der Reihe, der mich so richtig begeistern konnte, den ich auf einem Level mit den "Herr der Ringe"-Filmen sehe, und auch nach wie vor mein "Harry Potter"-Lieblingsfilm. Bis zu einem gewissen Grad ist dies natürlich der Geschichte und damit eben auch der Romanvorlage von J.K. Rowling zu verdanken. Mit dem Ausbruch von Sirius Black ist von Beginn an für Spannung gesorgt. Es gelang ihr aus meiner Sicht hier auch sehr gut, einen Roman zu schreiben, der – mit einer Ausnahme – durchgehend spannend und unterhaltsam bleibt. Ich mochte sowohl den Einstieg, den Mittelteil, als auch das Finale. Auch für die Idee mit dem Zeitumkehrer und dementsprechend der Zeitreise am Ende ist sie zu loben. Wie mir generell gefiel, dass nach dem Duo Harry und Ron am Ende von "Kammer des Schreckens" hier nun Harry und Hermine das Finale gemeinsam bestritten. Die Informationen über Sirius Black und die Vorgeschichte zur Reihe sind sehr gut über den Roman verteilt, so dass man dran bleibt, um mehr zu erfahren. Und generell entwickelt sich die Geschichte interessant weiter, und tauchen wir wieder etwas tiefer in dieses von ihr geschaffene Universum ein. Wunderbar fand ich auch die neu geschaffene Figur des Professor Lupin; endlich mal ein so kompetenter wie sympathischer "Verteidigung gegen die dunklen Künste"-Lehrer! Sehr spannend fand ich auch, dass Hermine hier mal auf ein Fach trifft, das ihr nicht wirklich liegt, und sich sogar mit einer Lehrerin anlegt. Und nicht zuletzt auch mit dem Streit zwischen Hermine und Ron fängt J.K. Rowling die übliche Dynamik solcher junger Freundschaften sehr gut ein. Last but not least ist das ganze gewohnt gut, hochwertig und vor allem auch gewitzt geschrieben. Macht insgesamt einen Roman, der die "Kammer des Schreckens" wieder deutlich hinter sich lässt.

Jedoch: Mit der Verfilmung kann sich die Vorlage in meinen Augen leider nicht ganz messen. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass "Der Gefangene von Askaban" inszenatorisch aus meiner Sicht von der kompletten achtteiligen Filmreihe mit Abstand der Herausragendste ist. Alfonso Cuarón hat hier, mit kräftiger Unterstützung durch John Williams, echt ein kleines Fantasy-Meisterwerk erschaffen. Gerade auch so großartig inszenierte Momente wie der Flug auf dem Hippogreif, oder auch der Einsatz des Patronus-Zaubers am Ende, haben halt wenn man sie nur liest längst nicht die gleiche Wirkung wie im Kinosaal oder auch nur dem Heimkino. Generell merkt man im direkten Vergleich, dass der Film doch noch die Spur mehr Raffinesse bietet, und Steve Kloves da und dort auf die Vorlage sehr gut aufbaute und diese erweiterte. So mag der Roman zwar grundsätzlich durchaus von der Idee einer kleinen Zeitreise – eine meiner Vorlieben – profitieren, allerdings macht Rowling letztendlich vergleichsweise wenig draus. Einfälle wie z.B. rund um das Steinewerfen, die für mich diese Sequenz im Film so auszeichnete, sucht man hier leider vergeblich. Was ebenfalls ein bisschen negativ auffällt ist, dass sich Rowling hier nun schon zum dritten Mal dem gleichen Erzählmuster bedient, nämlich: Die verdächtige Person ist letztendlich unschuldig, während eine andere Figur, die sich die ganze Zeit in der Nähe befand, in Wahrheit für die Ereignisse verantwortlich war. Zugegebenermaßen war dies innerhalb der Reihe noch nie so clever ausgearbeitet wie hier. Dennoch beginnt diese ständige Wiederholung des gleichen Musters ein bisschen negativ aufzufallen. Einzelnes ist zudem – zumindest für erwachsene Augen – etwas gar offensichtlich, wie z.B. im Hinblick auf Professor Lupin (schon allein der Name verrät ja eigentlich schon alles). Vor allem aber ist es die eine zuvor erwähnte Ausnahme, die verhindert, dass ich "Der Gefangene von Askaban" höher bewerten kann als "Der Stein der Weisen". Denn nachdem der Roman die ganze Zeit über sehr flüssig erzählt war, und sich konsequent – und interessant – vorwärtsbewegte, legt Rowling dann auf einmal in der Heulenden Hütte eine Vollbremsung hin, und nimmt sich mehrere Kapitel Zeit, um den Plot in aller Ruhe aufzudröseln. In dieser Ausführlichkeit wäre dies aber dann doch nicht notwendig gewesen; mindestens ein Kapitel hätte sich da schon einsparen lassen. Zumal dieser Teil des Romans auch ein bisschen mit Harrys Begriffsstutzigkeit nervt. Schade, denn ohne diese wirklich zähen Kapitel wäre "Der Gefangene von Askaban" das bislang beste Buch der Reihe gewesen!

Fazit: "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" konnte mir wieder um einiges besser gefallen als der unmittelbare Vorgänger, kommt für mich aber leider nicht ganz an den Film (in meinen Augen ein kleines Fantasy-Meisterwerk) heran. Cuaròn, Kloves und Williams haben hier einfach ungemein viel aus der Vorlage herausgeholt, und vor allem die Höhepunkte dank der Inszenierung aufgewertet. Vor allem aber legt der Roman, der ansonsten ein echter page-turner ist und sich überaus flott und flüssig liest, beim Gespräch in der Heulenden Hütte eine Vollbremsung hin. Über mehrere Kapitel wird hier alles ausführlich und mit der Zeit leider auch etwas erschöpfend dargeboten; hier wäre weniger mehr gewesen. Davon abgesehen ist aber auch "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" ein überaus gelungener Fantasy-Roman – und ein wirklich zauberhaftes Kinderbuch – dass neben einer spannenden und interessanten Geschichte und den wieder sehr schön getroffenen Figuren vor allem auch mit J.K. Rowlings gehoben-gewitztem Schreibstil besticht.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel





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