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Picard - 1x06: Die geheimnisvolle Box Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Amazon

Originaltitel: The Impossible Box
Episodennummer: 1x06
Bewertung:
Erstausstahlung USA: 27. Februar 2020 (CBS)
Erstausstahlung D: 28. Februar 2020 (Amazon Prime)
Drehbuch: Nick Zayas
Regie: Maja Vrvilo
Hauptdarsteller: Patrick Stewart als Jean-Luc Picard, Isa Briones als Soji Asha, Michelle Hurd als Raffi Musiker, Alison Pill als Dr. Agnes Jurati, Evan Evagora als Elnor, Santiago Cabrera als Cristobal 'Chris' Rios, Harry Treadaway als Narek.
Gastdarsteller: Jonathan Del Arco als Hugh, Peyton List als Narissa Rizzo, Barbara Eve Harris als Captain Emily Bosch, Sumalee Montano als Mom AI, Marti Matulis als xB Worker, Ella McKenzie als Young Soji, Rico McClinton als Older xB, Charlie Newhart als Romulan Guard u.a.


Kurzinhalt: Vom kurz darauf verstorbenen Bruce Maddox hat Jean-Luc Picard erfahren, dass sich Soji auf dem sogenannten Artefakt aufhält – einem alten Borg-Kubus, der von romulanischen Wissenschaftlern erforscht wird. Dies bedeutet, dass sich der frühere Captain der Enterprise seinem größten Trauma noch einmal stellen muss: Seiner Entführung durch die Borg, und die darauffolgende Transformation in Locutus. Dank Raffi erhält er dann tatsächlich den für den Besuch benötigten diplomatischen Status, darf jedoch nur ohne Begleitung auf den Kubus beamen. Immerhin erwartet ihn dort mit Hugh – dem Direktor der Einrichtung – ein freundliches Gesicht. Nun müssen sie nur mehr Soji aufspüren. Dies erweist sich jedoch als schwieriger als gedacht, denn parallel dazu ist es Narek gelungen, in ihr Zweifel an ihrer wahren Herkunft zu schüren. Mittlerweile hat sie herausgefunden, dass alles in ihrer Wohnung – inklusive angeblicher Fotos und Zeichnungen aus ihrer Kindheit – nur 37 Monate alt ist. Narek bringt sie daraufhin in einen romulanischen Gebetsraum, wo er mit ihr meditieren will. Denn in Sojis Träumen ist genau jene Information versteckt, auf die er und Narissa es abgesehen haben…

Denkwürdige Zitate: "You know Picard. Every part of that guy that's not ego is rampaging id."
(Raffi über ihren früheren Captain.)

Review (Achtung, enthält Spoiler!): Episodenbild (c) Amazon Vorweg: "Die geheimnisvolle Box" war zweifellos die beste Folge der Serie seit dem nostalgisch geprägten Auftakt. Ähnlich begeistert wie sich manch andere seit gestern zeigen bin ich aber leider nicht. Dies liegt einerseits an den schablonenhaften, eindimensionalen Figuren, die ich nach wie vor extrem austauschbar und uninteressant finde, und die in erster Linie dafür da zu sein scheinen, um eine oder mehrere bestimmte Funktionen innerhalb der Geschichte zu erfüllen. Ihr könnt über "Der Mächtige/Mission Farpoint" so viel lästern wie ihr wollt, aber dort hatte ich nach 90 Minuten einen wesentlich besseren Eindruck von den neuen Charakteren, als bei "Picard" nach der dreifachen Laufzeit. Und das, während nebenbei auch noch eine gefällige Geschichte inkl. eines netten kleinen Rätsels erzählt wurde. Bei "Picard" habe ich in der sechsten Folge immer noch nicht wirklich den Eindruck, außer Picard jemand gut zu kennen, geschweige denn zu mögen (vielleicht mit Ausnahme von Raffi, da dies aber fast ausschließlich auf den Roman "Die letzte und einzige Hoffnung" zurückzuführen ist, tue ich mir schwer, dies der Serie anzurechnen). Die so fade wie offensichtliche und damit vorhersehbare Romanze zwischen Aggi und Rios, sowie die einfallslose Art und Weise, wie das Finale zwischen Narek und Soji hier die letzte Szene der Episode zuvor widerspiegelt, tun ihr übriges.

Am Augenscheinlichsten ist es aber ohnehin bei Elnor. Der bekommt hier über weite Strecken nichts weiter zu tun, als im Hintergrund zu stehen, ist dann aber halt genau zum richtigen Moment zur Stelle, um seine Funktion zu erfüllen, und Picard und Soji die Flucht zu ermöglichen (warum auch immer er nicht einfach mit ihnen mitkommen konnte; hätte kürzer gedauert als die Diskussion "Komm mit!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Doch!" "Nein!" "Oh!"). Überhaupt wurde mir hier nun bei "Die geheimnisvolle Box", wo die beiden Handlungsstränge zusammenliefen, bewusst, dass sich die Autoren mit ihrem Konzept für die erste Staffel ein bisschen in eine Sackgasse geschrieben haben. Auf der einen Seite finde ich es ja wirklich mal schön und erfrischend, dass nicht wieder die Erde, ein Sonnensystem, oder überhaupt gleich die gesamte Galaxis retten muss, sondern "nur" ein Leben auf dem Spiel steht. Andererseits stellst du dich damit als Autor selbst vor ein Dilemma. Weil weder willst du, dass Soji eine reine, unfähige, passive Figur ist, die sich in bester (?) Fräulein in Nöten-Manier retten lassen muss, noch dass Jean-Luc Picard die weite Reise auf sich nimmt nur damit sich Soji eh schon selbst befreit hat – weil das wäre dann halt erzählerisch doch eher unbefriedigend. Allerdings hätte ich es besser gefunden, und wäre es kein großes Problem gewesen, wenn Soji ihre wahre Natur halt erst im Gespräch mit Picard herausgefunden hätte. Das wäre ihnen aber wohl nicht dramatisch genug gewesen. Und so kommt es hier nun schließlich zu dem Zufall galaktischen Ausmaßes, dass JL und Hugh aber ganz genau in der richtigen Sekunde vor Ort sind, um Soji helfen zu können. Nun kommt dieses Klischee zugegebenermaßen bei dramatischen Erzählungen immer wieder mal zur Anwendung, aber da sind wir halt wieder bei den Besonderheiten einer fortlaufenden Handlung. Weil wenn du nur eine 45-minütige Folge hast, fällt es halt nicht ganz so auf, und/oder wirkt es nicht ganz so konstruiert, als wenn zwei über 270 Minuten erzählte Handlungsstränge bzw. sich über Wochen erstreckende Geschichten dann auf einen derartigen dramaturgischen Höhepunkt hinauslaufen. Ich mein, wenn man nur an die ganzen Zwischenstopps denkt, die Picard teilweise eingelegt hat, und so weiter. Was sich da alles zutragen musste, damit sich das hier nun genau auf diese eine Sekunde ausgehen kann. Wirklich nachdenken darfst du da drüber nicht, sonst fällt die Episode schneller in sich zusammen, als ein Iglu in Vulcans Glühofen.

Episodenbild (c) Amazon Ich könnte jetzt noch einige weitere Kritikpunkte anführen, wie die extrem klischeehafte Szene, wo Raffi eine alte Kollegin/Freundin/Ex? um Hilfe bittet, und dann für eigentlich eine Nicht-Leistung, weil die eh gleich einwilligt, Applaus kassiert, als wäre die gerade auf dem Mond gelandet. Oder auch, dass die "Picard"-Macher sich bei langjährigen, bestens bekannten Völkern wie den Romulanern immer wieder völlig aus dem Nichts kommende Dinge einfallen lassen, weil sie glauben, sie zu brauchen (der Gebetsraum, der geheime zweite Name der nur Familienmitgliedern vorbehalten ist, usw.). Und auch, warum das MHN den Mord an Bruce Maddox nicht gemeldet hat, bleibt völlig offen – man versucht ja nicht einmal, das halbwegs plausibel zu erklären. Das ist genau diese Faulheit, die mich am modernen "Pipi Langstrumpf-Star Trek" (zur Erklärung dieser Referenz verweise ich auf meine Kritik zu "Gedenken") so stört, wo man sich einfach alles so hinbiegt, wie man's gerade braucht, ohne Rücksicht auf Kontinuität, Logik, oder auch Plausibilität. Und auch die Art und Weise, wie man für vergessliche oder neue Zuschauer die Geschichte Picard/Borg nochmal aufrollt, wirkte extrem verkrampft. Doch ich will nicht länger meckern. Fakt ist: Im Gesamtpaket hat das diese Woche für mich wieder wesentlich besser funktioniert, als zuletzt.

Hauptgrund dafür ist Picards Rückkehr auf einen Borg-Kubus, die man wirklich phantastisch umgesetzt hat. Grundsätzlich profitiert die gesamte Folge schon mal von Jean-Lucs offenkundig immer noch nicht verarbeiteten Trauma (dem man sich Ende der letzten Episode, wo er davon erfuhr, dass sie sich auf dem Artefakt aufhält, ja noch nicht so richtig widmen konnte). Absolut großartig war z.B. jene Szene, wo Jean-Luc ein paar damalige Berichte aufruft, und sich das Bild von Locutus genau mit seinem Gesicht überlagert. Keine Ahnung, ob das schon in Nick Zayas Drehbuch stand, oder Maja Vrvilo diese Idee dann spontan während den Dreharbeiten hatte, aber es war jedenfalls eine der am besten und cleversten inszenierten Szene der kompletten Serie bislang. Wunderbar auch, wie man Picards Rückkehr auf den Borg-Kubus umgesetzt hat, und nicht zuletzt durch einige sehr gut platzierte Ausschnitte aus "Der erste Kontakt" verdeutlicht, wie diese ganzen traumatischen Erinnerungen in diesem Moment über ihn hereinbrechen. Das war sowohl inszenatorisch verdammt gut gemacht, als auch von Patrick Steward sensationell gespielt. Aber auch das darauffolgende, herzliche Wiedersehen zwischen ihm und Hugh fand ich einfach nur wunderbar. Jedenfalls: In Picards Besuch auf dem Artefakt, und all dem, was damit einherging, lag für mich mit Abstand die größte Stärke von "Die geheimnisvolle Box". Generell fand ich es positiv, dass hier nach dem fünf Folgen umfassenden Prolog die Geschichte nun endlich Fahrt aufnahm, und die bislang getrennten Handlungsstränge Picard/Soji zusammengeführt wurden. Sehr nett war zudem der kleine Rückgriff auf "Voyager" (mit dem Portal der Sikarianer aus "Das oberste Gesetz"). Und auch die Träume von Soji waren sehr gut umgesetzt (wobei es mir vor allem die Idee rund um die Holzpuppe – Pinocchio lässt grüßen – angetan hatte), und die junge Soji ausgesprochen gut gecastet. In der nächste Folge dürfte es also nun zum langersehnten Wiedersehen mit Riker und Troi kommen – schauen wir mal, was uns dort dann erwartet.

Fazit: Episodenbild (c) Amazon "Die geheimnisvolle Box" war für mich definitiv die beste "Picard"-Folge seit der – nostalgische Gefühle auslösenden, und diese eben auch gekonnt für sich nutzenden – Premiere. Die Episode profitierte dabei vor allem von der Idee, Jean-Luc Picard mit seinem größten Trauma zu konfrontieren, und ihn hier nun zum ersten Mal seit "In den Händen der Borg"/"Angriffsziel Erde" wieder auf einen Borg-Kubus zurückkehren zu lassen. Wie schwer ihm dies fällt, wird von Patrick Stewart überaus eindringlich gespielt, und zudem durch die wirklich sehr gute und teilweise clevere Inszenierung (die Überlagerung von Picards Gesicht mit dem Bild von Locutus, die Ausschnitte aus "Der erste Kontakt" nach seiner Ankunft auf dem Kubus) auch sehr gut veranschaulicht. Sehr gefreut habe ich mich zudem das seit seinem ersten Auftritt bei "Picard" von mir herbeigesehnte Wiedersehen mit Hugh, das sehr herzlich ausgefallen ist. Und generell ging bei "Die geheimnisvolle Box" nach fünf Prolog-Episoden hier nun endlich etwas weiter, und wurden die beiden dominierenden Handlungsstränge zusammengeführt. Die Figuren bleiben jedoch nach wie vor weitestgehend uninteressant, und scheinen in erster Linie da zu sein, um eine bestimmte Funktion innerhalb der Geschichte zu erfüllen. Wieso Elnor am Ende nicht mitkam, wollte mir nicht einleuchten, und wirkte wieder mal sehr konstruiert. Vor allem aber muss man den wirklich enorm großen Zufall, dass Picard und Soji in genau diesem entscheidenden Moment, nach einer fast sechs Folgen langen Vorarbeit (und mindestens so vielen Wochen in "Story-Zeit"), zusammenkommen, erst mal schlucken müssen. Immerhin haben wir die Vorarbeit nun offensichtlich endlich hinter uns – nun gilt es abwarten (und Earl Grey-Tee trinken), ob es den Machern gelingen wird, die nach wie vor offenen Fragen auf zufriedenstellende Art und Weise zu beantworten.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2020 Amazon Prime)




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