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Originelle Variante eines altbekannten Themas Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 19 Oktober 2019
 
Halloween-SPECiAL

 
Freaks
Originaltitel: Freaks
Produktionsland/jahr: Kanada/USA 2018
Bewertung:
Studio/Verleih: Bloomgarden Films/Splendid Film
Regie: Zach Lipovsky & Adam B. Stein
Produzenten: U.a. Jordan Barber, Mitchell Waxman, Zach Lipovsky & Adam B. Stein/td>
Drehbuch: Zach Lipovsky & Adam B. Stein
Filmmusik: Tim Wynn
Kamera: Stirling Bancroft
Schnitt: Sabrina Pitre
Genre: Science Fiction/Thriller
Heimkino-Premiere Deutschland: 31. Januar 2020
Kinostart USA: 13. September 2019
Laufzeit: 105 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Emile Hirsch, Lexy Kolker, Bruce Dern, Amanda Crew, Ava Telek, Michelle Harrison, Matty Finochio, Grace Park u.a.


Kurzinhalt: Die kleine Chloe wächst wohlbehütet und von der Außenwelt völlig abgeschnitten im Haus ihres Vaters auf. Dieser hat ihr von klein auf eingetrichtert, wie gefährlich die Welt da draußen ist. Doch mit jedem Tag wird ihre Neugier darauf, was für der Türe auf sie wartet, größer. Bis sie eines Tages gegen die von ihrem Vater aufgestellten Regeln verstößt, und sich nach draußen begibt…

Review: Szenenbild. Damit, "Freaks" ins Programm des heurigen Halloween-SPECiALs zu nehmen, habe ich mir doch ein bisschen ein Ei gelegt. Ich meine, mir war sofort als ich den Film beim heurigen /slash Filmfestival gesehen habe klar, dass es sich bei ihm für mich neben "After Midnight" um das ganz große Genre-Highlight des heurigen Programms handelt, und ich es nicht erwarten konnte, für den Film die Werbetrommel zu rühren. Nur: Eben dies ist halt sauschwer, wenn man nicht zugleich den Lesern die Möglichkeit nehmen will, ihn so wie ich unter den bestmöglichen Voraussetzungen zu sehen. Nämlich, im Vorfeld so wenig wie möglich über ihn zu wissen. Ich kannte lediglich die Genre-Einstufung auf der IMDB (sobald ich die las, war mir klar, dass ich den sehen muss; so sehr ich das /slash Filmfestival liebe, aber die Science Fiction fristet für ein Programm, dass sich "Festival des fantastischen Films" nennt, leider doch eher ein Schattendasein), die Besetzung, das nebenstehende Bild aus dem Programmheft, und das Grundkonzept rund um einen Vater, der seine Tochter bei sich zu Hause einsperrt, um sie vor den Gefahren zu beschützen, die draußen in der Welt angeblich auf sie lauern. Ja nicht mal einen Trailer hatte ich gesehen. Und, ganz ehrlich: Wenn ihr in den letzten Jahren gelernt habt, mir zu vertrauen, dann nehmt diese Empfehlung, seht ihn euch wenn er Ende Januar 2000 fürs Heimkino rauskommt an, und lest erst dann weiter (auch wenn ich mich bemühe, so vage wie möglich zu bleiben und damit auch so wenig wie möglich zu verraten).

Die besagte Unwissenheit, wohin die Reise in weiterer Folge hingeht, ist vor allem auch für die erste halbe Stunde wichtig. Denn die lebt eben ausschließlich davon, dass man sich als Zuschauer fragt, was hier vor sich geht. Ist Chloes Vater verrückt, oder lauert da draußen tatsächlich eine nicht näher benannten Gefahr auf sie? Ich war aufgrund dieser packenden Ausgangssituation jedenfalls von der ersten Sekunde lang drin (und bin mir zugleich sicher, dass dies auch genau jener Teil sein wird, der bei einer Zweitsichtung einfach nicht mehr so gut funktionieren kann). Mir gefiel jedoch auch, wohin sich der Film in weiterer Folge entwickelt. Er mag dabei ein alles andere als unbekanntes Thema aufgreifen, aber die Art und Weise, wie er es umsetzt, fand ich sehr erfrischend. Niemand von uns kann jeden einzigen Film kennen der jemals das Licht der Filmwelt erblickte, insofern würde ich jetzt nicht behaupten, es wäre etwas nie dagewesenes. Ich kann aber zumindest behaupten, dass ich selbst es auf diese Weise noch nicht umgesetzt gesehen habe, und ich fand diesen Kontrast zu den deutlich populäreren Varianten des Themas überaus interessant. Dieser originelle Touch machte für mich jedenfalls viel vom Reiz des Films aus. Wie er generell über ein paar wirklich coole, originelle Einfälle verfügt (nehmt nur die Flucht; wenn ihr den Film gesehen habt, solltet ihr wissen, was ich meine). Generell hatte es mir einfach dieser ganze Aufbau des Films angetan, wie er mit dieser sehr interessanten, packenden Ausgangssituation startet, von der aus die Handlung sich in alle möglichen Richtungen hätte entwickeln können, und auf diesen klaustrophobischen Beginn dann aufsetzt. Auch Inszenierung, Soundtrack, Sounddesign usw. stechen hervor. Klar kann sich "Freaks" was das das Spektakel betrifft nicht mit großen Blockbustern messen, doch gerade auch angesichts des nicht allzu hohen Budgets fand ich die Produktionsqualität beachtlich. Und dann sind da noch die schauspielerischen Leistungen. Emile Hirsch, Bruce Dern, Amanda Crew, Grace Park – allesamt toll. Und allesamt werden sie von einer kleinen neunjährigen gnadenlos an die Wand gespielt. Nun wurden wir in den letzten Jahren ja was die Leistungen von KinderdarstellerInnen betrifft nun wahrlich verwöhnt; man denke nur an die Fanning-Schwestern. Lexy Kolker erweist sich jedoch als ein weiteres Ausnahmetalent auf mindestens deren Niveau. Die kleine spielt mit einer Natürlichkeit, von der sich so manch großer Name Hollywoods noch einiges abschauen könnte. Hier wächst ein ganz ganz großes, junges Talent heran, das es im Auge zu behalten gilt!

Fazit: Szenenbild. Auch wenn ich es heuer doch tatsächlich mal geschafft habe, während des gesamten /slash Filmfestivals gesund zu bleiben; mit der Zeit stellen sich bei knapp 40 Filmen in 11 Tagen halt doch gewisse Ermüdungserscheinungen ein. Insofern hatte ich echt nicht erwartet, dass es einem Film zum Ende des Festivals hin gelingen würde, mich nochmal so richtig zu flashen – und dann kam "Freaks". Ich ging praktisch völlig unvorbereitet in den Film, und rate euch dringendst, es mir gleich zu tun. Denn gerade auch die erste Hälfte des Films bezieht ihren Reiz daraus, dass man überhaupt keine Ahnung hat, was hier vor sich geht – und im Kopf beginnt, sich eben diesbezüglich Gedanken zu machen, und verschiedenste Szenarien durchzuspielen. Zudem kann nur mit entsprechender Unwissenheit des Publikums der wunderbare Aufbau des Films funktionieren – gibt es doch nicht diese eine Erklärbär-Szene, wo uns alles erläutert wird, sondern erschließt sich uns das Szenario vielmehr gemächlich, über einzelne Hinweise und Info-Häppchen, ehe dann der Groschen fällt. Nun kann es vorkommen, dass man ein Setup faszinierend findet, und dann kommt die Auflösung, und man denkt sich "meh". Zumindest bei mir war dies aber nicht der Fall. Ja, das Konzept mag nicht unbedingt neu sein, ich fand es hier aber überaus frisch und originell umgesetzt. Der Film profitiert darüber hinaus von den überaus sympathischen Figuren, die dann dafür sorgten, dass ich beim Finale derart mitgefiebert habe wie schon lange nicht mehr. Und vor allem die phantastische schauspielerische Leistung von Lexy Kolker muss hervorgehoben werden; wie natürlich und zugleich routiniert die hier die verschiedensten Emotionen abspult, war wirklich beeindruckend. Für mich zählt "Freaks" jedenfalls zu den besten Genre-Filmen der letzten Jahre!

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2020 Splendid Film)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2019





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