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Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast Drucken E-Mail
Unnötiges, aber zumindest optisch nettes Sequel Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 16 Oktober 2019
 
Halloween-SPECiAL

 
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast
Originaltitel: I Still Know What You Did Last Summer
Produktionsland/jahr: USA 1998
Bewertung:
Studio/Verleih: Mandalay Entertainment/Columbia Pictures/Columbia TriStar Film
Regie: Danny Cannon
Produzenten: U.a. William S. Beasley, Stokely Chaffin, Erik Feig & Neal H. Moritz
Drehbuch: Trey Callaway
Filmmusik: John Frizzell
Kamera: Vernon Layton
Schnitt: Peck Prior
Genre: Horror/Thriller
Kinostart Deutschland: 29. April 1999
Kinostart USA: 13. November 1998
Laufzeit: 100 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Jennifer Love Hewitt, Brandy, Mekhi Phifer, Muse Watson, Bill Cobbs, Freddie Prinze Jr., Matthew Settle, Jeffrey Combs, Jennifer Esposito, John Hawkes, Jack Black u.a.


Kurzinhalt: Ein Jahr nach Ben Willis Rachefeldzug, und somit zwei Jahre nach jener schicksalhaften Sommernacht, in dem Julie und ihre Freunde bei einem Autounfall diesen überfahren hatten, hat Julie ihr Trauma immer noch nicht überwinden. Vor allem die Tatsache, dass Ben Willis Leiche nie gefunden wurde, setzt ihr zu. Ist er etwa immer noch irgendwo dort draußen, und lauert nur auf seine nächste Chance, um bittere Rache zu nehmen? Sie ist dementsprechend verschreckt, leidet unter schweren Alpträumen, und traut sich kaum aus dem Haus. Mit einem Kurzurlaub auf den Bahamas, den sie über den Radiosender vom College gewonnen haben, wollen ihre Freunde Julie auf andere Gedanken bringen. Keiner von ihnen ahnt, dass es sich um eine Falle handelt, und der Killer nur dafür sorgen will, dass sich Julie und ihre Freunde an einem einzelnen, aufgrund der Sturmsaison von der Außenwelt abgeschnittenen Ort befinden, um sie einen nach dem anderen auf brutale Art und Weise zu ermorden…

Review: Szenenbild. Zuerst einmal: Der Titel ergibt natürlich überhaupt keinen Sinn. Wenn, dann müsste es heißen: "Ich weiß noch immer, was du vor zwei Sommern getan hast"; klar, klingt doof, und wäre noch sperriger, aber alternativ hätte man's vielleicht einfach bei einem "I still know" belassen sollen? Auffällig ist zudem, wie rasch diese Fortsetzung entstanden ist. Nur etwas mehr als ein Jahr nach dem ersten Teil kam diese auch schon in die Kinos. In der Zwischenzeit musste ein Drehbuch geschrieben, eine Besetzung gefunden, der gesamte Film gedreht, vertont, geschnitten usw. werden. Was das betrifft, folgt man somit wieder mal dem Muster von "Scream", wo die Fortsetzung ähnlich rasch ins Kino kam (eine weitere Parallele findet sich diesmal zudem, was die Auflösung der Identität des Killers betrifft; mehr sei aber an dieser Stelle nicht verraten). Der Verdacht liegt nahe, dass hierbei doch etwas gehudelt wurde, und somit nicht die allergrößte Sorgfalt an den Tag gelegt wurde. Und in der Tat hätte "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" von einer etwas längeren Pause profitieren können, um gerade auch dem Drehbuch den nötigen Feinschliff zu verpassen.

Dennoch war ich insofern positiv überrascht, als ich den Film eher schwach in Erinnerung hatte, dann aber vor allem vom ersten Drittel noch ziemlich angetan war. Was insbesondere dort, aber generell den ganzen Film über besticht, ist wie viel feiner und hübscher er visuell im Vergleich zum Vorgänger ist. Jim Gillespie inszenierte zwar solide und verstand es ansatzweise, Spannung aufzubauen, optisch war sein Film aber doch eher fad. Im Gegensatz dazu fällt bei der Fortsetzung die intensive Verwendung von Farben auf; zudem besticht sie mit dem einen oder anderen optisch interessanten Einfall (die Beichtszene zu Beginn, oder auch der Schatten des Killers, der sich in der Disco hinter Julie abzeichnet). Es hilft auch, dass Jennifer Love Hewitt vom ersten Film auf den zweiten nicht nur noch einmal hübscher und attraktiver geworden ist, sondern auch was ihr schauspielerisches Talent betrifft zugelegt hat. Dies war auch insofern wichtig, als der erste, auch wenn sie eindeutig das "final girl" war, noch mehr ein Ensemble-Film war, während sie hier nun, trotz der (reduzierten) Rückkehr von Freddie Prinze Jr. als Ray sowie den angenehm diversen Neuzugängen, eindeutig die Hauptlast trägt. Aber auch die Cameo-Auftritte von bekannten Gesichtern wie Jeffrey Combs, John Hawkes und Jack Black stechen positiv ins Auge. Das Setting auf einer abgeschiedenen und von einem Hurrikan heimgesuchten Insel der Bahamas hatte es mir ebenfalls angetan. Und generell war vor allem die erste halbe Stunde, in der man sich noch ausführlich mit Julies Trauma auseinandersetzte, noch sehr gelungen – und für mich eigentlich sogar besser als der erste Teil. Leider aber fiel der Film in weiterer Folge doch zunehmend in sich zusammen.

Szenenbild. Nach der Ankunft im Hotel wird er zunehmend erst recht wieder zu einem generischen Teenie-Slasher, und zeigt sich, dass bis auf Julie und vielleicht Ray die Figuren nur dafür da sind, um möglichst brutal und/oder einfallsreich ermordet zu werden. Zugegebenermaßen waren da zwar einige nette Einfälle darunter (vor allem die Solarium-Attacke; wenn es auch keinen Sinn machte, dass der Killer an dieser Stelle des Films versucht, jene Person, auf die er es am meisten abgesehen hat, vor den anderen zu ermorden), da ich jedoch zu keiner Figur außer Julie eine Verbindung verspürte, fieberte ich nicht wirklich mit ihnen mit. Wie so viele Horrorfilme wird zudem auch "IWNIWDLSGH" von so manch dummen Verhalten der Protagonisten geplagt – z.B. wenn man über das Glasdach läuft, statt über die Streben. Oder auch, dass man bei einem Killer, der sich bereits als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen hat, nicht auf Nummer sicher geht, in dem man ihm eine Kugel in den Kopf jagt (statt immer nur den Körper zu treffen). Über den "Twist" verliere ich besser auch keine Worte; der war nämlich mindestens so dämlich wie vorhersehbar. Und das dumme, klischeehafte Ende hätte man sich auch besser gespart. Insgesamt lautet mein Urteil aber: Kann man sich schon anschauen. Und das ist mehr, als sich über so manch anderes Horror-Sequel sagen lässt.

Fazit: "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" ist zwar ein doch ziemlich überflüssiges und dem Vorgänger unterlegenes Sequel, sollte Fans von Teenie-Slashern aber dennoch gut unterhalten. Er punktet vor allem mit einer starken Performance von Jennifer Love Hewitt in der Hauptrolle, der optisch feineren Inszenierung, sowie einer sehr guten ersten halben Stunde, die sich mit Julies – verständlichem – Trauma nach den Ereignissen aus dem ersten Film auseinandersetzt. Das Setting rund um die abgeschiedene Insel war zwar grundsätzlich auch ganz nett, allerdings verlor sich der Film in weiterer Folge leider zunehmend in abgedroschenen Genre-Klischees, ärgerte ich mich über das teils dämliche Verhalten der Figuren, fieberte ich mangels Bindung zu den anderen Charakteren nur mit Julie mit, störte ich mich am blöd-offensichtlichen Benson-Twist, und fand ich vor allem das Finale dämlich. Dank der gelungenen ersten Hälfte sowie einem insgesamt soliden Unterhaltungswert ist "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" zwar insbesondere für Slasher-Fans einen Blick wert. Trotzdem bin ich froh darüber, dass Ben Willis danach nun scheinbar doch endlich vergessen hat, was Julie und Ray vor was weiß ich wie vielen Sommern getan haben.

Wertung:5 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1999 Columbia TriStar Film)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2019





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