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Unnötiges, aber solides "Dunkler Turm"-Zwischenspiel Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 20 Juli 2019
 
Titel: "Wind"
Originaltitel: "The Wind Through the Keyhole"
Bewertung:
Autor: Stephen King
Übersetzung: Wulf Bergner
Umfang: 335 Seiten
Verlag: Heyne (D)
Veröffentlicht: 11. November 2013 (D), 28. Februar 2013 (E)
ISBN: 978-3-453-41083-1
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nach ihrer Begegnung mit dem Mann hinter den Vorhang zieht Rolands ka-tet weiter. Ein Fährenmann bringt sie auf die andere Seite eines Flusses, wo Roland jedoch der Tatsache gewahr wird, dass ein heftiger Sturm, Stoßwind genannt, aufzuziehen droht. Zusammen mit Jake, Eddie, Susannah und Oy findet er daraufhin in einer Höhle Unterschlupf, die sie gerade noch rechtzeitig erreichen, ehe der Stoßwind über sie hereinbricht. Da dieser wohl einige Tage andauern wird, nutzt Roland die Gelegenheit, um ihnen einen weiteren Schwank aus seinem Leben zu erzählen: Einige Wochen nach der schicksalhaften Mission in Mejis – und dem Tod seiner Mutter – wurde Roland von seinem Vater nach Debaria geschickt, um einem Gestaltwandler das Handwerk zu legen. Der sogenannte Fellmann ist für zahlreiche Morde verantwortlich, und richtet auch kurz nach der Ankunft von Roland und seinem Revolvermann-Kompagnon Jamie De Curry ein Blutbad an, das der Junge Bill Streeter als einziger überlebt. Dieser konnte auch einen Blick auf den Fellmann werfen – was sich Roland nun zunutze machen will, um diesem eine Falle zu stellen. Während er Billy beruhigt, erzählt er ihm eine Gute Nacht-Geschichte, die ihm einst von seiner Mutter vorgelesen wurde. In dieser begibt sich Tim Ross nach dem Tod seines Vaters auf ein gefährliches Abenteuer, dass ihn schließlich auf den Pfad des dunkeln Turms führen wird…

Review: Im Gegensatz zu den sieben eigentlichen, ursprünglichen Teilen der "Dunkle Turm"-Saga, hatte ich "Wind" bislang nicht gelesen. Dieser Nachschlag wurde von Stephen King, eher unerwarteterweise, rund acht Jahre nach dem vermeintlich letzten Teil der Reihe nachgelegt. Da "Der Turm" ja ein recht definitives Ende hat, an das sich schwer mit einer neuen Geschichte anknüpfen lässt, ist "Wind" zwischen "Glas" und "Wolfsmond" angesiedelt. Der größte Nachteil des Romans liegt damit auf der Hand: Es kann sich nichts Wichtiges, für die Saga relevantes zutragen – da das ansonsten ja aus der Geschichte herausgefehlt hätte. Somit ist "Wind" ein völlig überflüssiges Zwischenspiel; wen einfach nur die Geschichte rund um die Suche nach dem Dunklen Turm an sich interessiert, verpasst somit nichts, wenn er ihn auslässt, und insgesamt würde ich ihn nur den größten Fans der Saga empfehlen, weil er auch für sich genommen jetzt kein sonderlich herausragender Roman ist. Angesichts der Tatsache, dass zu dem Zeitpunkt bereits die ersten, von Peter David geschriebenen, "Dunkler Turm"-Comics die Runde machten, drängt sich mir jedenfalls der Verdacht auf, dass der Geschichte mit einer entsprechenden Umsetzung besser gedient gewesen wäre, als hier nun nachträglich noch einen – ohnehin recht dünnen und inhaltlich dürftigen – Zwischenband nachzulegen. Dieser teilt sich, wie die Inhaltsangabe schon verrät, in drei Teile. Der erste, rund um Roland und sein ka-tet, konnte mir dabei grundsätzlich am besten gefallen, ist aber letztendlich nur eine zweckmäßige Rahmenhandlung, um die beiden von Roland erzählten Geschichten unterzubringen.

Davon wiederum konnte mir die Story aus seiner Jugend wesentlich besser gefallen. Es war durchaus nett, zum jungen Roland zurückzukehren, und ein weiteres Abenteuer mit ihm zu erleben. Zugleich wollte sich jedoch die Bedrohung durch den Fellmann, trotz der teils blutigen Schilderung seiner Taten, für mich nie so recht manifestieren, und vor allem beim Showdown dann hielt sich die Spannung, gerade auch für King-Verhältnisse, enttäuschend in Grenzen. Doch King lässt es nicht einfach bei dieser frühen Mission von Roland bewenden, sondern verpackt vielmehr eine Geschichte in einer Geschichte: Denn mittendrin erzählt Roland dem kleinen Billy eine Story, die er wiederum von seiner Mutter oft gehört hat. Lange Zeit tat ich mir mit eben dieser enorm schwer, nicht zuletzt, da sie extrem klischeehaft auf mich wirkte. Erst zum Ende hin, als die Bezüge zur großen Geschichte rund um den Dunklen Turm deutlich werden, und Tim auf den Tiger trifft, vermochte "Wind" endlich, mich zu begeistern. Der entsprechende Teil ist für mich ganz klar der beste des Romans, und insgesamt hat Stephen King mit dieser Story in der Story eine nette kleine Geschichte eingebaut, die sich als separate Veröffentlichung gut in ähnliche Fantasy-Jugendliteratur einfügen würde. So hingegen wirkt es leider doch eher beliebig, und verliert die Geschichte durch die Art und Weise, wie sie hier eingebunden ist, an Wirkung. Und dass ich erst vor kurzem "Shining" zum ersten Mal gelesen habe, mit dem es doch einige thematische Überschneidungen gibt, wo jedoch aus meiner Sicht der Aspekt des gewalttätigen Vaters (bzw. in diesem Fall halt Stiefvaters) aus meiner Sicht wesentlich besser, prägnanter und effektiver ausgearbeitet war, hilft halt auch nicht.

All dies kulminiert dann schließlich in einem ziemlich kitschigen Moment, als Roland auf den Brief seiner Mutter stößt, in dem sie ihm vergibt, und ihn ihrerseits darum bittet, ihr zu verzeihen. Dies passt immerhin zum älteren, versöhnlichen Stephen King, der ja u.a. auch bei "Doctor Sleep" zum Vorschein kam; mir ist aber halt die jüngere, angefressene und zynische Version des Autors letztendlich lieber. Warum dennoch eine durchschnittliche Wertung – und damit sogar einen halben Punkt mehr als "Glas"? Nun, gar keine Frage: "Glas" ist für die eigentliche Geschichte rund um Rolands Suche nach dem Dunklen Turm die weitaus bedeutendere Story – durch die ich mich jedoch leider, aufgrund der Länge, doch ziemlich durchgequält habe. In "Wind" jedoch hat Stephen King seine Tendenz zur (Über-)Länge mal erfolgreich unterdrückt. Dementsprechend empfand ich "Wind" zwar als relativ unnötig, aber nicht als schleppend, oder gar mühsam. Durch den Prolog ist man ohnehin schnell durch, die mittlere Kurzgeschichte vermag rasch, zu packen, und die letzte rund um Tim mag mich zwar nie so recht mitgerissen haben, ist aber trotz allem kurz genug, damit nie Langeweile aufkommt – und steigert sich zudem in weiterer Folge, mit den Auftritt von Walter, und Tims nachfolgendem Abenteuer, auf recht nette Art und Weise, bis sie schließlich nach nicht allzu vielen Seiten mit der oben schon angesprochenen Begegnung mit dem Tiger, der auch eine nette Moral innewohnt, ihren Höhepunkt erreicht. Alles, was danach kam – inklusive Showdown in der Roland-Handlung – mag daran dann zwar nicht mehr anknüpfen können. Und wie gesagt: Er ist von allen Teilen der Reihe definitiv der überflüssigste und unwichtigste. Allerdings habe ich mich innerhalb der "Dunkler Turm"-Saga auch schon mal mehr gelangweilt, als hier.

Fazit: Keine Frage: Für die große epische Geschichte rund um Rolands Suche nach dem Dunklen Turm ist "Wind" letztendlich völlig irrelevant. Wobei ich es vor allem insofern kritisch sehe, als "Wind" ja quasi als Zwischenteil zwischen "Glas" und "Wolfsmond" vermarktet wurde. Warum sich King die beiden Rahmenhandlungen nicht einfach gespart und nur die zentrale, titelspendende Story rund um Tim Ross als Novelle aufgelegt hat – oder aber als Teil der "Dunkler Turm"-Comicreihe – will mir jedenfalls nicht wirklich einleuchten. Aber: Zumindest hat er es diesmal was den Umfang betrifft nicht übertrieben, und wird die Story letztendlich für seine Verhältnisse überraschend ökonomisch erzählt, was größere Langeweile verhindert. Ja, sie mag letztendlich so nötig sein wie ein Kropf, und erweist sich generell inhaltlich eher als laues Lüfterl denn als Sturm. Wer jedoch nach "Der Turm" nach weiteren Abenteuern des letzten Revolvermanns lechzte, der wird mit "Wind" durchaus gut bedient.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel





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