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Discovery - 2x09: Projekt Daedalus Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Netflix

Originaltitel: Project Daedalus
Episodennummer: 2x09
Bewertung:
Erstausstahlung USA: 14. März 2019 (CBS)
Erstausstahlung D: 15. März 2019 (Netflix)
Drehbuch: Michelle Paradise
Regie: Jonathan Frakes
Hauptdarsteller: Sonequa Martin-Green als Michael Burnham, Doug Jones als Saru, Anthony Rapp als Paul Stamets, Mary Wiseman als Sylvia Tilly, Shazad Latif als Ash Tyler, Wilson Cruz als Hugh Culber, Christopher Pike als Christopher Pike,
Gastdarsteller: Jayne Brook als Katrina Cornwell, Ethan Peck als Spock, Rachael Ancheril als Nhan, Hannah Cheesman als Lt. Cmdr. Airiam, Emily Coutts als Lt. Keyla Detmer, Patrick Kwok-Choon als Lt. Gen Rhys, Oyin Oladejo als Lt. Joann Owosekun, Ronnie Rowe Jr. als Lt. R.A. Bryce, Arista Arhin als Young Michael Burnham, Alisen Down als Starfleet Psychiatrist, Tyler Hynes als Stephen, Tara Nicodemo als Admiral Patar, Julianne Grossman als Discovery Computer u.a.


Kurzinhalt: Admiral Cornwell kommt an Bord der Discovery. Zuerst verhört sie Spock, und der Lügendetektor bestätigt, dass dieser davon überzeugt ist, bei seiner Flucht niemanden getötet zu haben. Seine Aussage widerspricht jedoch den Aufzeichnungen der Sicherheitskameras. Unsicher, welcher Seite sie glauben soll, gibt sie Captain Pike den Befehl, das Hauptquartier von Sektion 31 anzusteuern. Nicht nur, um die Wahrheit über Spock herauszufinden, sondern vor allem auch, weil sie seit ein paar Wochen keinen Kontakt mehr zu "Control" herstellen kann, jener künstlichen Intelligenz, die für strategische Entscheidungen der Sternenflotte von entscheidender Bedeutung ist. Auf dem Flug dorthin versucht Michael, ihrem Bruder Spock zu helfen, doch dieser ist nach wie vor verstört und emotional aufgewühlt. Bei der Station angekommen, entdeckt man, dass diese von einem Minenfeld umgeben ist. Cornwell versichert ihnen, einen sicheren Weg durch dieses zu kennen, kurz darauf muss man jedoch feststellen, dass sich sie geirrt hat. Von allen Seiten fliegen verschiedenste Minen auf die Discovery zu. Und zu allem Überfluss befindet sich auch noch ein Verräter an Bord: Denn Airiam, deren Leben einst mit Hilfe der künstlich-kybernetischen Implantate gerettet wurde, steht unter der Kontrolle jener künstlichen Intelligenz, welche die Sonde aus der Zukunft gesteuert hat…

Denkwürdige Zitate: "I committed myself to the facility, therefore required no permission to leave it."
(Klingt logisch.)

"Giving up our values in the name of security is to lose the battle in Advance."
(Wo Pike recht hat, hat er recht.)

Review: Episodenbild (c) Netflix Das ursprüngliche "Star Trek" war im Prinzip eine Anthologie-Serie mit voneinander unabhängigen Geschichten, jedoch einer festen Stammbesetzung, die ein Abenteuer nach dem nächsten bestritt. "The Next Generation" folgte diesem Muster weitestgehend, begann jedoch vereinzelt – Lore, die Bedrohung durch die Borg, und insbesondere die Konflikte im klingonischen Reich – auch schon ein bisschen mit Episoden zu experimentieren, deren Handlung aufeinander aufbauten. "Deep Space Nine" war dann die erste "Star Trek"-Serie, die in den weiteren Staffeln auf einen echten fortlaufenden Handlungsrahmen setzte – und war damit, wie "Babylon 5" und "Akte X", diesbezüglich Vorreiter im Genre. Bei "Voyager" und ursprünglich auch "Enterprise" kehrte man dann zum TNG-Konzept zurück, ehe ab der dritten ENT-Staffel ebenfalls eine fortlaufende Story erzählt wurde. Mittlerweile sind solche sogenannten "serialized" Serien ja nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel – "Discovery" folgt somit letztendlich nur dem aktuellen Fernseh-Trend. Jedoch: So unfähig und inkompetent wie bei "Projekt Daedalus" hat man sich in dieser Hinsicht bei "Star Trek" bislang noch nie angestellt.

Airiam ist seit der dritten Folge fixer Bestandteil der Serie. Aufmerksamkeit hat man ihr aber leider bislang keine geschenkt. Sie war ein interessant aussehender Charakter im Hintergrund, dessen einzige Funktion es aber eben scheinbar auch gewesen zu sein scheint, interessant auszusehen. In "Licht und Schatten" wurde sie vom Virus oder der KI der Sonde aus der Zukunft infiziert, und dort merkte ich schon kritisch an, dass ich nicht einsehe, warum mich das kümmern sollte – einfach, da man die Figur bislang so überhaupt nicht beachtet hat. Hier jetzt versucht man, fünf Sekunden vor Zwölf, das versäumte nachzuholen – was für mich einfach nicht funktioniert hat. Einerseits machte die Aufmerksamkeit, die man ihr hier nun auf einmal schenkt, ihr Ableben am Ende sehr offensichtlich. Vor allem aber fiel der Versuch für mich in die Kategorie "zu wenig, zu spät". Und, ganz ehrlich: Ich find die Art und Weise, wie man diese Wendung versemmelt hat, einfach nur oberpeinlich. "Discovery" will ganz offensichtlich in einer Liga mit modernen Serien wie "Game of Thrones, "The Expanse" und Konsorten mitspielen (wobei die zugegebenermaßen den Vorteil haben, auf literarischen Vorlagen zu basieren) – "Projekt Daedalus" macht nur halt leider die entsprechende Unfähigkeit der Macher erschreckend offensichtlich. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass die Showrunner ja mitten in der Produktion der zweiten Staffel gefeuert wurden, keine Ahnung. Aber ganz egal: Früher oder später müssen die gewusst haben, dass sie Airiam aus der Serie rausschreiben wollen. In einer modernen "serialized" Serie (im Gegensatz zur alten, klassischen Erzählstruktur mit überwiegend unabhängigen Einzelepisoden) nutze ich da doch die Möglichkeit, die Figur früher vorzustellen, damit ihr Tod dann auch eine emotionale Wirkung beim Zuschauer entfaltet. Aber ich warte doch bitte schön damit nicht bis zu ihrem letzten Auftritt.

Episodenbild (c) Netflix Jedenfalls vergisst "Discovery" hier auf eine der wichtigsten Lektionen der Dramaturgie: Emotionale Momente muss man sich verdienen. Man kann sie nicht einfach durch tränenreiche schauspielerische Leistungen, eine überdramatisierte Inszenierung und gefühlsduselige Musik aus einem Vakuum herbeizaubern. Und genau was das betrifft, scheitert "Projekt Daedalus" nun mal leider völlig (übrigens ganz ähnlich wie Kirks Tod in "Star Trek Into Darkness"). Und das nicht nur, weil man Airiam bislang links liegen gelassen hat. Ähnlich wie "Der Charonspfennig" behauptet die Episode hier völlig aus dem Nichts eine tiefe emotionale Verbundenheit zwischen ihr und Michael, die sich bislang nicht gezeigt hätte. Damals gab es mit den gemeinsamen Szenen und Erfahrungen zwischen Michael und Saru aber zumindest ansatzweise eine Grundlage – die bei Michael und Airiam nun mal nicht existent ist. Schon gar nicht in dieser übertriebenen emotionalen Form, die selbst den Abschied zwischen Kirk und Spock aus "Der Zorn des Khan" in den Schatten stellte (während Nhan im Hintergrund fröhlich vor sich Hinröcheln darf; deren potentielles Ableben scheint Burnham nämlich leider schnurzpiepegal zu sein). Und als wäre all das nicht schon schlimm genug, ergibt ihr Tod dann insofern auch noch überhaupt keinen Sinn, als die gesamte Crew auf den Transporter zu vergessen scheint. Denn selbst wenn ich akzeptieren mag, dass man sie aus der Luftschleuse nicht rausbeamen konnte, aus dem Vakuum des Alls hätte das doch eigentlich kein Problem sein dürfen. Bei "Der Wolf im Inneren" hat's ja – sogar über Lichtjahre hinweg! – auch funktioniert.

Aber auch davon abgesehen ist "Projekt Daedalus" leider völlig inkompetent erzählt (was mich angesichts der Tatsache, dass das Drehbuch von Michelle Paradies geschrieben wurde, die zur neuen Co-Showrunnerin neben Alex Kurtzman erwählt wurde, nicht gerade mit Zuversicht erfüllt, dass es mit "Discovery" in absehbarer Zeit bergauf gehen wird). Ein Beispiel: War auch nur irgendjemandem in dem Moment, wo Airiam Nhan auf ihr Atemgerät anspricht, nicht sofort klar, dass sie dieses Wissen in weiterer Folge gegen sie einsetzen würde? Seltsam auch, dass diese – immerhin die verfickte Sicherheitschefin des Schiffes! – es nicht für nötig erachtet, Captain Pike über ihren Verdacht zu informieren. Die KI wiederum ist zu blöd, ihr gefälschtes Video mit einer Wärmesignatur zu versehen. Und die ganze Geschichte rund ums Minenfeld ließ alle Beteiligten – angefangen bei Admiral Cornwell bis hin zu Michael Burnham (die nur scheinbar die rettende Idee eines zufälligen Musters hat – weil letzten Endes sitzt die Discovery erst recht antriebslos im All fest) – überaus schlecht aussehen. Vor allem aber: Warum zur Hölle sollte Control die Discovery mit den Minen angreifen, wenn Airiam als ihre Agentin fungierte, und die KI somit ja eigentlich wollte, dass sie auf die Station gelangt und ihr Wissen überspielt? Das ergibt doch bitte schön alles hinten und vorne keinen Sinn. Und lasst mich bitte erst gar nicht mit Airiams "Everything is because of you!" anfangen, mit dem man Michael Burnham endgültig zum Mittelpunkt des Universums erklärt. Mit solchen Außererwählten-Geschichten kann ich ja generell nicht viel anfangen, insbesondere bei "Star Trek", aber selbst alles rund um den Abgesandten Benjamin Sisko wirkt da im direkten Vergleich noch harmlos! Weitere Kritikpunkte sind der übertrieben emotional agierende Spock (bzw. generell die gesamte furchtbare Schachspiel-Szene), und Tillys übertrieben hibbelige Art zu Beginn bei Admiral Cornwell (normalerweise mag ich sie ja, aber da hat man echt übers Ziel hinausgeschossen; das war nicht mehr lustig, sondern nur mehr peinlich).

Episodenbild (c) Netflix Immerhin, ein paar Pluspunkte gibt es dann aber doch auch: Abseits ein paar unnötiger Kameraspielereien (mit denen sich Jonathan Frakes dem Stil der Serie beugt) war die Episode kompetent inszeniert. Generell kann man "Projekt Daedalus" handwerklich nichts vorwerfen, und wenn ich das ganze Drumherum rund um Airiams Tod nicht als so inkompetent und teils richtiggehend dämlich empfunden hätte, hätte es diese Wendung vielleicht sogar geschafft, mich zu berühren (an Inszenierung und Musik lag es jedenfalls nicht, dass dies nicht gelang). Wobei ich zumindest so fair sein muss, zu sagen: "Zu wenig, zu spät" ist immer noch besser als "gar nichts". Den SchauspielerInnen kann ebenfalls kein Vorwurf gemacht werden (was nicht zuletzt auch für Ethan Peck gilt, der – wenn er nicht grade den Emo raushängen lassen muss – als junger Spock durchaus überzeugen kann). Cornwells kurze Ansprache über Pike als Beispiel für das Beste, dass die Sternenflotte zu bieten hat, war auch nett (wenn auch an Bord der Discovery – ein Schiff wo man kein Problem damit hatte, es zu verheizen – eher unpassend). Die Anspielung auf den "Discovery"-Roman "The Way to the Stars" war nett. Vor allem aber fand ich es interessant, dass hier das offizielle "Star Trek" zum ersten Mal auf etwas, das zuvor in den lizensierten, jedoch eigentlich nicht kanonisierten Romanen von Pocket Books geschrieben wurde, Bezug nahm ("Control"). Wobei ein kleines Dankeschön an David Mack im Abspann halt schon nett (und eigentlich auch angebracht) gewesen wäre.

Fazit: Airiams Tod ist für mich die bislang am unfähigsten umgesetzte tragische Wendung der "Star Trek"-Geschichte. Die Inszenierung, die SchauspielerInnen und die Musik von Jeff Russo versuchen verzweifelt, eine emotionale Wirkung zu erzeugen, der im Narrativ leider jegliche Grundlage fehlt. Die letzten, verzweifelten Versuche – fünf Sekunden vor Zwölf – uns Airiam vorzustellen, waren zwar zugegebenermaßen besser als gar nichts, fallen aber nichtsdestotrotz in die Kategorie "zu wenig, zu spät" – und machten ihr bevorstehendes Ableben allzu offensichtlich. Noch schwerer wiegt aber, dass hier auf einmal eine enge freundschaftliche Verbindung zu Burnham behauptet wird, von der in der Serie bislang nicht das Geringste zu sehen war. Von der Idiotie, dass die gesamte Discovery-Besatzung – zur Bequemlichkeit der Drehbuchautorin – auf den Transporter vergisst, ganz zu schweigen. Weitere Kritikpunkte waren die selbst für meinen Geschmack zu aufgedrehte Tilly (die sollte, bevor sie auf die Brücke geht um mit der Admiralin zu sprechen, echt keinen Kaffee trinken), zahlreiche logische Inkonsistenzen (Beispiel: Warum greift Control das Schiff an, wenn die KI ja eigentlich will, dass Airiam an Bord kommt?), sowie Emo-Spock. Handwerklich ist der Episode zwar nichts vorzuwerfen – aber das hilft halt leider nicht viel, wenn das Drehbuch derart hilflos zusammengeschustert wirkt bzw. die gesamte (fortlaufende) Geschichte derart inkompetent erzählt wird, wie es hier der Fall ist.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2019 Netflix)




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