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Star Trek - TOS: Die Trellisane-Konfrontation Drucken E-Mail
Kurz, knackig, und doch eher belanglos Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 02 März 2019
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TOS: Die Trellisane-Konfrontation"
Originaltitel: "Star Trek: The Trellisane Confrontation"
Bewertung:
Autor: David Dvorkin
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Umfang: 238 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: Februar 1984 (E) bzw. 1988 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11621-7
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die Enterprise ist nach Trefolg geflogen, um eine Gruppe gefährlicher Verbrecher, bei denen es sich um ein Schwarmbewusstsein handelt, an Bord zu nehmen. Diese sollen zur nächstgelegenen Sternenbasis transferiert werden. Doch während seines Besuchs auf Trefolg empfängt Captain Kirk einen Notruf aus einem benachbarten Sternensystem. Die Bevölkerung von Trellisane werden von ihrem Nachbarplaneten angegriffen. Nun bitten sie die Föderation um Hilfe. Unter normalen Umständen müsste Kirk dies ablehnen, jedoch besteht der Verdacht, dass die angreifenden Sealons von den Klingonen mit Waffen und Technologie versorgt werden. Da somit in die natürliche Entwicklung des Sonnensystems eingegriffen wurde, sieht Kirk keine andere Wahl, als das Gleichgewicht der Kräfte wiederherzustellen, in dem sie die Trellisaner unterstützen. Zusammen mit Spock und McCoy stattet er dem Planeten einen Besuch ab. Kurz darauf greifen die Sealons erneut an. Als an Bord der Enterprise kurz die Energie ausfällt, nutzen das die Verbrecher, um ihrer Zelle zu entkommen und die Brücke unter ihre Kontrolle zu bringen. Daraufhin steuert die Enterprise, auf ihren Befehl hin, die Neutrale Zone an, wo die Verbrecher einen Krieg zwischen der Föderation und den Romulanern vom Zaun brechen wollen. Währenddessen scheinen die Bewohner Trellisanes den Angriffen der von den Klingonen unterstützten Sealons schutzlos ausgeliefert zu sein…

Review: Ich wechsle ja fast ständig zwischen Neuveröffentlichungen und Klassikern hin- und her – und finde die Unterschiede immer wieder spannend. Und auch wenn sich in den dazwischenliegenden Jahrzehnten zweifellos einiges getan hat und die Romane heutzutage meist über eine stärkere Verknüpfungen zu den Serien verfügen (und deren Geschichte teilweise weitererzählen), hat es doch auch immer wieder seinen Reiz, in die "gute alte Zeit" zurückzukehren, wo die Romane meist – ähnlich wie die TV-Episoden der damaligen Zeit – unabhängige Einzelgeschichten erzählten, die den Eindruck einer weiteren, bisher unbekannten Folge vermittelten. Der Nachteil davon ist halt wiederum, dass man sich keine großen Hintergrundinformationen zu den Figuren und/oder größere Verknüpfungen zur Serie erwarten sollte. Wenn z.B. bei "Die Trellisane-Konfrontation" der Vertrag von Organia erwähnt wird, ist das für die damalige Zeit eigentlich eh schon recht löblich. Vor allem aber waren die damaligen Romane doch noch vergleichsweise belanglos. Das macht sie zwar auf der einen Seite gut lesbar und auch für Einsteiger geeignet, sorgt aber halt auch dafür, dass sie meist nicht lange in Erinnerung bleiben. "Die Trellisane-Konfrontation" ist diesbezüglich wohl ziemlich das Idealbeispiel, bei dem sich die sich daraus ergebenden Stärken und Schwächen die Waage halten. Was David Dvorkin dabei sehr gut einfängt, sind die Interaktionen zwischen den Figuren. Insbesondere das Geplänkel zwischen Spock und McCoy trifft er ausgesprochen gut. Aber auch davon abgesehen sind die Figuren allesamt stimmig getroffen. Das war ja gerade auch bei diesen frühen "Star Trek"-Romanen leider nicht immer so.

Die Geschichte ist kurzweilig, unterhaltsam und abwechslungsreich. Letzteres verdankt sie in erster Linie den vielen Schauplätzen, auf die sich die Handlung verteilt, die da wären: Der Konflikt auf der Enterprise, die von den Gefangenen erobert wurde. McCoys Ermittlungen auf Trellisane, der in weiterer Folge ein paar erschreckende Entdeckungen im Hinblick auf die dortige Zivilisation macht. Spock, der im Verlauf der Geschichte unter die Sealons gerät. Sowie Kirk, der von den Klingonen gefangengenommen wird. Letztendlich haben sie alle – inklusive der Besatzung der Enterprise (wo sich insbesondere Scotty hervortut) – ihren Teil dazu beizutragen, um die Krise beizulegen. Allerdings hat diese Abwechslung auch eine Schattenseite: Denn vor allem in der zweiten Hälfte wirkt die Story doch etwas zerfahren. Generell ist festzuhalten, dass sich so manche Crewmitglieder auch nicht unbedingt immer mit Ruhm bekleckern. Vor allem Sulu tut man keinen Gefallen damit, wie er sich hier von den Sealons überrumpeln lässt, da er sie nach ihrem ersten Angriff unterschätzte – woraufhin es den Gefangenen gelingt, zu entkommen. Auch Kirks Entscheidung, diese denn überhaupt an Bord zu nehmen, bzw. trotzdem zu dieser Krise bei Trellisane aufzubrechen, kann man kritisch sehen. Und McCoy brauchte aus meiner Sicht auch viel zu lange, bis er endlich begriffen hat, was auf dem Planeten vorgeht. In der Hoffnung, den Leser überraschen zu können, zugleich jedoch auch dem Bestreben, genug Hinweise auszustreuen, so dass es spätestens rückwirkend Sinn ergibt, macht Dvorkin den Twist etwas gar offensichtlich – was den guten Doktor leider doch etwas schwer von Begriff erscheinen lässt. Kleinere Abstriche gibt es zudem bei der Beschreibung der Klingonen und der Romulaner; es ist zwar nicht die Schuld des Autors, aber "Die Trellisane-Konfrontation" macht wieder einmal augenscheinlich, dass diese beiden von TOS zu TNG dann teilweise neu interpretiert/erfunden wurden und bis zu einem gewissen Grad die Plätze tauschten. Sprich: Bei TOS waren die Romulaner die ehrenhaften Gegner, und die Klingonen die Intriganten. In weiterer Folge hat sich das praktisch komplett umgedreht. Insgesamt ist "Die Trellisane-Konfrontation" aber ein kurzer, solider, rasch lesbarer, aber halt auch eher belangloser TOS-Roman aus der frühen Roman-Ära.

Fazit: Die frühen "Star Trek"-Bücher sind weder unbedingt besser oder schlechter als die aktuellen – sie sind einfach anders. Weniger charakterorientiert, nicht so stark mit dem Kanon verbunden, und noch in der Tradition der alten Serien, insbesondere TOS – weshalb sie sich meistens wie eine bislang verschollene Episode anfühlen. Im Fall von "Die Trellisane-Konfrontation" ist das wieder einmal zugleich Segen wie Fluch. Segen, weil es doch irgendwie etwas Nostalgisches hat, einfach ein unabhängiges, klassisches neues Abenteuer der TOS-Crew zu lesen. Fluch, weil die Story halt doch eher belanglos ist, und man somit nicht wirklich etwas verpasst, wenn man sie nicht gelesen hat. Auch davon abgesehen halten sich die Stärken und Schwächen ziemlich die Waage. So stehen z.B. die gut getroffenen Figuren und ihre ebenfalls stimmigen Interaktionen einigen weniger klugen Aktionen der Protagonisten, sowie McCoys Begriffsstutzigkeit im Hinblick auf eine ganz bestimmte Offenbarung gegenüber. Fans der alten Crew, und der klassischen, eigenständigen Romane, können bei "Die Trellisane-Konfrontation" aber bedenkenlos zugreifen.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel


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