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Firefly: Big Damn Hero Drucken E-Mail
In jeglicher Hinsicht ein Rückschritt Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 08 Dezember 2018
 
Titel: "Firefly: Big Damn Hero"
Bewertung:
Autor: James Lovegrove, nach einer Story von Nancy Holder
Übersetzung: -
Umfang: 335 Seiten
Verlag: Titan Books (E)
Veröffentlicht: 20. November 2018 (E)
ISBN: 978-1-78565-826-6
Buch kaufen: Hardcover (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Kurz nach den Ereignissen aus "Die Botschaft" nimmt die Serenity-Crew einen weiteren Auftrag von Badger an. Fünf Kisten mit hochexplosivem Material sollen zu einem anderen Planeten transportiert werden. Allerdings hat Mal auch noch einen anderen potentiellen Job an der Angel, und möchte, wenn er kann, gern beide miteinander verbinden, und so mit einer Tour doppelt abcashen. Allerdings stellt sich das vermeintliche Geschäftstreffen vielmehr als Falle heraus. Mal wird entführt, und findet sich in den Fängen ehemaliger Browncoats wieder, die ihm vorwerfen, ein Verräter an ihrer Sache zu sein. In einem Scheinprozess soll er angeklagt, verurteilt und unmittelbar darauf hingerichtet werden. Währenddessen versucht seine Crew, ihn aufzuspüren und zu retten. Während Shepherd, Sam und River auf Persephone bleiben, und sich an die Fersen der Entführer heften, sieht sich Zoe allerdings dazu gezwungen, mit der Serenity aufzubrechen um Badgers Auftrag auszuführen…

Review: Der Titel macht es bereits deutlich: Während die Comics von Dark Horse, welche die Lücke zum Film schlossen oder dann an diesen anknüpften, unter dem Namen "Serenity" erschien, kehrt man hier nun wieder zur Bezeichnung "Firefly" zurück – und macht damit eben auch zeitlich einen Sprung zurück, in die Ära der Serie. Nun wird es bestimmt einige geben, die sich darüber freuen, hier nun quasi neue Episoden zu Lesen zu bekommen, die auch noch mit der kompletten dortigen Besetzung aufwarten können (sprich, man muss weder auf Shepherd Book noch Hoban Washburne verzichten). Ich hingegen sehe darin leider doch einen ziemlichen Rückschritt. Natürlich kann ich den Grund dahinter verstehen: Kein Verlag, der eine solche Lizenz erwirbt, hat es gern, wenn Leser um ihre Bücher/Comics zu verstehen zuerst das Werk eines anderen Verlags kennen (und allenfalls, falls sie diese noch nicht besitzen, kaufen) müssen, um die eigenen Geschichten zu verstehen. Trotzdem sah ich eben gerade in diesem Ansatz, die Story aus der Serie bzw. dem Film fortzusetzen – bzw. auch einige wichtige Lücken aus der Kontinuität (wie Shepherds Vorgeschichte) zu füllen – als die größte Stärke der "Serenity"-Comicreihe von Dark Horse an. Eben dies fehlt hier. Stattdessen bekommen wir hier eine ziemlich banale Geschichte geliefert. Diese setzt sich zwar zugegebenermaßen ebenfalls mit der Vorgeschichte zur Serie auseinander, und erzählt in ein paar Rückblenden davon, wie Mal auf Shadow aufgewachsen ist, und sich dort als Teenager als Teil der "Vier Amigos" Ärger mit dem dortigen Sheriff eingehandelt hat. Auch, was ihn letztendlich dazu trieb, sich bei den Independents einzuschreiben und in den Krieg zu ziehen, wird aufgerollt.

Allerdings ergeben sich daraus zwei Probleme. Erstens bin ich mir von vornherein nicht sicher, ob ich diese Hintergrundgeschichte unbedingt kennen musste (oder wollte). Mit Shepherds Vergangenheit war es etwas anderes, auf diese wurde innerhalb der kurzlebigen Serie mehrmals angespielt, und sie als großes Geheimnis aufgebaut. Klar ist man da enttäuscht, wenn dazu dann keine Antwort mehr kommt, und freut sich dementsprechend, diese dann Jahre später zumindest in Comic-Form nachgeliefert zu bekommen. Bei Mal wäre ich allerdings auch ohne ausführliche Vorgeschichte ausgekommen, bzw. wäre es mir wohl lieber gewesen, wenn diese ein bisschen ein Geheimnis geblieben wäre. Das andere Problem an der Sache ist dann, dass mir eben die Vergangenheit, die ihm hier nun angedichtet wird, nur bedingt zugesagt hat. Rebellischer Teenager, der mit seiner Clique in Konflikt mit dem Gesetz gerät, ein Liebesdreieck innerhalb der Vier Amigos – ehrlich, geht's noch klischeehafter? Vor allem die Liebesgeschichte (für die wir Nancy Holder zu danken haben?) fand ich extrem kitschig und dürftig umgesetzt. Auch den daraus entstandenen Hauptbösewicht fand ich schwach. Zumal er sich nicht einfach nur in eine Verschwörungstheorie verrennen darf (das allein wäre schon schlimm genug gewesen), sondern am Ende herauskommt, dass er genau weiß, dass die Vorwürfe die er Mal gegenüber erhebt Schwachsinn sind – und es ihm einzig und allein darum geht, eifersuchtsbedingte Rache zu üben. Da musste ich doch ziemlich stark mit den Augen rollen.

Aber auch davon abgesehen war "Big Damn Hero" in meinen Augen kein Highlight. Teilweise konnte ich den Eindruck von (schlechter) Fan Fiction nicht abschütteln – wie jemand, der versucht, die Serie zu imitieren, aber nicht 100%ig den richtigen Ton trifft. Bzw. der Autor auch verzweifelt versucht, durch unzählige, oftmals verkrampft wirkende Anspielungen auf Ereignisse aus der Serie (wie rund um die von Jaynes Mum für ihn gestrickte Haube) zu beweisen, wie gut er die Serie nicht kennt. Ich wurde dieser ständigen Referenzen aber rasch überdrüssig. Es kommt halt leider auch nie wirklich Spannung auf. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Dark Horse Comics war, dass grundsätzlich alles möglich gewesen wäre. Hier hingegen weiß man unweigerlich, dass die Serenity-Crew am Ende vereint auf dem Schiff stehen und zu neuen Abenteuern aufbrechen wird. Eine markante Veränderung des Status Quo ist aufgrund der zeitlichen Einordnung innerhalb der Serie von vornherein ausgeschlossen. Auch dies machte den Roman für mich uninteressant(er). Auch mit dem Schreibstil war ich nicht glücklich, wirkte dieser auf mich teilweise doch etwas amateurhaft. Der Roman ist zudem definitiv zu lang, und zieht sich vor allem im Mittelteil sehr ordentlich. Ich muss gestehen, generell von Anfang an ein bisschen ein Problem mit diesem Format gehabt zu haben, da man in der Serie natürlich nicht so einen direkten Einblick ins Innenleben der Figuren bekommt, und bei den Comics auch auf Gedankenblasen verzichtet wurde. Hier wird uns auf einmal teilweise seitenlang geschildert, was in ihrem Inneren vorgeht, und was sonst oftmals ein Pluspunkt sein kann, wirkte hier irgendwie unpassend und störend. Zumal es halt auch viel zu ausgedehnt passierte, und die Story daher doch ziemlich vor sich hin kroch. Und leider, im Gegensatz zu den Comics, fand ich die hier neu hinzugekommenen Figuren allesamt sehr uninteressant.

Ein völliger Griff ins Klo ist "Big Damn Hero" aber trotz dieser Kritikpunkte nicht. So profitiert er grundsätzlich schon einmal davon, dass es als Fan der Serie nun mal ganz einfach Spaß macht, ein weiteres Abenteuer mit der Serenity-Crew zu beschreiten – ja selbst dann, wenn dieses für sich betrachtet jetzt nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Der entsprechende Nostalgiefaktor bzw. Wiedersehenscharakter (nicht zuletzt auch, da Shepherd und Wash ja auch mit an Bord sind) wird den Roman für viele Browncoats zu einem Vergnügen machen und dafür sorgen, dass sie wohlwollend(er als meiner einer) über die vorhandenen Schwächen hinwegsehen. Generell ist der Roman keine völlige Katastrophe. Lovegrove mag den Ton nicht 100%ig treffen, aber im Großen und Ganzen sind die Figuren durchaus wiederzuerkennen, und ihre Interaktionen stimmig wiedergegeben. Zudem haben sich einzelne gelungene Gags ebenso eingeschlichen wie vereinzelte nette Momente. So gefiel mir z.B. die Begegnung zwischen Mal und Covington, wo der Captain der Serenity dann schließlich entführt wird, ausgesprochen gut. Auch alles rund um River und die Container konnte mir gefallen. Und Shepherds kurzes Solo-Abenteuer fand ich ebenfalls ganz nett. Als jemand, der gerade erst die Serie zum ersten Mal komplett geschaut hat und sich danach sofort auf die überwiegend gelungenen Comics von "Dark Horse" stürzte (und somit nicht, wie viele andere Browncoats, mittlerweile schon wieder einige Jahre auf ein Wiedersehen mit Mal & Co. warten musste) kam ich aber halt nicht umhin, in "Big Damn Hero" sowohl auf inhaltlicher als auch qualitativer Ebene einen markanten Rückschritt zu erkennen, und dementsprechend doch eher enttäuscht zu sein.

Fazit: Nachdem die "Serenity"-Comicreihe von Dark Horse die Lücke zwischen Serie und Film füllte, bzw. in weiterer Folge die dortige Geschichte dann weitererzählte, macht man – wie der Titel bereits andeutet – mit "Firefly" chronologisch einen Schritt zurück. "Big Damn Hero" ist während der Serie angesiedelt, was zwar den Vorteil hat, dass hier alle wieder (auch jene, die in "Serenity" ihr Leben lassen mussten) wieder versammelt sind, zugleich aber halt auch den Nachteil hat, dass sich die Spannung doch sehr in Grenzen hält. Denn Todesfälle oder sonstige markante Änderungen im Status Quo sind dadurch von vornherein ausgeschlossen. Generell war ich sowohl mit der Idee, Mals Vergangenheit in Rückblenden aufzurollen, als insbesondere dann auch deren Inhalt, nicht wirklich glücklich. Vor allem das Liebesdreieck war mir viel zu kitschig und klischeehaft – und gab dem Haupt-Bösewicht zudem eine extrem einfallslose Motivation. Hier verkommt "Firefly" doch tatsächlich zu einem Eifersuchtsdrama! Sehr ungewohnt war es auch, hier nun in Romanform zum ersten Mal so richtig in die Gedanken und Gefühle der Figuren vorzudringen (wovon Lovegrove für meinen Geschmack auch viel zu ausführlich Gebrauch machte). Wie der Autor aus meiner Sicht generell den Ton der Serie nicht 100%ig traf. Gerade auch aufgrund der zahlreichen, verkrampften Referenzen wirkt das alles teilweise sehr bemüht – letztendlich aber halt doch eher wie ein Imitat, als "the real deal". Schlecht ist der Roman trotzdem nicht. Abseits eines ziemlichen Durchhängers in der Mitte bleibt er relativ kurzweilig (auch wenn ein etwas flotterer Erzählstil generell nicht geschadet hätte), und generell macht es durchaus Spaß, ein weiteres Abenteuer mit der Serenity-Crew zu erleben – selbst dann, wenn dieses doch etwas zu wünschen übrig lässt. Für den nächsten, bereits fürs Frühjahr angekündigten zweiten Roman (leider wieder vom gleichen Autor) hoffe ich aber auf eine deutliche Steigerung.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel





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