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Der letzte Countdown Drucken E-Mail
Mäßiger Zeitreisethriller ohne echte Spannung Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 05 Dezember 2018
 
Advents-SPECiAL

 
Der letzte Countdown
Originaltitel: The Final Countdown
Produktionsland/jahr: USA 1980
Bewertung:
Studio/Verleih: The Bryna Company/United Artists/Jugendfilm-Verleih
Regie: Don Taylor
Produzenten: U.a. Peter Douglas
Drehbuch: David Ambrose, Gerry Davis, Thomas Hunter & Peter Powell
Filmmusik: John Scott
Kamera: Victor J. Kemper
Schnitt: Robert K. Lambert
Genre: Science Fiction
Kinostart Deutschland: 30. Oktober 1980 (BRD)
Kinostart USA: 01. August 1980
Laufzeit: 103 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Kirk Douglas, Martin Sheen, Katharine Ross, James Farentino, Ron O'Neal, Charles Durning u.a.


Kurzinhalt: Während einer militärischen Übung wird die U.S.S. Nimitz von einem mysteriösen Sturm erfasst. Danach findet sich der Flugzeugträger in der Vergangenheit wieder, genauer gesagt am 06. Dezember 1941 – genau einen Tag vor dem Angriff der japanischen Luftstreitkräfte auf Pearl Harbor. Nun bietet sich Captain Yelland und seiner Mannschaft die Gelegenheit, die Katastrophe zu verhindern und damit unzählige Menschenleben zu retten. Doch was passiert, wenn man in die Geschichte eingreift? Welche unerwünschten Konsequenzen könnten sich aus ihrer Einmischung ergeben? Als man einen US-Senator rettet, der eigentlich am Tag vor dem Angriff verstarb, als seine Yacht von japanischen Spähern angegriffen wurde, und man darüber hinaus auch seine Assistentin sowie einen japanischen Piloten an Bord nimmt, bekommt man darauf einen ersten Vorgeschmack. Was, wenn nun dieser Senator, statt Roosevelt, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird? Trotz dieser offenen Fragen lässt Captain Yelland schließlich die Kampfflieger starten, um die japanischen Luftstreitkräfte abzufangen…

Review: Szenenbild. Von "Der letzte Countdown", den ich zumindest meiner Erinnerung nach bislang nie gesehen hatte, war ich leider doch ziemlich enttäuscht. Das kann halt passieren, wenn man von einem Film nur das Grundkonzept kennt, und sich daraufhin etwas ganz anderes vorstellt, als man dann letztendlich bekommt. Ich hatte mir erwartet, dass es nach dem Zeitsprung an Bord des Flugzeugträgers zu heftigen Auseinandersetzungen darüber kommen würde, was man nun tun soll. Soll/kann/darf man wirklich eingreifen? Oder gefährdet man damit die Zeitlinie bzw. den Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg, was zu verheerenden Auswirkungen und noch viel mehr Toten, als man bei Pearl Harbor gerettet hat, führen würde? Letzteres Argument fehlte mir irgendwie völlig. Und zumindest mir erschiene es fraglich, ob sich die USA ohne das ihnen von den Japanern bei Pearl Harbor zugefügte Trauma derart rasch und bereitwillig in die Schlacht geworfen hätten. Und wenn nicht, was hätte dies für Auswirkungen auf den Zweiten Weltkrieg gehabt? Wie viel mehr Leben wären verloren gegangen? Stattdessen besteht eigentlich bei allen an Bord kein Zweifel, dass es den Angriff zu verhindern gilt. Ohne eine entsprechende Diskussion/Meinungsverschiedenheit fehlt es aber auch an einem markanten Konflikt an Bord – und damit an Spannung.

Aber auch davon abgesehen war ich vom Film jetzt nicht wirklich begeistert. "Der letzte Countdown" macht dabei stellenweise eher den Eindruck eines eineinhalbstündigen Werbefilms für die US-Navy und/oder Air Force, als eines normalen Spielfilms. Jene, die vom US-Militär schon immer fasziniert waren, mag dies begeistern, mir ging das alles aber schon immer eher am Hintern vorbei, weshalb ich diese ganzen, mit der Zeit doch etwas Überhand nehmenden Szenen doch eher langweilig fand. Das Interessanteste an ihm ist noch der Zeitreiseaspekt, der wurde mir persönlich aber wiederum viel zu stiefmütterlich behandelt. Letztendlich haben die Ereignisse hier bis auf die Tatsache, dass die Assistentin des Senators gerettet und einer von der Crew mit ihr in der Vergangenheit zurückbleibt, keine Auswirkungen. Wozu war die Übung denn dann eigentlich gut? Wie gesagt, wenn es eine bewusste Entscheidung gewesen wäre, sich nicht einzumischen, wäre das was anderes. So stellt man sich am Ende des Films aber halt schon irgendwie die Sinnfrage. Zumal von Anfang an klar ist, dass sich im Auto irgendjemand befinden muss, den wir kennen – warum sonst ihn uns nicht zeigen? Somit wartet man letztendlich nur darauf, wer von ihnen in der Vergangenheit zurückbleiben wird. Überraschend ist somit auch diese Wendung nicht – weder, dass Owens zurückbleibt, noch dass er und Laurel sich im Wagen befinden. Positiv stach für mich leider nur vergleichsweise wenig hervor. Die Kombination Kirk Douglas und Martin Sheen war schon ganz nett (wobei die beiden, vor allem in ihrem Zusammenspiel, leider nicht viel zu tun bekommen). Der Luftkampf zwischen den modernen US-Kampffliegern und den alten Maschinen der Japaner hatte schon irgendwie einen gewissen Reiz. Die Anomalie, durch die man durch die Zeit reist (umgesetzt von Maurice Binder, der auch für die meisten Bond-Intros der Ära verantwortlich war), war ganz nett umgesetzt. Und beim Ausbruch des japanischen Gefangenen (auch wenn sich da aus meiner Sicht alle ziemlich dämlich anstellen mussten) kam sogar kurzzeitig mal ansatzweise so etwas wie Spannung auf. Letztendlich fand ich die Idee hinter dem Film aber wesentlich interessanter und reizvoller als das Endprodukt.

Fazit: Szenenbild. Aus der Grundidee hinter "Der letzte Countdown" hätte man ja eigentlich viel machen können. Leider aber beschäftigt man sich kaum mit der Frage, ob die USS Nimitz aktiv ins Geschehen eingreifen soll. Vielmehr sind sich, nachdem allen endlich klar ist, was hier vor sich geht, alle einig, dass es gilt, einzuschreiten und so viele Menschenleben wie möglich zu retten. Dass dies möglicherweise den Kriegseintritt der USA verhindern könnte, wird vom Film leider überhaupt nicht thematisiert. Das fand ich schon ungemein schade. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass die Konsequenzen aus ihrem Handeln generell viel zu gering sind. Letztendlich ändert ihr Eingreifen bis auf das Überleben der Assistentin und dem Verbleib von Commander Owens genau gar nichts am Geschehen. Für einen Plot, der über eineinhalb Stunden ausgewälzt wird, doch eine eher magere Ausbeute (was auch die aufschwellende, triumphale Musik am Ende eher unfreiwillig komisch machte). Wie ich generell den Eindruck hatte, dass sich "Der letzte Countdown" als Episode einer Anthologieserie wie "Twilight Zone" besser geschlagen hätte denn als Spielfilm. Dann hätte man zwar nicht genug Geld (und Unterstützung von US-Navy und Air Force) gehabt, um die USS Nimitz derart prominent einzusetzen – da ich jedoch dieser ganzen Werbe- bzw. Rekrutierungs-Aufnahmen vom ach-so-tollen US-Militärs ohnehin rasch überdrüssig wurde, wäre das aus meiner Sicht aber ohnehin nicht einfach nur kein Verlust, sondern vielmehr ein Gewinn gewesen. Einzelne nette Momente zwischendurch, die gelungene Besetzung (vor allem Douglas und Sheen), die gefälligen Zeitsturm-Effekte, sowie der nette Luftkampf zwischendurch heben den Unterhaltungswert insgesamt zwar gerade noch so auf ein akzeptables Niveau. Insgesamt ließ mich "Der letzte Countdown" aber eher mit achselzuckender Ratlosigkeit zurück, wozu diese (Militär-)Übung denn eigentlich gut war.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1980 United Artists)


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