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Serenity - Flucht in neue Welten Drucken E-Mail
Filmische Fortsetzung zur kurzlebigen SF-Serie Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 04 November 2018
 
 
Serenity
Originaltitel: Serenity
Produktionsland/jahr: USA 2005
Bewertung:
Studio/Verleih: Barry Mendel Productions/Universal Pictures
Regie: Joss Whedon
Produzenten: U.a. Barry Mendel
Drehbuch: Joss Whedon
Filmmusik: David Newman
Kamera: Jack N. Green
Schnitt: Lisa Lassek
Genre: Science Fiction
Kinostart Deutschland: 24. November 2005
Kinostart USA: 30. September 2005
Laufzeit: 119 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD, Soundtrack
Mit: Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk, Morena Baccarin, Adam Baldwin, Jewel Staite, Sean Maher, Summer Glau, Ron Glass, Chiwetel Ejiofor, David Krumholtz, Michael Hitchcock, Sarah Paulson u.a.


Kurzinhalt: Mal Reynolds und seine Crew sind Glücksritter. Unterwegs in der Serenity, einem Schiff der Firefly-Klasse, nehmen sie einen Auftrag nach dem anderen an – egal ob legal oder illegal – um über die Runden zu kommen, und das Geld für die notwendigen Reparaturen und den Treibstoff des Schiffes, sowie ihre eigene Verpflegung, aufzutreiben. Aktuell haben sie jedoch ein ganz anderes, deutlich schwerwiegenderes Problem: Seit rund acht Monaten gehören neben dem Piloten Wash, Mals ehemaliger Kriegskameradin Zoe, dem Söldner Jayne, und der Mechanikerin Kaylee, auch der Arzt Simon Tam und seine Schwester River der Crew an. Auf letztere hat es jedoch die Allianz, welche den erforschten Weltraum kontrolliert, abgesehen – hat man doch an ihr als Kind Experimente durchgeführt, die ihre telepathischen Fähigkeiten gesteigert haben. Nach einigen gescheiterten Versuchen, River wieder zurückzuholen, beauftragt man den höchst gefährlichen "Operative" damit, die Mission zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dieser lockt die Serenity-Crew in eine Falle – und stellt Mal vor eine schwierige Wahl: River aufzugeben, oder die Vernichtung seines Schiffes und den Tod seiner Crew zu riskieren…

Review: Szenenbild. Als ich "Serenity – Flucht in neue Welten" 2005 im Kino sah, kannte ich noch keine einzige Folge von "Firefly". Das war zwar zweifellos nicht die optimale Ausgangssituation – dass der Film für mich aber dennoch prima funktioniert und mir sehr gut gefallen konnte, ist der beste Beweis dafür, dass Joss Whedon hier das Kunststück gelungen ist, den Film sowohl für Neulinge attraktiv und verständlich zu machen, als auch allen Fans eine gelungene Fortführung der Serie zu liefern. Ein Spagat, der nun wahrlich keine kleine Leistung darstellt, und wirklich lobens- und beachtenswert ist. Interessanterweise: Obwohl mir der Film damals im Kino eigentlich sehr gut gefallen hat (und sich damals schon über die gleiche, hohe Wertung freuen konnte, wie er sie auch diesmal wieder bekommen hat), hatte ich danach irgendwie nicht mehr das Bedürfnis, ihn mir nochmal anzuschauen. Was wohl u.a. daran liegt, dass ich vor der Zweitsichtung unbedingt mal die Serie schauen wollte (um nicht noch einmal blind reinzugehen), und bei dieser ja drei Versuche gebraucht habe, bis ich es endlich geschafft habe, sie mir komplett anzusehen (was, es sei nochmal erwähnt, nichts mit ihrer Qualität zu tun hat). Jetzt war es aber endlich soweit, und mein damaliger, überaus positiver Eindruck wurde bestätigt.

Diesmal konnte ich – im Gegensatz zur Erstsichtung – den Film aus der Perspektive einer Fortsetzung zur Serie, bzw. in gewisser Weise (weitere Sequels waren zwar ursprünglich angedacht, wurden dann jedoch aufgrund des nicht überragenden Einspielergebnisses verworfen) einem Finale für "Firefly", betrachten und bewerten, und auch als solches schneidet er meines Erachtens sehr gut ab. "Serenity" greift in erster Linie die fortlaufende Handlung rund um River Tam auf, wo nach den vierzehn Folgen der Serie ja noch einige Fragen offen geblieben waren. So erfahren wir hier endlich genauer, was mit River angestellt wurde, aber auch, wovor die Allianz solche Angst hat. Doch es ist nicht nur die Story rund um River, die hier weitererzählt wird. Nachdem sie in der Serie mehrmals erwähnt wurden, können wir hier nun unseren ersten Blick auf die Reaver erhaschen – und in weiterer Folge wird dann auch das Geheimnis ihrer Herkunft gelüftet. Und auch die Story rund um Inara, die am Ende der Serie ja gerade im Begriff war, die Serenity zu verlassen, wird hier aufgegriffen. Der Film setzt dabei, statt unmittelbar an "Firefly" anzuknüpfen, in etwa sechs Monate nach deren letzten Episode "Der Kopfgeldjäger" an. Nach den bisherigen fehlgeschlagenen Versuchen, River Tam zu fangen – u.a. eben auch in besagter Episode – beauftragt die Allianz nun den Operative. Dargestellt von einem damals noch weitgehend unbekannten Chiwetel Ejiofor, der vor einigen Jahren für seine Darstellung in "12 Years A Slave" für den Oscar nominiert wurde, schaffen Whedon und er mit dem sogenannten "Operato" den bisher besten, bedrohlichsten und denkwürdigsten Bösewicht der Reihe. Von Beginn an strahlt Ejiofor eine so bestechende wie beunruhigende Ruhe, Überzeugung und Selbstsicherheit aus, die ich echt beängstigend fand. Er vermittelt einem das Gefühl, genau zu wissen, dass er einen erwischen wird – weshalb er es auch nicht nötig hat, zu laufen, oder sich groß anzustrengen. Eben diese Überzeugung, die er ausstrahlt, verleihen ihm eine ungeheure, bedrohliche Präsenz.

Szenenbild. Von ihm abgesehen steht aber natürlich in erster Linie die Crew der Serenity im Mittelpunkt. Und obwohl Inara und Shepherd die Crew mittlerweile verlassen haben, müssen wir bei keinem von ihnen auf ein Wiedersehen verzichten. Wie schon in der Serie sticht dabei vor allem Nathan Fillion heraus. Eine spätere Szene macht zwar die Tatsache, dass es sich bei ihm letztendlich nur um einen Han Solo-Verschnitt handelt, noch einmal überdeutlich, allerdings spielt Fillion diesen mit derart viel Charme und Witz, dass er den Zuschauer dies größtenteils vergessen lässt. Von ihm abgesehen sind es in erster Linie noch Summer Glau (die hier als River wesentlich mehr zu tun bekommt, als in der Serie) und Morena Baccarin (auf deren Auftritt man zwar etwas warten muss, die danach den Film jedoch mitbestimmt), die hervorstechen. Alle anderen – Gina Torres, Alan Tudyk, Adam Baldwin, Jewel Staite, Sean Maher und Ron Glass – bekommen zwar ebenfalls ihre Momente. Zugleich macht der Film aber halt auch deutlich, wie schwer es ist, mit so einem großen Ensemble zu jonglieren, allen von ihnen gerecht zu werden, und zugleich auch noch eine packende Geschichte zu erzählen. Dementsprechend bleiben einige von ihnen doch vergleichsweise auf der Strecke.

Wie schon bei der Serie liegt die größte Stärke von "Serenity" in den Figuren und ihren Interaktionen miteinander, und damit einhergehend dem netten Humor, der sich insbesondere in den Dialogen wiederfindet. Zugegebenermaßen hat bei mir wieder einmal nicht jeder Gag gezündet; wenn man Whedons typischen Stil mal kennt, kann man die eine oder andere Pointe schon vorausahnen, weshalb diese dann halt nur bedingt funktionieren. Insgesamt trägt der Humor jedoch viel zum Unterhaltungswert des Films bei. Im Gegensatz zur Serie, die ja ohne größere dramatische oder gar tragische Momente ausgekommen ist, ist "Serenity" aber eben auch keine reine, oberflächliche aber doch eher belanglose Unterhaltung. Vielmehr gibt es diesmal doch den einen oder anderen Verlust innerhalb der Serenity-Crew zu beklagen. Dies verleiht der Geschichte nicht nur an (emotionalem) Gewicht, und steuert so manch berührenden Moment bei (das allein wäre schon positiv genug), sondern sorgt vor allem auch dafür, dass der Showdown dann wirklich spannend wird. Denn wenn sich mal die erste Figur aus der Stammbesetzung verabschiedet hat, ist man sich nicht mehr sicher, wie das Ganze ausgehen wird, und ob der Rest von ihnen überlebt, oder es nicht doch noch die eine oder andere (weitere) Person erwischen wird. Insofern war dieser Tod an dieser Stelle genau die richtige dramaturgische Entscheidung, da zumindest ich Whedon danach (und natürlich auch aufgrund der Tatsache, dass "Serenity" als potentielles Finale für die Serie gedacht war) so ziemlich alles zugetraut habe. Eben dies machte "Serenity" wesentlich spannender, als dies sonst oftmals bei solchen Serien der Fall ist (wo die Hauptfiguren meist ja doch im Leo zu stehen scheinen). Der Film zeichnet sich darüber hinaus durch ein hohes Erzähltempo und so manch interessante Offenbarung und/oder überraschende Wendung aus. Was die Musik betrifft, trat hier zwar David Newman an (statt Greg Edmundson, der die Serie vertont hat, zurückzuholen), dieser macht seinen Job aber ebenfalls gut. Die letzte wesentliche Stärke des Films sind aber die Spezialeffekte. Hier hat sich Universal Pictures nun wahrlich nicht lumpen lassen; die Weltraum-CGI-Effekte stellen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu Serie dar, und können sowohl quantitativ als auch qualitativ auch dreizehn Jahre später immer noch überzeugen. Damit hat "Serenity" dann letztlich auch alles, was man für ein packendes, episches Science Fiction-Abenteuer braucht!

Fazit: Szenenbild. "Serenity – Flucht in neue Welten" dürfte der Serie so manchen neuen Fan beschert haben, ist jedoch in erster Linie ein episches und trotz so manch tragischer Entwicklung versöhnliches Geschenk an alle Browncoats, die viel zu früh von ihrer geliebten Serie Abschied nehmen mussten. Zugegeben, so manche Entscheidung – insbesondere was die eine oder andere dramatische Entwicklung betrifft – wird nicht jedem gefallen. Letztendlich lag eben darin für mich aber die größte Stärke des Films, da Whedon eben auch den Mut hat, eben solche tragische Wendungen einzubauen, was nicht nur die Spannung erhöht, sondern dem Geschehen auch genau jenes emotionale Gewicht verleiht, dass ich in der Serie noch größtenteils vermisst hatte. In erster Linie ist aber auch "Serenity" wieder überaus unterhaltsam, was er vor allem auch der wieder sehr hohen Gagrate verdankt. Da macht es auch nichts, wenn – zumindest bei mir – nicht jeder Witz ins Schwarze trifft. Neben den wunderbaren Figuren aus der Stammbesetzung ist es dann in erster Linie noch Chiwetel Ejiofors Operative, der hervorsticht. Seine Ruhe und Selbstsicherheit geben ihm eine bestechende bedrohliche Präsenz. Und auch was die Produktionsqualität betrifft, lässt "Serenity" – angefangen über die Sets, die Inszenierung, die Musik, bis hin zu den hochwertigen CGI-Effekten – keine Wünsche offen. Insgesamt ist "Serenity – Flucht in neue Welten" ein packendes, mitreißendes und zum Ende hin auch durchaus berührendes Finale einer leider zu früh abgesetzten Serie – das jedoch auch für sich stehen kann, und ganz ohne Vorwissen als eigenständiges Science Fiction-Abenteuer großartig funktioniert.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2005 Universal Pictures)


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