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Star Trek - TNG: Relikte Drucken E-Mail
Besuch von der alten Enterprise Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 09 April 2018
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TNG: Relikte"
Originaltitel: "Star Trek - The Next Generation: Relics"
Bewertung:
Autor: Michael Jan Friedman
Übersetzung: Uwe Anton
Umfang: 234 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: November 1992 (E) bzw. 1996 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11690-3
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Als sie auf eine Dyson-Sphäre trifft, stürzt das Transportschiff U.S.S. Jenolen ab. Montgomery Scott, auf dem Weg in seinen verdienten Ruhestand, gelingt es, sich und den einzigen Überlebenden in den Musterpuffer des Transporters zu transferieren. 75 Jahre später wird der Notruf der Jenolen von der U.S.S. Enterprise (D) empfangen, und Scotty aus dem Transporter befreit. Doch dem früheren Ingenieurs-Zauberkünstler fällt es schwer, sich in dieser neuen Welt zurecht zu finden. Aufgrund der großen technologischen Fortschritte, die sich in der Zwischenzeit zugetragen haben, fühlt er sich nutzlos. Dann jedoch soll er Geordi LaForge dabei helfen, auf die Logbücher der Jenolen zuzugreifen. Während sie eben daran arbeiten, wie die U.S.S. Enterprise ins Innere der Dyson-Sphäre gezogen. Die beiden Mechaniker sind nun die letzte Chance der Enterprise, um aus dieser wieder zu entkommen…

Review: "Relikte" ist die Romanadaption der TV-Episode "Besuch von der alten Enterprise" (im Original – in beiden Medien – "Relics"). Im Vergleich zu früheren Adaptionen stand Michael Jan Friedman dabei vor der Herausforderung, dass ihm statt einer Doppelfolge nur eine Einzelepisode zur Verfügung stand. Und dabei hatten sich in der Vergangenheit bereits die Drehbücher der Doppelfolgen als zu kurz für einen vollwertigen Roman erwiesen. Sprich: Mehr noch als seine VorgängerInnen musste Friedman auf dem Drehbuch aufbauen, und dieses um zusätzliche Szenen und Handlungsstränge erweitern. Nun muss ich gestehen, insofern im Vorfeld skeptisch gewesen zu sein, ob just Friedman der richtige Kandidat dafür ist, als mir seine Romane oftmals zu oberflächlich sind – weshalb er mir für eine derart introspektive Geschichte von vornherein nicht unbedingt wie der ideale Kandidat erschien. Letztendlich schlug er sich bei "Relikte" aber durchaus wacker. Dabei profitiert er natürlich bis zu einem gewissen Grad von der Vorlage – immerhin halte ich "Besuch von der alten Enterprise" für eine der besten TNG-Folgen überhaupt. Es ist einfach eine wunderbare, nostalgisch-melancholische Geschichte, die mir – als großer Fan der Originalserie und auch von Scotty – auch durchaus nahe ging. Gerade auch jene Szene, als er aufs Holodeck geht und die Brücke der guten alten Enterprise ohne verdammtes A, B, C oder D aufrufen lässt. Die besagte Szene funktioniert dabei gleich auf zwei Ebenen: Einerseits stellen sich beim Zuschauer bzw. Leser – sofern dieser so wie ich mit der klassischen Serie aufgewachsen ist – nostalgische Gefühle ein, andererseits fühlt man aber auch mit Scotty mit, der aus seiner Zeit gerissen wurde und sowohl die Welt, seine Enterprise als auch seine Kameraden vermisst. Ein Moment, den auch Friedman sehr gut adaptiert, und durch einen Gastauftritt der alten Crew sogar nochmal bereichert (man hätte sich zwar einen anderen Moment als just eine Geburtstagsparty für Scotty aussuchen können, und man kann durchaus hinterfragen, ob wirklich derart genaue Aufzeichnungen sämtlicher Missionen und auch gewöhnlicher Feierlichkeiten im Computer existieren, aber wir wollen mal gnädig sein und uns nicht durch den inneren Vulkanier die schönen Emotionen dieses Moments verderben lassen).

Was seine anderen Änderungen und Erweiterungen betrifft, zeigt sich hingegen ein bisschen ein durchwachsenes Bild. Am besten konnte mir der Einstieg gefallen. Denn im Gegensatz zur Episode, wo wir mit der Enterprise-D einsteigen und (bei der Erstsichtung) so wie Georgi & Co. verblüfft sind, als plötzlich Scotty auf der Transporterplattform erscheint, lässt uns Friedman hier an der dem Untergang geweihten letzten Mission der Jenolen unmittelbar teilhaben. Schon allein die Idee, just an dieser offenen Frage anzuknüpfen und diese zu beantworten, fand ich genial, aber auch Friedmans Umsetzung konnte mir gefallen. Jedenfalls hat er aus meiner Sicht mit den ersten paar Kapiteln die aus der Episode bekannte Geschichte noch einmal bereichert. Auch die kleineren Erweiterungen rund um Scotty fand ich soweit gelungen (auch wenn er den Kontinuitätsfehler aus der Serie, dass Scotty denkt, Kirk hätte ihn gerettet, sogar noch verschärft; aber das ist ihm nicht vorzuwerfen, wie hätte er denn wissen sollen, was sich die Drehbuchautoren für "Generations" einfallen lassen?). Zumal er die Geschichte um ein paar weitere Erzählungen von Scotty und damit Referenzen auf Episoden der klassischen Serie bereichert. Wo er jedoch aus meiner Sicht leider ziemlich in die Scheiße gegriffen hat, ist bei der Nebenhandlung rund um Fähnrich Kane. Mal abgesehen davon, dass Friedman hier generell in die altbekannte Falle tappt, sich auf eine völlig unwichtige und uninteressante neue Gastfigur zu konzentrieren (was bei den "Star Trek"-Romanen ja leider immer wieder mal vorkommt – teilweise auch mit "Mary Sue"-Charakter), fand ich Kane noch dazu absolut unerträglich. Er ist ein weinerliches, arrogantes, uneinsichtiges Arschloch, der sich die Absolution, die ihm am Ende widerfährt, absolut nicht verdient hat. Generell war die Mission im Inneren der Dyson-Sphäre irgendwie völlig unnötig. Sie diente rein der – ohnehin erzwungen und unglaubwürdig wirkenden – Charakterentwicklung von Kane, bringt aber im Hinblick auf die Dyson-Sphäre selbst keine neuen Erkenntnisse. Da hätte sich Friedman das gleich sparen können. Zumal der entsprechende Teil Erinnerungen an "Die Beute der Romulaner" weckt (und den kleinen Kontinuitätsfehler rund um Riker allen Kennern beider Romane nur umso offensichtlicher macht), und mir zudem völlig unklar war, wo Riker denn hinfallen soll, wenn sie sich über den inneren Boden der Sphäre bewegen. Und natürlich wird auch hier – wie schon in der Episode – munter durch die Schilde der Jenolen hindurchgebeamt. Von diesen Kritikpunkten abgesehen konnte mir die Adaption der TV-Episode aber wirklich gut gefallen.

Fazit: Die Herausforderung, aus einer einzigen Episode (statt einer Doppelfolge) einen Roman mit normal-vertretbarer Länge zu machen, meistert Michael Jan Friedman soweit recht gut. Besonders gut gefiel mir der Einstieg, wo er uns die Ereignisse auf der U.S.S. Jenolen unmittelbar miterleben lässt – für mich die beste Idee seiner Adaption. Aber auch die erweiterten Scotty-Szenen, mit zusätzlichen Referenzen auf TOS-Episoden sowie einem Gastauftritt der alten Crew (im Holodeck) hatten es mir angetan. Demgegenüber konnte ich leider mit Fähnrich Kane überhaupt nichts anfangen, und wünschte wirklich, diesen Teil des Romans hätte er sich geschenkt. Davon abgesehen war ich von "Relikte" aber recht angetan, wobei das Buch natürlich auch davon profitiert, dass es sich bei der Vorlage "Besuch von der alten Enterprise" um eine meiner Lieblings-TNG-Folgen handelt. Und dank dem wirklich interessanten Prolog sehe ich auch für Kenner der Episode durchaus einen Mehrwert in dieser Romanadaption.

Bewertung: 3.5/5 Punkten
Christian Siegel


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