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Star Trek - TNG: Ship of the Line Drucken E-Mail
Der Jungfernflug der Enterprise NCC-1701-E Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 19 März 2018
 
Cover (c) PocketBooks
Titel: "Star Trek - The Next Generation: Ship of the Line"
Bewertung:
Autorin: Diane Carey
Übersetzung: -
Umfang: 320 Seiten
Verlag: Pocket Books
Veröffentlicht: Oktober 1997
ISBN: 978-0-67100-925-7
Kaufen: Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nach der Zerstörung der U.S.S. Enterprise-D wird das jüngste Schiff der Souvereign-Klasse auf den Namen Enterprise umgetauft. Noch ist Captain Picard jedoch unschlüssig, ob er wieder das Kommando übernehmen will. Von der Frage, ob ihm die Sternenflotte dieses denn überhaupt anbieten würde, ganz zu schweigen. Neben Commander Riker – zusammen mit der längst überfälligen Beförderung – ist auch Captain Bateson ein aussichtsreicher Kandidat. Bateson, der zusammen mit seiner Crew der U.S.S. Bozeman durch eine Weltraumanomalie rund 100 Jahre in die Zukunft geschleudert wurde, war nämlich für die Konstruktion des neuen Schiffes der Sovereign-Klasse hauptverantwortlich. Und tatsächlich gibt ihm die Sternenflotte, zumindest mal für den Jungfernflug, des Schiffes, das Kommando über die Enterprise. Während der Rest der alten Enterprise-Besatzung versucht, sich mit dieser Entscheidung abzufinden, wird Captain Picard auf eine streng geheime Mission geschickt, die ihn dazu zwingt, sich einem Schrecken aus seiner Vergangenheit zu stellen: Gul Madred…

Review: Ich habe "Ship of the Line" bereits vor rund 10 Jahren gelesen, und war damals nicht unbedingt übermäßig angetan. Meine "Zweitlesung" hat daran auch nichts Wesentliches geändert. Die Idee hinter dem Roman finde ich ja nicht uninteressant, die Umsetzung aber doch eher mangelhaft. So fand ich den Roman doch ziemlich zerfahren. Sich mit Picards Innenleben nach dem Verlust der Enterprise-D zu beschäftigen, ist ja grundsätzlich mal ein guter, interessanter und lobenswerter Gedanke, darüber hinaus stellt sich aber nicht nur er seiner Vergangenheit (in Form von Gul Madred), sondern der Roman beschäftigt sich auch ausführlich mit Commander Rikers Einsatz als erster Offizier an Bord der NCC-1701-E, den Gefangenen im "Madred-Dorf", vor allem aber Captain Bateson. Letzteres mag auf den Mist des Verlags gewachsen sein und nicht Diane Careys Wunsch entsprochen haben, für den für meinen Geschmack viel zu lockeren Umgangston, der an Bord der Bozeman herrscht, ist sie aber sehr wohl verantwortlich. Nicht falsch verstehen, ich denke schon, dass sich aus der Betrachtung von Captain Bateson und seiner Crew, und der Herausforderung, sich in einer neuen Zeit zurecht zu finden, ein interessanter Roman hätte maachen lassen. Aber dann hätte man sich halt auch wirklich darauf konzentrieren müssen und nicht nach ihrer Zeitreise drei Jahre in die Zukunft springen und somit den interessantesten Teil des Ganzen überspringen sollen, und zudem es nicht als parallele Geschichte zu Picards Dilemma platzieren dürfen, wo es da wir diesem halt nun mal weitaus mehr verbunden sind von vornherein dazu verdammt ist, den Kürzeren zu ziehen. Und wie gesagt, ganz unabhängig davon konnte ich mit Bateson und seiner Crew, so wie sie hier geschrieben wurden (und ihren lockeren Witzchen selbst im Angesicht des Todes) nicht viel anfangen. Zumindest letzteres geht somit jedenfalls auf Careys Konto.

Gleiches gilt auch für die Kontinuitätsfehler die sich bei "Ship of the Line" eingeschlichen haben. So schreibt Carey hier so, als würden die Klingonen gerade erst mal die Fühler in Richtung Krieg ausstrecken, wenn in Wahrheit zu diesem Zeitpunkt der Kithomer-Vertrag schon längst aufgekündigt war. Insofern passt die Beschreibung der (politischen) Situation zwischen der Föderation und dem klingonischen Reich nicht wirklich. Zudem behauptet Picard in seinem Gespräch mit Madred, dass ihn die Borg nach seiner Gefangenschaft beim Cardassianer entführt und in einen von sich verwandelt hätten; vielmehr war's genau umgekehrt. Und unabhängig davon muss ich sagen, dass ich mir mit der Charakterisierung teilweise schwer tat. So gut ihr Gespür für die klassischen Figuren auch sein mag, aber Picard schien mir teilweise nicht wirklich gut getroffen zu sein, und agierte (und dachte) eher untypisch. Und auch so Sachen wie am Ende, wo er statt Earl Grey einen anderen Tee bestellt, und das diesen enormen bedeutungsschwangeren Charakter haben soll, fand ich verkrampft. Die ständigen Anspielungen auf die Seefahrt fand ich ebenfalls etwas mühsam. Vor allem aber tat ich mir mit einem gefühlt fünfzig Seiten in Anspruch nehmenden Teil schwer, in dem Picard eine Holodeck-Simulation von zwei bekannten Einsätzen von James T. Kirk aufsucht (die dieser angeblich inklusiver der damaliger Gedanken die ihm durch den Kopf gingen während seiner Zeit an der Sternenflottenakademie programmiert haben soll), um sich über seine eigene Entscheidung im Klaren zu werden. Sowohl der Angriff der Romulaner in "Spock unter Verdacht" als auch "Kirk : 2 = ?" werden hier erschöpfend bis ins kleinste Detail nacherzählt, und dabei immer wieder ein Blick in Kirks Innenleben geworfen, der seine Gedanken, Gefühle und Überlegungen auf Nachfrage Picards ganz genau beschreibt – und dabei allzu oft jene Dinge ausspricht, die dem Zuschauer bei der Sichtung der Folge ohnehin sonnenklar und völlig offensichtlich waren. Was sich Carey dabei gedacht hat, werde ich nie verstehen.

Ganz schlecht ist "Ship of the Line" aber nicht. Wie gesagt mochte ich den Grundgedanken durchaus, und es ist auch nicht uninteressant, die Enterprise-E auf ihrem Jungfernflug zu begleiten. Sehr gut gefiel mir auch das Wiedersehen zwischen Picard und Madred. Und dass Picard den Verlust des Schiffes – immerhin sieben Jahre seine Heimat – erst einmal verdauen muss, war ebenfalls verständlich. Zudem gibt es einzelne packende Momente. Und abseits der meines Erachtens zu locker-flockigen Sprache war auch der Prolog zu Kirks Zeiten gelungen, da wir so nun quasi das Gegenstück zur Geschichte aus der Episode "Deja Vu" erhielten. Und schlecht geschrieben ist der Roman sicherlich auch nicht. Trotzdem würde ich "Ship of the Line" weder zu den gelungeneren Werken Careys noch zu den Pflichtlektüren für Trekkies zählen.

Fazit: Diane Carey hat schon einige gelungene "Star Trek"-Romane verfasst – "Ship of the Line" gehört meines Erachtens aber leider nicht dazu. Die Kombination der einzelnen Figuren und ihrer jeweiligen Geschichten wollte für mich nichtzusammenpassen, und ließ letztendlich teilweise auch zu wenig Platz, um sich diesen im notwendigen Umfang zu widmen. Vor allem der Zeitsprung nach Batesons Zeitreise hat mich doch ziemlich enttäuscht; gerade wo es interessant wurde wird "abgeblendet" und der spannendste Teil übersprungen. Ein separater Roman für die Abenteuer der U.S.S. Bozeman sowohl vor als auch nach dem Zeitsprung hätte ich da besser gefunden. Aber auch mit dem Picard-Teil der Handlung war ich nur teilweise glücklich. Abseits des irritierenden Kontinuitätsfehlers (Carey behauptet, das Verhör durch Madred hätte vor der Entführung durch die Borg stattgefunden) fand ich alles rund um Picards Begegnung mit Madred durchaus gelungen. Und auch die Idee, dass er anfänglich selbst noch nicht genau weiß, ob er denn überhaupt das Kommando über die Enterprise-E übernehmen will, hatte etwas. Dass er um diese Entscheidung zu treffen jedoch eine Holodeck-Simulation aufsucht, und zwei ellenlang beschriebenen (bekannten) Missionen Kirks beiwohnt, wo dieser Dinge erklärt, die bei der Sichtung der Folge ja ohnehin sonnenklar waren (sprich, es wird nur das offensichtliche auf viel zu vielen Seiten ausgewälzt), hat mich dafür überhaupt nicht überzeugt. Vor allem aufgrund der Länge fand ich diese Einlage einfach nur mühsam. Es gibt ja nach wie vor so manchen "Star Trek"-Roman, der's bislang nicht ins Deutsche geschafft hat. Bei "Ship of the Line" muss ich aber leider festhalten, dass ich es in diesem spezifischen Fall nicht übermäßig schade finde.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel
Cover (c) Pocket Books


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