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Discovery - 1x12: Blindes Verlangen Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Netflix

Originaltitel: Vaulting Ambition
Episodennummer: 1x12
Bewertung:
Erstausstahlung USA: 21. Januar 2018 (CBS)
Erstausstahlung D: 22. Januar 2018 (Netflix)
Drehbuch: Jordon Nardino
Regie: Hanelle M. Culpepper
Hauptdarsteller: Sonequa Martin-Green als Michael Burnham, Jason Isaacs als Gabriel Lorca, Doug Jones als Saru, Shazad Latif als Ash Tyler/Voq, Anthony Rapp als Paul Stamets, Mary Wiseman als Sylvia Tilly.
Gastdarsteller: Michelle Yeoh als Emperor Georgiou, Wilson Cruz als Hugh Culber, Mary Chieffo als L'Rell, Sam Asante als Senior Guard, Jeremy Crittenden als Lord Eling, Raven Dauda als Dr. Pollard, Billy MacLellan als Barlow, Dwain Murphy als Captain Maddox, Tasia Valenza als Shenzhou Computer, Marie Ward als Junior Guard u.a.


Kurzinhalt: Michael Burnham wird auf das Schlachtschiff von Imperator Georgiou zitiert. Während Lorca auch dort wieder in eine der Agonizer-Kammern gesteckt und gefoltert wird, genießt Burnham mit Georgiou ein gemeinsames Abendessen, wo sie erfährt, dass ihr Gegenstück in diesem Paralleluniversum von dieser adoptiert wurde. Doch Georgiou ist mit ihrer Ziehtochter überaus unzufrieden – und befiehlt ihre Exekution. Michael sieht daraufhin keine andere Möglichkeit, als der Imperatorin die Wahrheit anzuvertrauen, und ihr zu offenbaren, dass sie aus einem anderen Universum kommt. Währenddessen findet sich Paul Stamets, der nach wie vor auf der Discovery im Koma liegt, in einer Art Sporenraum bzw. -dimension wieder. Dort trifft er auf sich selbst – genauer gesagt sein Gegenstück aus dem Spiegeluniversum. Auch dieser ist nach einem Unfall dort gefangen, und hofft, dass es ihnen gemeinsam gelingen wird, zu entkommen, und in der realen Welt wieder aufzuwachen. Doch Paul sieht nicht nur seinen Spiegel-Gegenpart, sondern auch Hugh Culber – und erfährt, dass dieser ermordet wurde…

Review: Episodenbild (c) Netflix Mit nicht einmal 38 Minuten ist "Blindes Verlangen" bislang die kürzeste Episode einer (Real-)Star Trek-Serie. Das ist aber nicht der Grund, warum sie wertungstechnisch im Vergleich zu den letzten Folgen wieder merklich abgesackt ist. Im Wesentlichen gliedert sich "Blindes Verlangen" in drei Handlungsstränge, die bei mir unterschiedlich angekommen sind. Beginnen wir mit Paul. Nach dem Tod von Hugh stürmten die Serienmacher Twitter, um sich gegen den "Bury your gays"-Vorwurf zu wehren, und versprachen, dass wir ihn wiedersehen würden. Tatsächlich wurde eben dies in "Blindes Verlangen" und erfüllt – über den Twist bin ich jedoch auch nach dieser Folge um nichts glücklicher, und den "Bury your gays"-Vorwurf halte ich nach wie vor für angebracht. Klar hat Hugh eine wesentliche Rolle dabei gespielt, es Paul zu ermöglichen, wieder zu erwachen, es ändert aber nichts daran, dass wir in der aktuellen Fernsehlandschaft ein weiteres glückliches schwules Pärchen verloren haben – und damit zugleich auch das erste (offizielle) bei "Star Trek". Davon abgesehen waren die Stamets-Szenen im Sporenraum zwar ok, aber nichts, dass man so oder so ähnlich nicht schon in zig anderen "Star Trek"-Folgen gesehen hätte.

Mit Abstand am Besten hat bei mir alles rund um Michael Burnham und Imperatorin Georgiou (im Englischen wird, im Gegensatz zu Hoshi damals, der geschlechtsneutrale Titel Emperor verwendet – ich behaupte nach wie vor, einzig und allein deshalb, damit die Offenbarung der Identität des Imperators eine Überraschung ist; was bei mir ohnehin nicht funktioniert hat) gefallen. Wobei das im Hinblick darauf, dass ich die anderen beiden Handlungsstränge nicht sonderlich gelungen fand, nicht viel heißt. Echte Spannung kam bei mir nämlich auch bei diesen Szenen, sei es dem Abendessen oder der vermeintlichen Exekution, nicht auf. Dennoch war die Idee, dass Michael auch in diesem Universum adoptiert wurde, nur statt von ihrer Vaterfigur Sarek hier von ihrer Mutterfigur Georgiou, schon ganz nett. Und auch die Offenbarung, dass ihnen die Informationen über die U.S.S. Defiant nichts nützen werden, da diese ja nicht nur durch die Dimensionen, sondern auch durch die Zeit gereist ist, und die Crew zudem durch den Interphasenraum wahnsinnig wurde, war gelungen (und fügte sich auch schön und stimmig in die bekannte Kontinuität ein). Damit ruhen nun alle Hoffnungen auf Paul und dem Sporenantrieb. Am Ende gab es dann jedoch nochmal eine Wendung, die auf der einen Seite zum wiederholten Mal längst nicht so überraschend war, wie das die Macher wohl glauben, die mir aber vor allem auch – wie schon bei Ash – überhaupt nicht geschmeckt hat. Gabriel Lorca war für mich bislang die mit Abstand interessanteste Figur aus dem Ensemble, und eine der größten Stärken der Serie. Durch die Offenbarung hier, dass es sich um Spiegel-Lorca handelt, wird dies jedoch größtenteils ruiniert. Weil gerade die Tatsache, dass so ein zwielichtiger, ambivalenter (und traumatisierter) Captain aus der Sternenflotte hervorgehen kann, machte ihn für mich so interessant. Das ist nun futsch. Zudem stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, wie er denn eigentlich das Universum wechseln konnte. Wobei ich mir sicher bin, dass die Macher dafür eine gute Erklärung im Ärmel haben, insofern ist dies das Wenigste. An meiner Enttäuschung darüber, dass der uns vorgestellte Lorca aus dem Spiegeluniversum kommt, wird dies aber nichts ändern können.

Fazit: Episodenbild (c) Netflix Nach den letzten ganz guten Folgen empfand ich "Blindes Verlangen" leider wieder als ziemlichen Rückschritt für die Serie. Irgendwie war die Episode sehr inhaltsarm, und passierte bis auf die Wendung am Ende nicht wirklich etwas. Und eben diese Wendung hat ihr aus meiner Sicht ziemlich das Genick gebrochen. Einerseits war es längst nicht so überraschend, wie die Macher vielleicht glauben (die bislang ja mit den meisten ihrer vermeintlich überraschenden Twists bei mir eingefahren sind), vor allem aber war dieser überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Da präsentiert man uns bei "Star Trek" endlich mal einen zwielichtigen Captain in prominenter Rolle, und dann kommt er – natürlich – aus dem Spiegeluniversum. Damit hat sich viel bis alles von dem, was die Figur für mich so interessant gemacht hat, von einer Sekunde auf die nächste in Luft aufgelöst. Das ist generell so eine Schwäche von "Discovery" für mich persönlich: Man denkt viel zu sehr in Richtung Twist, und viel zu wenig in Richtung Inhalt. Auch alles rund um Paul wollte mich nicht begeistern, nicht zuletzt da es solche "Traumsequenzen" in leeren Korridoren halt mittlerweile schon oft genug gab, und Culbers Rolle dabei, Stamets wieder aufzuwecken, am bitteren Nachgeschmack dieser Wendung auch nichts ändern kann. Einzig die Szenen zwischen Burnham und Georgiou waren ganz nett – konnten die Folge aus meiner Sicht aber auch nicht mehr wirklich retten.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2018 Netflix)




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