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Star Trek - TOS: Das Prometheus-Projekt Drucken E-Mail
Mäßiges Abenteuer in der Film-Ära Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 28 August 2017
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TOS: Das Prometheus-Projekt"
Originaltitel: "Star Trek: The Prometheus Design"
Bewertung:
Autorinnen: Sondra Marshak & Myrna Culbreath
Übersetzung: Hans Maeter
Umfang: 220 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: März 1982 (E) bzw. 1987 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11617-0
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Ein paar Wochen nach der V'Ger-Krise kommt der vulkanische Admiral Savaj an Bord, und überträgt Spock das Kommando über die Enterprise – während Kirk zum Ersten Offizier degradiert wird. Ausschlaggebend dafür ist die nächste Mission, auf die das Schiff geschickt wird: Die Sternenflotte hegt den Verdacht, dass auf dem Planeten Helva ein mächtiges außerirdisches Volk aus einer anderen Galaxis – und möglicherweise sogar Existenzebene – Experimente an der dortigen Bevölkerung durchführt. Genauer gesagt wird ihr Verhalten beeinflusst, und sie durch Emanationen aggressiver gemacht. Admiral Savaj beschäftigt sich seit Jahren mit den sogenannten "Planern" – und hält seinen vulkanischen Kollegen Spock für geeigneter, die Mission anzuführen, als den hitzköpfigen Kirk. Dieser ist jedoch über die Zurücksetzung alles andere als erfreut; was die Außerirdischen wiederum ausnutzen, um – als die Enterprise ebenfalls Teil ihres Experiments wird – auch auf ihn Einfluss zu nehmen…

Review: Den Anfang von "Das Prometheus-Projekt" fand ich ja noch interessant. Der erste Einsatz auf Helva, die Momente aus Sicht der Aliens, die herumexperimentieren, um das sogenannte Prometheus-Paradoxon zu erforschen (sprich, die Gefahr, dass sich Zivilisationen, wenn sie einen gewissen technologischen Entwicklungsstand erreicht haben und ihre aggressiveren Tendenzen noch nicht abgelegt haben, selbst vernichten – der Name entstammt der gleichnamigen griechischen Sage, wonach uns der Gott Prometheus Feuer gab), sowie das Setting in der Post-TMP-Ära – die meisten Abenteuer spielen ja während Kirks erster Fünfjahresmission – fand ich allesamt vielversprechend. Wenn dann allerdings Spock mal das Kommando über die Enterprise übernimmt – grundsätzlich eine interessante Idee, die viel Potential geboten hätte – begann "Das Prometheus-Projekt" für mich aber zunehmend zu entgleisen. Die beiden Hauptprobleme sind dabei einerseits sich die sehr schleppend, vorhersehbar und teils hanebüchen entwickelnde Handlung, und andererseits, dass mir die Figuren teilweise nicht wirklich gut getroffen schienen. Dies gilt natürlich insbesondere für Kirk. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass er ja von den Planern manipuliert wird, war es mir teilweise unmöglich, sein Verhalten zu schlucken. Die Autorinnen versuchen hier verzweifelt, einen Keil in die Freundschaft zwischen Kirk und Spock zu werfen, aber mir erschienen ihre Konflikte hier – trotz der Entscheidung, Kirk das Kommando zu entziehen – zu keinem Zeitpunkt plausibel. Dies gilt übrigens nicht nur für Kirk, sondern auch für Spock, der selbst für seine vulkanischen Verhältnisse überraschend kalt, gefühllos und teils richtiggehend arrogant agiert. Von der Wertschätzung, welche die beiden sowohl innerhalb der Serie als auch in den Filmen immer wieder füreinander erkennen ließen, fehlt jede Spur. Die Autorinnen erklären Spocks Verhalten damit, dass er ja nach Vulkan geflogen ist, um sich dem Kohlinar zu unterziehen – vergessen dabei aber scheinbar darauf, dass er dieses (und damit das Ablegen sämtlicher Emotionen) abgelehnt hat. Zudem negiert man seine Erkenntnis aus "Star Trek – Der Film" – die er mit V'Ger teilt – dass Logik nicht alles ist. Jedenfalls war es mir teilweise richtiggehend unmöglich, Spock und Kirk wiederzuerkennen.

Erschwerend kommen dann noch ein paar Kontinuitätsfehler hinzu. So behaupten die Autorinnen an einer Stelle, nach ihren Gedankenverschmelzungen wäre die telepathische Verbindung zwischen Kirk und Spock so stark, dass diese teilweise über Lichtjahre hinweg den anderen spüren können – und berufen sich auch hier wieder auf den Film. Was völliger Quatsch ist, weil Spock empfing nicht etwa Emanationen von Kirk, sondern vielmehr von V'Ger. Extrem verkrampft wirkt auch ihr Versuch, Chekovs Eigenschaft, gewisse Dinge als russischer Errungenschaft zu präsentieren. Der Witz dabei war ja, dass es bei all diesen Dingen durchaus plausibel klang und er davon wirklich überzeugt zu sein schien. Hier behauptet er aber plötzlich, Schlaf wäre von einer alten russischen Frau erfunden worden. Das ist einfach nur schwachsinnig. Diese Einlage verdient echt das Prädikat "gewollt, aber nicht gekonnt" – und lässt sich so leider auf den gesamten Roman übertragen. Ein gutes Beispiel ist auch die Antwort des Computers "Wahrscheinlichkeit fast Null". Das ist bitte keine Angabe, wie ein Computer sie machen würde. Auch mit der Behauptung, Großstädte würden aufgrund der räumlichen Enge Gewalttaten begünstigen, konnte ich nicht viel anfangen. Die Autorinnen mögen sich hier von damaligen amerikanischen Verhältnissen beeinflusst haben lassen, vergessen dabei aber auf die zahlreichen Großstädte weltweit, wo es – prozentuell gesehen – nicht wesentlich schlimmer zugeht als in weniger dicht besiedelten Regionen. Am Ende haben sie dann zudem noch das Pech, dass Spocks Verbot an Kirk, sein Leben zu geben, um die Galaxis zu retten, was in eklatantem Widerspruch zur vulkanischen "Das Wohl vieler"-Mentalität steht – wie nur halt zu diesem Zeitpunkt noch nicht etabliert war, und erst kurz danach in "Der Zorn des Khan" vorgestellt. Insofern ist es ihnen nicht vorzuwerfen; irritiert hat's mich aber schon. Wie letztendlich halt einfach der gesamte Roman, der zwar über eine interessante Prämisse verfügt, sich aber in weiterer Folge für mich einfach überhaupt nicht wie "Star Trek" anfühlte, und auch inhaltlich an Reiz und Spannung verlor. Vom eher enttäuschend-bequemen Ausklang ganz zu schweigen.

Fazit: Die Grundidee hinter "Das Prometheus-Projekt" war ja nicht uninteressant, der Einstieg noch vielversprechend, und vor allem das Setting hatte es mir angetan – weil so viele Romane, die in der Film-Ära spielen, gibt's ja eh nicht. Leider aber war der Rest des Romans dann eine ziemliche Enttäuschung. So schlich sich der eine oder andere ärgerlich-vermeidbare Kontinuitätsfehler ein, kam zu keinem Zeitpunkt Spannung auf, die interessante Prämisse verlor sich leider zunehmend in mäßigen philosophischen Diskussionen und büßte generell zunehmend an Reiz ein, und das Ende war dann doch eher einfallslos und enttäuschend. Der größte Knackpunkt ist aber das teils extrem untypische Verhalten der Figuren, wobei für mich vor allem Kirk und Spock überwiegend nicht wiederzuerkennen waren. Am Ende steht bezüglich Kirk geschrieben: "Er würde so bald nicht vergessen, unter Spock gedient zu haben". Ich hoffentlich schon.

Bewertung: 1.5/5 Punkten
Christian Siegel


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