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Licht Drucken E-Mail
Packender Abschluss der Zeitreise-Duologie Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 12 August 2017
 
Titel: "Licht"
Originaltitel: "All Clear"
Bewertung:
Autor: Connie Willis
Übersetzung: Claudia Kern
Umfang: 875 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 13. Februar 2017
ISBN: 978-3-95981-170-5
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Die drei zeitreisenden Historiker Polly, Mike und Eileen sind nach wie vor im London des Jahres 1941 gestrandet. Die Tatsache, dass sich ihre Portale nicht mehr öffnen, erfüllt sie zunehmend mit Sorge. Ist etwa im Jahr 2060 eine Katastrophe passiert, welche ihre Rückkehr verhindert? Oder nahmen sie etwa derart viel Einfluss auf das Geschehen, dass sie den Ausgang des Krieges beeinflusst und die Alliierten diesen verloren haben? Trotz all dieser Unsicherheit hoffen sie nach wie vor darauf, dass das Rettungsteam eines Tages eintreffen wird, um sie abzuholen. Zugleich versuchen sie, ihren Kollegen in der Zukunft über versteckte Annoncen in der Zeitung mitzuteilen, wann und wo sie sich befinden, sowie mit anderen Historikern welche den gleichen Zeitraum erforschen Kontakt aufzunehmen, und ev. über deren Portale in ihre eigene Zeit zurückzukehren. Und als wäre all dies nicht schon genug, müssen sie mitten im Blitzkrieg vor allem um eines kämpfen: Ihr eigenes Überleben…

Review: Eine Zeit lang sah es so aus als würde es "Licht" nicht ganz gelingen an den großartigen ersten Teil anknüpfen zu können. Nicht etwa, dass ich ihn schlecht gefunden hätte, aber teilweise doch eine Spur schwächer als "Dunkelheit". Dies liegt einerseits daran, dass Polly, Mike und Eileen mittlerweile ja zueinander gefunden haben, wodurch ein bisschen der Reiz verloren ging, den Zweiten Weltkrieg aus mehreren verschiedenen Perspektiven (im London, am Land, an der Front) zu verfolgen. Generell rückte diesmal ihre eigene Notlage im Vergleich zum Krieg an sich stärker in den Mittelpunkt. Zudem mehrte sich mit der Zeit das Aufkommen eines bestimmten Stilmittels, nämlich der Versuch, dem Leser eine üble Wendung verkaufen zu wollen, nur um diese dann doch als Trugschluss zu offenbaren. Nach 2-3 dieser Tricks (die ja schon in "Dunkelheit" begonnen haben) hab ich Willis bei allen weiteren vermeintlich tragischen Ereignissen dann leider nicht mehr vertraut, was deren Wirkung reduzierte. Vor allem aber haben sich beim über 800 Seiten langen "Licht" meines Erachtens dann doch ein paar kleinere Längen eingeschlichen – insbesondere im Mittelteil. So rund 50 Seiten zu kürzen hätte ihm jedenfalls nicht geschadet. Dass es ihm trotz dieser Kritikpunkte dann doch noch gelungen ist, die gleiche hohe Wertung wie der Vorgänger zu erzielen und mich wieder voll und ganz für sich zu gewinnen und richtig zu begeistern, liegt einerseits an den bereits aus "Dunkelheit" bekannten Stärken, die auch hier wieder zu Tage treten. Connie Willis versteht es einfach, eine packende Geschichte zu erzählen, die es einem schwer macht, den Roman aus der Hand zu legen. Vor allem die Kapitel-Cliffhanger waren wieder einmal überaus effektiv gesetzt, und zwangen einen förmlich dazu, doch noch das nächste Kapitel auch zu lesen.

Die Autorin findet auch neuerlich genau das richtige Verhältnis zwischen dem Fokus auf den Figuren und der Geschichte. Weder wird das Geschehen zu oberflächlich erzählt, noch würde sie sich zu sehr auf die Charaktere konzentrieren und daraufhin die Handlung unnötig aufhalten. Und auch wenn der Schwerpunkt diesmal klar auf dem Jahr 1941 liegt und aufgrund der Tatsache, dass sich Polly, Mike und Eileen mittlerweile am selben Ort aufhalten im Vergleich zu "Dunkelheit" ein bisschen die Abwechslung fehlte, sorgen die zwischendurch eingestreuten Kapitel in anderen Zeitebenen (vor allem 1944, aber z.B. auch ins Jahr 1995 machen wir ein paar Ausflüge) doch noch dafür, dass es nie eintönig wird. Zudem gibt es wieder einmal einzelne dramatische Höhepunkte im Roman, wie z.B. die Bombardierung von St. Pauls – eine Nacht, die wir dann wiederum aus der Sicht der drei Hauptfiguren und damit aus verschiedenen Perspektiven erleben – die einen richtiggehend ans Buch fesseln. In erster Linie ist es aber dem grandiosen Finale zu verdanken, dass "Licht" dann trotz der zuvor erwähnten Schwächen doch noch das Niveau des ersten Teils erreicht. Bereits zuvor – wie bei der bereits erwähnten Nacht mit dem Brand von St. Pauls – hat Willis bewiesen, dass sie den Handlungsaufbau meisterlich beherrscht, und sich die einzelnen Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven perfekt miteinander ergänzen, und sich gegenseitig von einem Höhepunkt zum nächsten hochschaukeln. Zum Ende hin wird dann aber deutlich, dass sich diese Stärke des phantastischen Aufbaus nicht nur auf solche einzelne dramaturgische Höhepunkte bezieht, sondern vielmehr auf die Geschichte als Ganzes. Wie die einzelnen Zeitebenen zum Finale dann schließlich zusammenlaufen und ein faszinierendes Gesamtbild ergeben, ist einfach nur phänomenal. Zumal sie zum Ende hin dann auch nochmal so richtig an der Spannungsschraube dreht. Jedenfalls ist es ihr mit den letzten Kapiteln dann doch noch gelungen, mich wieder so richtig zu begeistern.

Fazit: Zu Beginn hatte ich noch den Eindruck, dass "Licht" eine Spur schwächer wäre als der Vorgänger. Dadurch, dass die drei Zeitreisenden mittlerweile in London zusammengekommen sind, fehlte ein bisschen der Reiz, diese Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Generell rückte ihre Notlage gegenüber dem Kriegsgeschehen und den Auswirkungen auf die Bevölkerung ein bisschen in den Hintergrund. Und auch das Stilmittel, eine üble Wendung anzudeuten die sich dann doch in Wohlgefallen auflöst, wurde mir mittendrin von der Autorin etwas zu inflationär verwendet. Letztendlich spielt all dies jedoch insofern keine Rolle, als es Connie Willis auch beim zweiten Teil wieder einmal versteht, ungemein packend und mitreißend zu schreiben, so dass man den Roman trotz seiner Länge förmlich verschlingt. Vor allem die Nacht, in der St. Pauls von einer Brandbombe getroffen wird, sticht diesbezüglich hervor. Aber vor allem zum Ende hin konnte mich "Licht" dann begeistern. Nach und nach wird aufgeklärt, in welcher Beziehung die einzelnen Zeitebenen zueinander stehen, und es ist in diesen Momenten, wo sich dem Leser die Brillanz der Duologie so richtig erschließt, und man erkennt, wie sorgfältig und großartig diese von Willis aufgebaut wurde. Zusammen mit dem wirklich packenden Finale und einigen emotionalen Momenten sorgt dies dann dafür, dass "Licht" dem Vorgänger, trotz der vorhandenen Schwächen, in nichts nachsteht, und insgesamt zählt diese Duologie ganz klar zum Besten, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

Bewertung: 4.5/5 Punkten
Christian Siegel





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