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Star Trek: The City on the Edge of Forever Drucken E-Mail
Comicfassung von Harlan Ellisons Original-Drehbuch Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 10 April 2017
 
Cover (c) CrossCult
Titel: "Star Trek: The City on the Edge of Forever"
Bewertung:
Autoren: Scott Tipton & David Tipton, nach dem Drehbuch von Harlan Ellison
Künstler: J.K. Woodward
Farben: J.K. Woodward
Cover: Juan Ortiz
Umfang: 128 Seiten
Verlag: IDW Publishing
Veröffentlicht: 07. Februar 2015
ISBN: 978-1-63140-206-4
Kaufen: Hardcover (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Auf der Enterprise treibt schon länger ein Drogendealer sein Unwesen. Lt. Beckwith verkauft illegale Substanzen an Crewmitglieder, nachdem ihm jedoch auf der Brücke ein schwerer Irrtum unterlaufen ist der fast das Schiff zerstört hätte, will ihn sein treuester Kunde bei Captain Kirk verpfeifen. Daraufhin tritt Beckwith die Flucht an. Er eilt in den nächstgelegenen Transporterraum und beamt sich auf den nahegelegenen Planeten runter. Als sie die Verfolgung aufnehmen, stößt die Landetruppe dort auf eine Stadt am Rande des Nichts. Diese wird von den Wächtern der Ewigkeit bewohnt, die ein Portal bewachen, das durch die Zeit führt. Als sich Captain Kirk von ihnen die Vergangenheit der Erde anzeigen lässt, nutzt Beckwith die Gelegenheit, um durchs Portal zu verschwinden. Dadurch löste er eine eklatante Veränderung der Vergangenheit – und damit auch der Gegenwart – aus. Spock und Kirk folgen ihm, um den von ihm angerichteten Schaden zu reparieren. Wie sie jedoch später herausfinden, bedeutet dies, jene Frau, in die sich James T. Kirk unsterblich verliebt hat, ihrem Tod zu überlassen…

Review: Für nicht wenige – mich eingeschlossen – ist "Griff in die Geschichte" die beste Episode der klassischen Serie – wenn nicht gar von "Star Trek" generell. Der Autor der ursprünglichen Drehbuchfassung, Harlan Ellison, war jedoch mit den von Gene Roddenberry an seinem Entwurf vorgenommenen Änderungen nie sehr glücklich. Ich persönlich muss gestehen, im direkten Vergleich Roddenberrys Version vorzuziehen, dennoch ist es zweifellos sehr interessant, Harlan Ellisons ursprüngliche Vision der fertigen Episode gegenüberzustellen. Seit den 90ern ist dies auch möglich. Damals veröffentlichte Ellison sein Drehbuch nämlich mit einer ziemlich langen – und nicht immer freundlichen – Einleitung, wo deutlich wurde, dass ihn die damaligen Ereignisse immer noch wurmen. Ich selbst hatte mir das Buch damals zugelegt und auch gelesen – allerdings sind Drehbücher doch eine etwas trockene und sperrige Angelegenheit. Dank dem IDW-Verlag gibt es jedoch seit dem 17. Februar 2015 noch eine andere, attraktivere Option: Denn die beiden Autoren Scott und David Tipton knöpften sich Ellisons Originaldrehbuch vor, um daraus eine fünfteilige Graphic Novel zu machen. Somit bietet sich nun allen – englischsprachigen – "Star Trek"-Fans eine lesefreundliche Möglichkeit, einen direkten Vergleich zwischen Ellisons Entwurf und der fertigen Episode zu ziehen. Im kürzlichen fünfzigjährigen Jubiläums der Folge – wurde diese doch am 06. April 1967 zum ersten Mal ausgestrahlt – sah ich nun die perfekte Gelegenheit, mir die Comic-Variante ebenfalls vorzuknöpfen. Und auch wenn sich dadurch daran, dass ich Roddenberrys Fassung den Vorzug gebe, nichts geändert hat, konnte mir die Geschichte auch in Ellisons Version – und vor allem auch dieser Comic-Interpretation – sehr gut gefallen.

Letztendlich gibt es zwischen beiden Fassungen in erster Linie zwei wesentliche Unterschiede. Die erste ist der Auslöser der Misere. Anstatt, dass sich McCoy aufgrund einer Erschütterung des Schiffes unabsichtlich eine Überdosis Cordrazin spritzt und durchdreht (zugegebenermaßen wirkt der Chefarzt der Enterprise in dieser Situation nicht ganz glücklich; letztendlich kann uns aber allen mal ein Fehler passieren, ich fand das daher eigentlich recht erfrischend), droht vielmehr ein Drogendealer an Bord der Enterprise aufzufliegen, da sein treuester Kunde ihn beim Captain verpetzen will – woraufhin er diesen eiskalt ermordet. Dabei wird er jedoch gesehen, und tritt daraufhin die Flucht an. Zweifellos auch kein uninteressantes Konzept – ich kann jedoch verstehen, dass es Roddenberry für seine Utopie zu düster war. Er wollte mit der Sternenflotte halt die Besten der Besten zeigen, und ein positives Beispiel dafür geben, wohin sich die Menschheit entwickeln könnte. Da hätte ein Drogendealer halt nicht wirklich ins Bild gepasst. Vor allem aber mag ich, dass Kirk am Ende statt Beckwith vielmehr seinen guten Freund Pille davon abhalten musste, die Frau, die er liebt, zu retten. Für mich ist das eine ganz essentielle Erfahrung, die das Triumvirat enger zusammenschweißt. Und nicht zuletzt wäre uns ohne McCoy auch einer der besten "Star Trek"-Romane aller Zeiten, "Feuerprobe 1: Die Herkunft der Schatten", durch die Lappen gegangen. Der zweite wesentliche Unterschied ist dann ein kurzer Besuch auf der Enterprise, nachdem sich die Zeitlinie verändert hat. Dort erwarten Kirk & Co. nämlich plötzlich Piraten. Zwar mag dieser Handlungsstrang Yeoman Rand die Möglichkeit gegeben haben, mal so richtig zu glänzen, da diese zum Zeitpunkt der Dreharbeiten aber eh schon nicht mehr an Bord war, empfand ich selbst das als keinen großen Verlust. Insgesamt trug die Piraten-Handlung jedenfalls nicht wirklich was zum Gelingen der Geschichte bei – und nimmt dafür wertvolle Zeit von dem Weg, was im Zentrum der Erzählung steht, nämlich Kirks Liebe für Edith Keeler, sowie das Dilemma, vor dem er steht.

Nichtsdestotrotz gefällt mir die Geschichte aber auch in Ellisons ursprünglicher Version immer noch sehr gut. Sie lebt davon in erster Linie vom tragischen Ausgang, als Kirk die Rettung jener Frau, in die er sich unsterblich verliebt hat, verhindern muss. Was für eine wunderbare, tragische und hochdramatische Geschichte! Wie auch generell diese ganze Story rund um Edith, die Verhinderung ihres Todes, und wie dadurch die Nazis länger ohne Widerstand der USA über die Welt toben konnten, toll erdacht ist. Grundsätzlich ist Keelers Pazifismus ja zu bewundern – in diesem spezifischen Fall war es jedoch die falsche Message zur falschen Zeit. Und auch das Zusammenspiel zwischen Spock und Kirk, dass selten so gut war wie hier, trägt ungemein viel zum Gelingen der Handlung – egal in welcher Form – bei. Was nun den Comic an sich betrifft, ist den Tiptons eine fantastische Adaption des Drehbuchs gelungen. Neben ihrer Arbeit stach für mich auch die künstlerische Gestaltung durch J.K. Woodward hervor. Seine Illustrationen sind sehr detailliert, lebensnah und – was die Gesichter der Figuren betrifft – ausdrucksstark. Auch seine Farbgebung – wobei ich leider nicht im künstlerischen Fach nicht versiert genug bin, um den Stil beim Namen zu nennen – fand ich phantastisch. Diese sind zumeist eher ausgewaschen, dann gibt es jedoch immer wieder sattere Farben, die aus dem Gesamtbild hervorstechen und so optisch für Abwechslung sorgen. Was die visuelle Gestaltung betrifft hebt sich "The City on the Edge of Forever" deutlich von anderen "Star Trek"-Comics ab, sieht dabei aber absolut beeindruckend aus. Tolle Einfälle wie eine schwarz-weiße Doppelseite, in der Kirk und Spock über Ediths Schicksal diskutieren, runden den überaus positiven Eindruck dieser Graphic Novel ab.

Fazit: Ich zähle zu jenen, welche die fertige Episode Harlan Ellisons ursprünglichem Drehbuchentwurf vorziehen. Daran konnte auch die Comic-Auswertung desselben nichts ändern. Dennoch habe ich durch die visuelle Darstellung des Geschehens im Vergleich zum reinen Drehbuch doch eine größere Wertschätzung für seine ursprüngliche Vision gewonnen. Generell ist der Kern der Geschichte, insbesondere natürlich der tragische Ausgang, auch hier schon zu finden. Vor allem aber halte ich es für sehr interessant, die beiden Versionen gegenüberzustellen. Die wunderschöne künstlerische Gestaltung tut ihr übriges, um "The City on the Edge of Forever" für alle Fans der klassischen Serie überaus empfehlenswert zu machen.

Bewertung: 4.5/5 Punkten
Christian Siegel


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