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Star Wars: The Empire Striketh Back Drucken E-Mail
Der beste SW-Film als bisher beste Shakespeare-Interpretation Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 09 April 2017
 
Titel: "Star Wars: The Empire Striketh Back"
Deutscher Titel: "Star Wars: Das Imperium schlägt zurück"
Bewertung:
Autor: Ian Doescher, nach dem Drehbuch von George Lucas
Umfang: 172 Seiten
Verlag: Quirk Books (E), Panini (D)
Veröffentlicht: 18. März 2014 (E), 21. September 2015
ISBN: 978-1-59474-715-6 (E), 978-3-83323-017-7 (D)
Buch kaufen: Gebunden (D), Kindle (D), Gebunden (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nach der Zerstörung des Todessterns haben sich die Rebellen auf den Eisplaneten Hoth zurückgezogen. Dart Vader lässt die ganze Galaxis nach ihnen absuchen, und schickt imperiale Suchdroiden los, um einen Planeten nach dem anderen zu erkunden. Besonderes Interesse hat er daran, jenen Piloten ausfindig zu machen, der bei der Vernichtung des Todessterns die Hand am Abzug hatte: Luke Skywalker. Schließlich spüren die Imperialen die Rebellenallianz auf Hoth auf, und starten einen Großangriff – doch die meisten von ihnen können entkommen. Während Luke Skywalker nach Dagobah aufbricht, um unter der Führung von Meister Yoda seine Ausbildung zum Jedi abzuschließen, gelingt es Han, Leia, Chewbacca und C-3PO, sich im Millennium Falken dank zahlreicher, teils hoch riskanter Tricks, dem Griff des Imperiums zu entziehen, und zur von Hans altem Kumpel betriebenen Wolkenstadt auf Bespin zu fliehen. Allerdings bemerken sie nicht, dass sie dabei vom Kopfgeldjäger Boba Fett verfolgt wurden. Dieser verständigt daraufhin Darth Vader, der die Rebellen somit auf Bespin schon erwartet. Dabei ist er in Wahrheit gar nicht an ihnen interessiert, sondern benutzt sie lediglich als Beute, um Luke Skywalker in die Falle zu locken…

Review: Bei "William Shakespeare's Star Wars" gab es ja, trotz der genialen Grundidee, diese beiden Dinge zu vermischen und Episode IV als Theaterstück von Shakespeare neu zu interpretieren, wie ich fand die eine oder andere Anlaufschwierigkeit, die gerade auch wenn man die Reihe so wie ich der Handlung nach chronologisch liest (und damit die später entstandenen Prequel-Adaptionen vor jenen der Original-Trilogie) ins Auge stechen, wie eben z.B. der zu inflationäre Einsatz des Chors, um die Action zu beschreiben. Sprich: Man merkte, dass sein erster Versuch noch nicht 100%ig ausgereift war, und ein bisschen wie ein "proof of concept" wirkte. Mit "The Empire Striketh Back" hat er nun aber jene Qualität erreicht, die ich aus seinen Prequel-Adaptionen schon gewohnt war. Er übernimmt die Geschichte auf überaus gelungene und teils auch einfallsreiche Art und Weise; uns durch die Figuren selbst jene Dinge erzählen zu lassen, die man actionmäßig auf einer Theaterbühne nicht umsetzen könnte, wirkt gleich wesentlich überzeugender als der Rückgriff mit dem Chor. Generell hat er sich diesmal irgendwie mehr getraut, und einige interessante neue Dinge einfallen lassen, wie z.B. die Sprechweise von Yoda – die mir natürlich grundsätzlich schon bei den Prequels untergekommen ist, hier jedoch nach der Produktionsreihenfolge gesehen das erste Mal auftrat, und im Nachwort schön und schlüssig erklärt wird. Denn da Yoda ein bisschen etwas von einem weisen alten Kung Fu-Meister hat, entschied sich Doescher, aus dem jambischen Pentameter auszubrechen, und ihn in Haiku-Form sprechen zu lassen. Auch Boba bricht aus dem Schema hervor, da er die einzige Figur ist, die in Prosa spricht. Und wie schon Anakin und Padme bei den Prequels stellt er die aufblühenden romantischen Gefühle zwischen Han und Leia auch sprachlich dar, indem sich ihre Sätze zunehmend zu reimen beginnen.

Generell finde ich, dass sich Ian Doescher sprachlich im Vergleich zu "Star Wars" noch mal mächtig gesteigert hat. Da waren ein paar wirklich schöne Textstellen und Zitate drunter (z.B. dieses köstliche Wortspiel beim Dialog zwischen C-3PO und Leia über Lando: "He doth seem full of friendship's mirth." "Aye, truly, he seems full of it indeed."). Auffällig auch, dass sich fast immer die letzten beiden Sätze einer Szene reinem – das wäre mir bei "Verily, A New Hope" in dieser Form noch nicht aufgefallen. Wunderbar auch jene Momente, wo Doescher nicht einfach nur Text aus "Star Wars" übernimmt, sondern auch die Worte von William Skakespeare parodiert. So darf z.B. Darth Vader das Ansehen der Sith beklagen, und den berühmten "Wenn ihr uns stecht, bluten wir dann nicht?"-Monolog in abgewandelter Form von sich geben – nur eines von mehreren Beispielen, wo Texte von Shakespeare innerhalb der "Star Wars"-Geschichte neu interpretiert werden. Schön fand ich auch wieder, wie viel Platz er dem Innenleben der Figuren einräumt, die oftmals in ausführlichen Monologen dem fiktiven Theaterbesucher ihr Leid klagen. Und auch bei den Liedern der Ugnaughts habe ich mich köstlich amüsiert. Ein Aspekt, den ich in meinen bisherigen Besprechungen sträflichst vernachlässigt habe, und der hier nun endlich erwähnt werden soll, sind die schönen Illustrationen, welche diese Adaptionen schmücken, und den Text zwischendurch immer wieder auflockern. Wie die Handlung selbst werden auch diese Bilder als mittelalterliche Shakespeare-Dramen neu interpretiert. Zu guter Letzt profitiert Ian Doescher bei "The Empire Striketh Back" natürlich auch davon, dass er hier den wohl besten "Star Wars"-Film zur Vorlage hatte – der zudem von vornherein Ansätze einer klassischen Tragödie hat, und sich damit überaus stimmig ins Shakespeare-Gerüst einfügt. Was wiederum die Herausforderung in sich barg, der Vorlage gerecht zu werden – was Doescher hier in meinen Augen jedoch voll und ganz gelungen ist.

Fazit: Mit "The Empire Striketh Back" legt Ian Doescher – ausgehend von der Vorlage des wohl besten "Star Wars"-Films – auch seine bisher beste Shakespeare-Neuinterpretation vor. Noch einmal eine ganze Ecke einfallsreicher, überzeugender und von der Adaption her besser, wird er der beliebten Vorlage mit seiner Überarbeitung voll und ganz gerecht. Neben hervorstechenden Neuerungen (im Vergleich zu seiner ersten Adaption) wie Yodas und Boba Fetts Sprechweise, den zunehmend in Reimen sprechenden Han und Leia, den generell sich oftmals zum Ende einer Szene hin reimenden Sätzen, sowie dem köstlichen Gesang der Ugnaughts, stachen für mich dabei vor allem auch jene Textstellen hervor, wo Doescher Sätze aus Shakespeares Werken entlehnt und im Kontext der "Star Wars"-Filme neu interpretiert. Zudem widmet er sich wieder ausführlich dem Innenleben und den teils verborgenen Gedanken und Gefühlen der Figuren, welche diese in langen Monologen oder auch an direkt an die Zuschauer gerichteten Worten vermitteln. Insgesamt ist "The Empire Striketh Back" jedenfalls noch einmal um einiges besser als sein ohnehin schon gelungener und empfehlenswerter Erstversuch. Wer sowohl mit "Star Wars" als auch mit William Shakespeare etwas anfangen kann, sollte sich Ian Doeschers wundervolle Adaptionen keinesfalls entgehen lassen!

Bewertung: 5/5 Punkten
Christian Siegel





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