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Star Wars: Verily, A New Hope Drucken E-Mail
Ian Doeschers erster Star Wars/Shakespeare-Mashup Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 02 April 2017
 
Titel: "Star Wars: Verily, A New Hope"
Deutscher Titel: "Star Wars: Fürwahr, eine neue Hoffnung"
Bewertung:
Autor: Ian Doescher, nach dem Drehbuch von George Lucas
Umfang: 174 Seiten
Verlag: Quirk Books (E), Panini (D)
Veröffentlicht: 02. Juli 2013 (E), 12. Mai 2014
ISBN: 978-1-59474-637-0 (E), 978-3-83322-866-7 (D)
Buch kaufen: Gebunden (D), Kindle (D), Gebunden (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Den Rebellen ist ihr erster großer Schlag gegen das Imperium gelungen: Die Eroberung der Pläne des Todessterns – jener furchteinflößenden, riesigen Raumstation, mit dem das Imperium ganze Planeten vernichten kann. Als ihr Transportschiff aufgegriffen wird, kann Prinzessin Leia noch schnell im Speicher des Droiden R2-D2 verstauen. Dieser besteigt daraufhin zusammen mit seinem auf Protokollfunktionen spezialisierten, goldenen Droiden-Kollegen C-3PO eine Rettungskapsel, und die beiden Landen in der trostlosen Wüste Tatooines. Dort geraten sie in den Dienst des auf der Feuchtfarm seines Onkels arbeitenden Luke Skywalker. Als R2-D2 ausbüchst, stößt man in der Jundland-Wüste auf den einsiedlerischen Ben, der sich als jener Obi-Wan Kenobi offenbart, den die Prinzessin in ihrer Aufzeichnung um Hilfe ersucht. Er soll die Pläne des Todessterns nach Alderaan bringen. Nach dem Tod seiner Zieheltern schließt sich Luke Skywalker dem alten Jedi-Ritter an. Im Raumhafen von Mos Eisley heuern sie schließlich einen Frachter an, der sie zum Planeten bringen soll. Als sie Tatooine verlassen, ahnen weder die beiden Droiden, noch Luke, Obi-Wan, oder die beiden Piloten des Millennium Falken, Han Solo und Chewbacca, welches Abenteuer sie erwartet…

Review: Ian Doeschers Shakespearifizierung von "Star Wars" war – logischerweise – das erste entsprechende Werk, das zur Saga erschienen ist. Da ich die Geschichte aber wieder chronologisch erleben wollte, kommt er in meinem Fall nun als vierter entsprechender Roman dran. Bedeutet auch: Was damals als das Buch zum ersten Mal in den Handel kam neu und originell war, und eben deshalb viele begeistern wollte, war mir nun schon aus den Adaptionen der ersten drei Episoden bekannt. Damit konnte "Star Wars" in meinem Fall den Reiz des Neuen nicht mehr für sich in Anspruch nehmen. Generell merkt man wie ich finde ein bisschen, dass er im Verlauf dieser Adaptionen dazugelernt hat. So kommt bei "Star Wars" noch sehr oft ein Chor zum Einsatz, der dem fiktiven Theaterbesucher erklärt, was sich auf der fiktiven Theaterbühne gerade zuträgt. Dafür hat Doescher bei den Prequel-Adaptionen wesentlich bessere inszenatorische Kniffe gefunden, um sich der Herausforderung der Darstellung der Action zu stellen. Generell wirkten die Prequel-Bücher auf mich irgendwie ausgereifter und ausgefeilter. Das muss ein bisschen so sein, wie wenn man die "Star Wars"-Saga noch nicht kennen und in der chronologischen Fassung ansehen würde. In den ersten drei Teilen erfreut man sich an den Effekten – und dann kommt mit der alten Trilogie der Bruch. Man merkt halt einfach, dass er im Verlauf dieser Adaptionen dazugelernt hat, und es sich bei "Star Wars" nur mal um den ersten Versuch handelt. Rein von seiner Arbeit her, also was die Shakespearifizierung des Films betrifft, fiel "Star Wars" für mich also im Vergleich zur Prequel-Trilogie etwas ab.

Wovon er wiederum profitiert, ist die sehr gute Geschichte, die zudem sehr archetypisch daherkommt und daher für den Ansatz, daraus ein Theaterstück von Shakespeare zu machen, ganz besonders geeignet erscheint. Auch will ich bitte schön nicht den Eindruck vermitteln, dass Ian Doeschers Adaption von "Star Wars" überhaupt nicht gefallen könnte. Vielmehr legt er hier schon den Grundstein für die Prequel-Reihe, und präsentiert zahlreiche interessante Einfälle, was die Adaption des Films betrifft, die er dann auch bei den Prequels beibehalten hat. Wie der Chor, der einen abgewandelten, sich reimenden Einleitungstext wiedergibt, die Einteilung in fünf Akte, und so weiter. Auch sprachlich ist William Shakespeare's "Star Wars" phantastisch geschrieben, und kann wieder einmal mit einigen wunderschönen Textstellen aufwarten. Zusätzlich aufgewertet wird der Roman durch den Spaß, den er sich teilweise bei der Adaption erlaubt. Da meint Luke als er Leia erblickt, dass er sich ihr nicht verbundener fühlen könnte, selbst wenn sie seine Schwester wäre. Als Han und Greedo feuern, und letzterer tot zusammenbricht, meint er lapidar "Pray, goodly Sir, forgive me for the mess. And whether I shot first, I'll ne'er confess!". Auch der Dialog der beiden Sturmtruppen, die dann in den Millennium Falken gelockt werden, damit Han und Leia in ihre Rüstung schlüpfen können, war köstlich. Und die Raumschlacht am Ende war dann ebenfalls sehr interessant und originell umgesetzt. Insgesamt war jedenfalls zweifellos auch die Shakespeare-Version von "Episode IV" ein Genuss. Im Vergleich zu den Prequel-Adaptionen merkt man aber halt das Fehlen des letzten Feinschliffs.

Fazit: Rückblickend ist natürlich schwer zu sagen, ob mein Urteil, wenn ich mit "Star Wars" angefangen hätte – dem eigentlich ersten Film der Saga, der von Ian Doescher in ein fiktives Theaterstück von William Shakespeare umgewandelt wurde – anders ausfiel. Denn so habe ich dieses Konzept zum ersten Mal bei "The Phantom of Menace" kennengelernt, einem Roman, der wiederum unter dem schwächsten Drehbuch der Original-Saga litt. "Verily, A New Hope" hat zweifellos die bessere Story, allerdings ist die Idee für mich nun halt nicht mehr neu. Erschwerend kommt hinzu, dass man wie ich finde schon merkt, dass Doescher im Verlauf seiner Adaptionen dazugelernt hat. Manches, wie der ausufernde Gebrauch des Chors, wirkt im Vergleich zu seinen später erschienenen Büchern noch etwas unbeholfen. Dafür profitiert er bei seiner ersten "Star Wars"-Adaption vom tollen Drehbuch, und der sehr archetypischen Handlung, die sich stimmig ins Shakespeare-Korsett einfügen lässt. Generell will ich auch sein erstes Werk nicht schlecht reden, gibt es doch bereits hier einige wirklich wunderschöne Textstellen, sowie amüsante und/oder originelle Einfälle. Wer "Star Wars" und/oder William Shakespeare liebt, kommt an "Verily, A New Hope" jedenfalls nicht vorbei!

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel





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