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Sherlock Holmes: Der Hund der Baskervilles Drucken E-Mail
Zweifellos der bekannteste Fall des Meisterdetektivs Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 01 April 2017
 
Titel: "Sherlock Holmes: Der Hund der Baskervilles"
Originaltitel: "Sherlock Holmes: The Hound of the Baskervilles"
Bewertung:
Autor: Sir Arthur Conan Doyle
Übersetzung: Gisbert Haefs
Umfang: 207 Seiten
Verlag: Haffmans
Veröffentlicht: 1984 (D, Haffmans Verlag) bzw. 1902 (E, Lippincott's Magazine)
ISBN: 978-3-251-20102-6
Kaufen: Taschenbuch (D), Taschenbuch (E)
 

Anmerkung: Auch wenn der Roman im deutschen Sprachkreis eher als "Der Hund von Baskerville" bekannt ist, folgen wir der korrekten deutschen Übersetzung des Originaltitels "The Hound of the Baskervilles", da es sich bei den Baskervilles ja um ein Geschlecht, und keinen Ort, handelt.

Kurzinhalt: Vor kurzem ist Sir Charles Baskerville unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Tatsächlich wird nichts Geringeres als ein Fluch, der in Form eines Höllenhundes auf dem Adelsgeschlecht lastet, für seinen Tod verantwortlich gemacht. Dr. James Mortimer, um des Lebens seines Freundes und einzig verbliebenen Erben, Hugo Baskerville, besorgt, bittet Sherlock Holmes darum, sich des Falls anzunehmen. Dieser erklärt sich zwar grundsätzlich dazu bereit, jedoch würden es dringende Angelegenheiten in London erfordern, dass er vorerst in der Baker Street 221B verbleibt. Jedoch ersucht er seinen guten Freund und Mitbewohner Dr. Watson, Hugo Baskerville an seiner statt zu begleiten, nicht von dessen Seite zu weichen, und über alle besonderen Vorkommnisse zu berichten. Und so beginnt einer der seltsamsten, außergewöhnlichsten und schwierigsten Fälle, denen sich der Meisterdetektiv jemals stellen musste…

Review: "Der Hund der Baskervilles" ist wohl zweifellos das bekannteste und populärste Abenteuer von Sherlock Holmes. Irgendetwas an dieser Geschichte über einen vermeintlichen Höllenhund, der eine Familie terrorisiert – und damit dem Widerstreit zwischen dem rein wissenschaftlich geprägten Geist von Sherlock Holmes und einer vermeintlich mystischen, übernatürlichen Gestalt – scheint Fans aus aller Welt anzusprechen, wie kaum eine andere der Holmes-Geschichten Sir Arthur Conan Doyles. Nicht zuletzt handelt es sich hier auch um den mit Abstand am öftesten verfilmten Fall; unzählige Interpretationen der Geschichte lassen sich finden, über den Klassiker mit Basil Rathbone, die wohl bekannteste Verfilmung mit Peter Cushing und Christopher Lee, bis hin zu zahlreichen TV-Adaptionen, sei es mit Ron Howard, Ian Richardson, Jeremy Brett, Matt Frewer, Richard Roxburgh oder auch – natürlich – Benedict Cumberbatch. Ja sogar einen nennenswerten deutschen Versuch gibt es, aus dem Jahr 1937, und damit sogar noch zwei Jahre älter als die Rathbone-Fassung. Die Liste an Verfilmungen allein ist so lang, dass man wohl einen ganzen Tag damit füllen könnte, sich eine nach der anderen anzusehen. Und auch wenn ich den Reiz der Geschichte durchaus verstehen kann, irgendwie finde ich das doch auch ein wenig seltsam. Nämlich insofern, als der eigentliche Titelheld für die Hälfte des Romans mit Abwesenheit glänzt, und das Abenteuer dort allein von Dr. Watson bestritten wird. Dies hebt die Geschichte zwar zweifellos aus den zahlreichen Holmes-Erzählungen ab, ist aber auch der Hauptgrund, dass sie nicht meine persönliche Lieblingsgeschichte mit dem Meisterdetektiv ist. Dafür müssen wir einfach zu lange auf seine faszinierenden Einblicke und seinen charismatischen Charakter verzichten.

Von diesem Punkt abgesehen – sowie der Tatsache, dass aufgrund der zahlreichen Verfilmungen, von denen einem die eine oder andere in der Kindheit und Jugend wohl unweigerlich untergekommen ist, und man damit die Handlung halt teilweise schon kennt – kann aber auch ich mich, selbst heute noch, der Faszination der Geschichte ebenfalls nicht entziehen. So ist der Fall wieder sehr ausgeklügelt, und wartet mit einigen Offenbarungen und Wendungen auf. Zusätzlich bereichert wird die zentrale Geschichte rund um die Baskervilles dabei von weiteren Mysterien, wie z.B. rund um den entflohenen Sträfling, die ebenfalls mit dieser verbunden und auch für die eine oder andere falsche Fährte verantwortlich sind. All dies ist phantastisch ausgearbeitet, und zu einem wirklich cleveren, überzeugenden und abwechslungsreichen Mix vereint. Auch der Aufbau sticht heraus. So wird nicht die komplette Geschichte, wie sonst von den Holmes-Abenteuern gewohnt, von Dr. Watson erzählt. Vielmehr werden teilweise die Berichte, die er an Holmes geschrieben hat, direkt abgedruckt, wie auch einzelne Tagebucheinträge, die neben den Ereignissen des jeweiligen Tages auch seine Gedanken wiedergeben. In Ermangelung seines Kompagnons Sherlock Holmes ein cleverer Einfall, um uns an seinen Überlegungen teilhaben zu lassen. Und auch wenn er natürlich nicht im Alleingang den kompletten Fall löst, so erweist er sich hier nichtsdestotrotz als wertvoller Gehilfe des Meisterdetektivs, der auch mal Erfolg und/oder Recht haben darf (man vergleiche das mit dem Dödel, als der er in so manchen Verfilmungen dargestellt wird). Und in einigen Passagen, allen voran dann beim Finale, kommt eine nette, dichte Atmosphäre auf. Das ein bisschen offene Ende mag nicht jeden befriedigen, und aus der Figur des Hugo Baskerville hätte man wohl noch etwas mehr machen können, wenn man ihm mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Im Großen und Ganzen wird "Der Hund der Baskervilles" dem Ruf, der ihm vorauseilt, aber – selbst wenn ich persönlich anderen Holmes-Abenteuern knapp den Vorzug geben mag – durchaus gerecht.

Fazit: "Der Hund der Baskervilles" ist zweifellos Sherlock Holmes bekanntester und insgesamt wohl auch beliebtester Fall – als seinen besten kann jedoch zumindest ich persönlich ihn nicht bezeichnet. Dafür macht sich Sherlock Holmes in den 100 Seiten in der Mitte des Romans zu rar, und mit seiner Abwesenheit hat zumindest mir doch etwas vom Reiz seiner Abenteuer gefehlt. Davon abgesehen ist "Der Hund der Baskervilles" aber tatsächlich so gut, wie er immer gemacht wird. Ein überaus eigentümlicher Kriminalfall mit (vermeintlich) übernatürlichem Touch, einigen spannenden Momenten, zahlreichen gelungenen Wendungen, einem phantastischen Aufbau, und so manch originellem Einfall. Vor allem aber war er auch einfach mal etwas anderes, was die Morde an sich betrifft, statt einfach nur Messer, Gift, Stichwaffen oder ähnliches. Gerade auch dies sticht hervor. Und dank der Erzählungen von Dr. Watson baut sich insgesamt eine schöne, dichte Atmosphäre auf, die zusammen mit den immer wieder eingestreuten Offenbarungen und Erkenntnissen dafür sorgt, dass man als Leser von Anfang bis Ende vom Roman in Beschlag genommen wird. Wie gesagt, er mag nicht mein Lieblings-Abenteuer mit dem Meisterdetektiv sein – ein phantastischer Kriminalroman ist er aber ohne jeden Zweifel.

Bewertung: 4.5/5 Punkten
Christian Siegel
Umschlagbild © 1988 Haffmans Verlag





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