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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Things Past
Episodennummer: 5x08
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 18. November 1996
Erstausstrahlung D: 02. März 1998
Drehbuch: Michael Taylor
Regie: LeVar Burton
Hauptdarsteller: Avery Brooks als Captain Benjamin Sisko, Rene Auberjonois als Odo, Michael Dorn als Lt. Commander Worf, Nana Visitor als Major Kira Nerys, Terry Farrell als Lieutenant Jadzia Dax, Colm Meaney als Chief Miles O'Brien, Siddig El Fadil als Doctor Julian Bashir, Cirroc Lofton als Jake Sisko, Armin Shimerman als Quark.
Gastdarsteller: Andrew J. Robinson als Garak, Kurtwood Smith als Thrax, Marc Alaimo als Dukat, Victor Bevine als Belar, Brenan T. Baird als Cardassian soldier, Louahn Lowe als Okala, Judi Durand als computer voice u.a.

Kurzinhalt: Sisko, Dax, Garak und Odo fliegen in einem Shuttle von einer Konferenz über die cardassianische Besetzung Bajors zurück. Als das Schiff bei der Raumstation Deep Space Nine eintrifft, findet man die vier Besatzungsmitglieder bewusstlos vor. Sämtliche Versuche Dr. Bashirs, sie wieder aufzuwecken, bleiben erfolglos. Sisko, Odo, Garak und Dax finden sich indes in der Vergangenheit wieder, genauer gesagt auf Terok Nor, während der cardassianischen Besetzung, und das noch dazu in Körpern von Bajoranern. Ihre Überlegungen, was genau hier vor sich geht und wie und warum es sie in die Vergangenheit verschlagen hat, wird dabei schon bald von dringlicheren Sorgen verdrängt. Jadzia findet sich schon bald in der Gewalt von Gul Dukat wieder, der mit ihr seiner Vorliebe für bajoranische Frauen zu frönen gedenkt. Bei jenen Personen, in deren Körpern sich die anderen drei wiederfinden handelt es sich indes, wie Odo sich erinnert, um drei Bajoraner, die nach einem Bombenanschlag auf Gul Dukat verhaftet und kurz darauf hingerichtet wurden. Droht Sisko, Garak und Odo nun das gleiche Schicksal? Je mehr sie erfahren, desto stärker drängt sich der Verdacht auf, dass ihre Erlebnisse in der Vergangenheit mit einem düsteren Geheimnis in Verbindung stehen, das Odo verbirgt…

Denkwürdige Zitate: "Could we be in a holosuite?"
"Computer, end programme. … Let's assume that's a no for the moment."
(Einen Versuch war's wert.)

"How much damage would it do to the timeline if Quark were to suffer a mysterious accident?"
(Man wird – an Odos Stelle – ja wohl mal fragen würden.)

"I never knew we were such messy conquerors. I remember the occupation being a little more tidy than this."
"Everything's tidy when someone else is doing the cleaning."
(Sisko liest Garak ob der cardassianischen Besatzung die Leviten.)


Review: Episodenbild (c) CBS An "Die Schuld" hat leider so manches für mich nicht funktioniert. Bevor wir uns den Kritikpunkten zuwenden, aber zuerst mal, was mir an der Folge gefallen konnte. Hier sind in erster Linie die letzten fünf bis zehn Minuten und die damit einhergehende Offenbarung von Odos Versäumnis während seiner Zeit als Sicherheitschef auf Terok Nor zu nennen, das drei unschuldigen Bajoranern das Leben kostete. Viele mögen darin einen Versuch sehen, der Figur Ecken und Kanten und eine gewisse Düsternis zu geben – ich sehe es hingegen vielmehr als Vermenschlichung. So sehr ich "Star Trek" grundsätzlich auch liebe, aber allzu oft werden die Helden als praktisch unfehlbar und nahezu perfekt dargestellt. Was sicherlich im Sinne einer Idealvorstellung b zw. einem erstrebenswerten Vorbild auch seine Daseinsberechtigung hat. Insgesamt ziehe ich aber etwas vielschichtigere und ambivalentere Figuren vor, weshalb ich jeden Ansatz, einem "Star Trek"-Charakter durch eine düstere Vergangenheit mehr Profil zu verleihen, grundsätzlich begrüße. Generell war die Offenbarung sehr gut in Szene gesetzt, und verfehlte die gewünschte schockierende Wirkung nicht. Und vor allem auch sein nachfolgendes Gespräch mit Kira, deren Glauben an ihn durch diese Erkenntnis erschüttert wurde, fand ich sehr stark.

Leider aber ist der Weg zu diesem furiosen Finale mit einigen – teils tiefen – Schlaglöchern gepflastert. Sehr schwer tat ich mir vor allem damit, dass man lange Zeit keine Erklärung für die – vermeintliche – Zeitreise für uns parat hatte. Ich denke, wenn man zumindest uns Zuschauern früher schon gesagt hätte, was hier vor sich geht, wäre es mir leichter gefallen, mich auf diese ganze Geschichte einzulassen. Weil so fragte ich mich einfach ständig warum und wieso, bzw. was denn hier auch überhaupt genau vor sich geht. Etwas, unter dem übrigens selbst die Offenbarung am Ende irgendwie litt, da die Frage ja auch zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht geklärt war. Zumindest mich hat dieser offene Punkt leider irgendwie abgelenkt und verhindert, dass ich so wirklich in die Handlung eintauchen konnte. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass mich die Erklärung am Ende leider auch nicht so recht überzeugt hat. Jetzt ist Odo seit gerade mal sieben Episoden ein "solid", und schon finden wir heraus, dass dies vielleicht nicht ganz so permanent bzw. vollständig ist wie gedacht. So früh nach dieser Status Quo-Änderung auch schon wieder einen Rückzieher anzudeuten, fand ich schon sehr schwach. Zumal mir dies weniger aus narrativen Gründen zu erfolgen schien, als vielmehr, da sie seine Verbindungs-Fähigkeit gebraucht haben, um die Geschichte wie gewünscht erzählen zu können – und da hat ihnen sein solid-Status halt einfach nicht in den Kram gepasst. Apropos: Sollte Garak nicht eigentlich noch im Gefängnis sitzen? (Das hat "Babylon 5" in der dritten Staffel bei G'Kar so viel besser hinbekommen.) Und generell muss ich leider sagen, dass ich die erste halbe Stunde noch nicht sonderlich packend fand. Die erste Rückblenden-Folge zu Terok Nor, "Die Ermittlung", war da ungleich unterhaltsamer. Daran konnte selbst die nette Offenbarung am Ende nichts ändern.

Fazit: Episodenbild (c) CBS Die Auflösung rund um Odos damalige Tat und seine daraus resultierenden Schuldgefühle konnte mir ja grundsätzlich wirklich gut gefallen. Sie gab dem Formwandler Ecken und Kanten, und ließ ihn dadurch auch irgendwie menschlicher erscheinen. Zumal neben der betreffenden Szene an sich auch sein nachfolgendes Gespräch mit Kira hervorstach. Ich wünschte nur, man hätte für diese Offenbarung einen anderen Rahmen gefunden. Nicht nur hat man für meinen Geschmack viel zu spät aufgelöst, was es mit der Zeitreise auf sich hat – was zumindest mich insofern abgelenkt hat und verhinderte, so richtig in die Handlung einzutauchen, als ich ständig damit beschäftigt war, mir Gedanken zu machen, was die Ursache für all dies sein könnte – besagte Erklärung konnte mich dann noch dazu nicht wirklich überzeugen. Jetzt ist Odo gerade mal acht Folgen lang ein "solid", und schon macht man wieder einen Rückzieher? Und Garak war auch schnell aus dem Gefängnis draußen. In beiden Fällen meine ich eine mangelnde Verpflichtung zu einer klaren fortlaufenden Handlung zu erkennen, mit der "Deep Space Nine" ja grundsätzlich von Beginn an flirtet. Nur, wenn ihnen eine bestimmte Entwicklung grad nicht in die aktuelle Story-Idee passt, wird sie halt verworfen. Vor allem aber lebt "Die Schuld" meines Erachtens fast vollständig von der Offenbarung und damit den letzten 5-10 Minuten, während ich alles was davor kam nur bedingt unterhaltsam fand. Und vollständig kann der starke Ausklang die mäßige halbe Stunde zuvor halt auch nicht ausgleichen.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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