Über die Zukunft der Serie (leichte Spoiler)Kategorie: Heroes - Autor: Luna Black - Datum: Mittwoch, 01 April 2009
Zum Ende der dritten Staffel wird Bryan Fuller, der bereits für die erste Staffel von "Heroes" schrieb und diese ko-produzierte, zum Autorenstab der Serie zurückkehren (wir berichteten). SciFi-Wire sprach mit Fuller über seine Ansichten zur zweiten und dritten Staffel und darüber, wie es mit der Serie weitergehen soll. Im Folgenden präsentieren wir euch das Interview auszugsweise in deutscher Übersetzung. Das vollständige Interview ist im Quellenlink am Ende dieses Artikels nachzulesen.
Frage: Als angekündigt wurde, dass Sie zu "Heroes" zurückkommen, gab es eine Menge Schlagzeilen, dass Sie die Serie retten würden. Fühlten Sie diesen Druck? Und wie ist das für Sie?
Fuller: Ich fühlte nicht wirklich Druck, denn ich liebe diese Show, ich liebe die Besetzung und die Crew. Als Teil des Publikums konnte ich die Probleme und warum die Leute frustriert waren, sehen. Zumindest hatte ich das Gefühl, dass ich aufgesprungen bin, als das Pendel wieder im Aufschwung war. Um ehrlich zu sein, reagierte ich mit "ich werde gleich da sein", und sie schickten mir die Episoden, die den "Villains" - Handlungsbogen beendeten. Nachdem ich sie mir angesehen hatte, war ich nicht sicher, dass ich das tun könnte. Ich erkannte die Serie nicht wieder. Sie war zu etwas völlig anderem geworden. Mein Lieblingscharakter war zu dem geworden, den ich am wenigsten mochte, und für eine Sekunde dachte ich, ich muss da raus. Dann begann ich, die "Fugitives"-Drehbücher zu lesen und ich dachte, es erholt sich wieder. Es waren ein paar Stolperer auf dem Weg, wo es etwas undurchsichtig wurde, aber ich war inspirierter.
Frage: Was wollten Sie erreichen, als Sie zurückkehrten?
Fuller: Ich wollte einfach nur zurück zu einer Charakterbasis. Ich denke, die Charaktere wurden zugunsten des Plots beiseite geschoben. Das zweite Jahr mit dem Virus war interessant, aber dann wurde es kompliziert und es gab zuviel Techno-Babble. Bei "Villains" fing es interessant an und wurde dann formelhaft. Als sie dann anfingen darüber zu reden, wie wir unsere Kräfte injiziert bekommen und es zum Ghetto-Storytelling wurde, verlor ich den Zugang. Mohinder entwickelte sich von einem ehrenhaften Wissenschaftler zu einem verrückten Wissenschaftler mit Jeff Goldblum-Haaren und Garderobe. Claire wurde so schrill und unsympathisch, weil sie nur jammerte, herumzickte, und ein Gewehr in der Hand hielt. Ich war darüber beunruhigt, dass das Rad so scharf in die andere Richtung gerissen worden war im Vergleich zu dem, was in der ersten Staffel funktioniert hatte, nämlich dass es gewöhnliche Leute mit außergewöhnlichen Kräften waren. Alles was gewöhnlich war an ihrem Leben, war zum Fenster raus. Alles war außergewöhnlich. Das war meine Frustration.
Frage: In Staffel 1 haben Sie wirklich Claires und HRGs Stimmen gefunden, aber in letzter Zeit, in "Cold Snap", schien Tracy Strauss Ihre neue Muse zu sein, wenn man davon absieht, dass Sie sie in kleine Stücke zertrümmerten. Ist das das letzte, was wir von ihr gesehen haben?
Fuller: Oh, nein. [...] Tracy kommt später in der Staffel ganz groß zurück. Das war eines der Dinge, bei dem sie sagten, "wird sie nun als Barbara zurückkommen?" Und ich dachte, "können wir das bitte lassen, denn das ist wieder so ein SciFi-Ghetto-Element mit Klonen."
Frage: Wie möchten Sie dann, dass es mit Tracy weitergeht?
Fuller: Es geht darum, dass Tracy ihre Menschlichkeit zurückbekommt. Was sie aus ihrer Begegnung mit Micah/Rebel lernte, machte großen Eindruck auf sie. Dem wird sie in der nächsten Staffel nachgehen. Sie hat gemerkt, dass sie die Politik aus der falschen Richtung angegangen ist. Im vierten Jahr wird Tracy eine neue Perspektive haben, die vielleicht nicht richtig ist, aber sie ist verständlicher als zuvor.
Frage: Können Sie uns etwas über restlichen Episoden dieser Staffel sagen?
Fuller: In den letzten vier Episoden gibt es wirklich gute Charakterarbeit, auf die der Autorenstab sehr stolz ist. Wir sehen, wie Matt sich an Danko auf sehr interessante Weise rächt. Wir sehen auch, wie Sylar mit HRGs Leben auf eine Weise in Berührung kommt, die Dinge für ihn enträtseln. Die Episode danach ist im Grunde "Company Man" für Angela Petrelli. Wir haben Rückblenden in ihr Leben im Jahr 1961 und auf die Ereignisse, die dort stattfanden. Diese begründen sehr gut was sie nun ist. In Episode 24 kommen wir zum Kern von Sylars Identitätskrise, worauf er aus ist und wer die Leute in seinem Leben sind, die den größten Einfluss haben. Episode 25 ist unser großes Finale.