Originaltitel: My Brother's Keeper Episodennummer: 1x02 Bewertung: Erstausstrahlung US: 12. März 1980 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Howard Dimsdale & Lou Shaw Regie: Rod Holcomb Besetzung:
Jim McMullan als John Moore,
James Wainwright als Simon Quaid,
Connie Sellecca als Pamela Williams,
William Jordan als Joseph Oppenheimer,
Christopher Connelly als Nick Stoner,
Jeff Cooper als Dean Stoner,
Denny Miller als Earl Case,
John Shearin als Jason,
Jack Carter als Charles Vincent,
Delvin Williams als End,
Anthony A.D. Davis als Mike Roth,
Bobby Van als Danny,
Severn Darden als Foley,
Nancy Harewood als Roberta,
Greg Lewis als Stickman,
Inga Neilsen als Woman,
William Elliott als Police Officer,
Ben Fuhrman als Security Guard,
David Bedell als Reporter,
u.a.
Kurzinhalt:
Um seine kostspieligen Pläne zu finanzieren möchte sich Simon Quaid eine Ölfirma unter den Nagel reißen. Dafür entführt er zuerst Dean Stoner, den spielsüchtigen Bruder des Eigentümers. Diesem bietet er an, seine Spielschulden zu begleichen, wenn er ihm dafür bestätigt, die Anteile an der Firma im Falle des Ablebens seines Bruders Nick an ihn zu übertragen. Obwohl ihm dies natürlich von vornherein verdächtig vorkommt, hat Dean keine andere Wahl, zu unterschreiben. Nun gilt es noch, Nick Stoner auf möglichst unverdächtige Art und Weise aus dem Verkehr zu ziehen. Dabei hilft es, dass dieser auch der Besitzer eines Football-Vereins ist. John Moore erkennt, was Quaid vor hat, und versucht, ihn aufzuhalten. Dafür gilt es allerdings, den Roboter im Football-Team ausfindig zu machen. Dafür wendet er sich an seine frühere Flamme Pamela Williams, die als Cheerleaderin Undercover ermitteln soll…
Review:
Ich konnte keine Informationen dazu finden, aber es ist anzunehmen, dass zwischen dem Drehen der Pilotfolge und den weiteren vier Episoden (also einer sehr knapp bemessenen "Season Order") ein bisschen Zeit verstrichen ist. Mir kamen auch keine verlässlichen Infos unter, warum Judith Chapman (die in "Westworld Destroyed" noch die weibliche Hauptrolle inne hatte) dort dann nicht mehr dabei war (die Google KI faselt etwas von einer Erkrankung, aber ohne Quelle/Beleg trau ich dem nicht). Doch woran auch immer es gelegen sein mag, und ob Chapman nun freiwillig gegangen (geflohen) ist, oder gegangen wurde, in jedem Fall übernimmt ab hier Connie Sellecca als neu geschaffene Figur Pamela Williams (eine Verflossene von John Moore) die weibliche Hauptrolle, die hier auch insofern gleich dankbarer ausfällt als jene von Chapman bei der Pilotfolge, als Pamela um einiges mehr zu tun bekommt, da sie als Undercover-Ermittlerin im Football-Klub direkter ins Geschehen involviert ist.
Dabei sticht natürlich insbesondere die Tatsache hervor, dass Simon Quaid kurzerhand eine Roboter-Kopie von ihr erstellen lässt, mit der er John Moore in die Falle locken – und aus dem Verkehr ziehen – will. Die Konfrontation der beiden Pamelas, und kurz darauf dann der entsprechende Anschlag auf John, waren für mich dann auch die Highlights von "My Brother's Keeper". Davon abgesehen war ich allerdings jetzt leider nicht unbedingt begeistert. Der Plot, den Simon Quaid hier verfolgt, um sich die Ölfirma unter den Nagel zu reißen und so an Geld zu kommen, wirkt unnötig kompliziert. Im Gegensatz zu "Westworld Destroyed" fand ich diesmal auch die Identität des Roboter-Attentäters schmerzlich vorhersehbar. Heutzutage, wo man diesbezüglich doch etwas stärker sensibilisiert ist, sticht zudem der Altersunterschied zwischen Connie Sellecca und sowohl Jim McMullan und Denny Miller (wobei seine Figur ja eigentlich Mitte dreißig sein soll; die kauft man ihm aber zu keinem Zeitpunkt ab, da man dem ehemaligen Quarterback, der in den 70ern und 80ern zahlreiche Gastrollen im Fernsehen für sich verbuchen konnte, die zehn Jahre mehr die er auf dem Buckel hat recht deutlich ansieht) etwas unangenehm ins Auge. Vor allem aber kam bei "My Brother's Keeper" im Hinblick auf den geplanten Anschlag auf Nick Stoner zumindest bei mir leider zu keinem Zeitpunkt Spannung auf. Wo also die erste Folge mit dem kurzen Besuch in Westworld sowie dem durchaus gelungenen Ratespiel rund um die Identität des Roboter-Agenten auf dem U-Boot punkten konnte, fehlen diese Stärken hier. Angesichts des definitiv vorhandenen Potentials, das im Konzept der Serie steckt, und der im Vergleich dazu leider doch sehr mageren Ausbeute, ist ihre kurze Überlebensdauer somit keine große Überraschung.
Fazit:
Während die erste Episode mit dem kurzen Besuch in Westworld sowie dem durchaus gelungenen Ratespiel rund um die Identität des Roboter-Agenten auf dem U-Boot punkten konnte, fehlen diese Stärken hier. Dementsprechend fällt in meinen Augen auch das Gesamtergebnis noch eine Spur dürftiger aus, als beim ohnehin schon keine Begeisterung bei mir auslösenden Pilotfolge. Gut fand ich bei "My Brother's Keeper" in erster Linie alles rund um die Roboter-Doppelgängerin von Pamela Williams (Neuzugang Connie Sellecca), die hier die weibliche Hauptrolle von Laura Garvey (gespielt von Judith Chapman) übernimmt. Rund um den Anschlag auf John Moore kam nämlich bei mir tatsächlich ein bisschen Spannung auf. Dem eigentlichen Showdown mangelte es daran dann allerdings leider ebenso, wie dem Geschehen davor. Zumal Quaids Plan, an Geld zu kommen, auch sehr unnötig kompliziert wirkt. Zwar kam bei mir immerhin auch nicht übermäßig viel bzw. große Langeweile auf. Für zumindest das Urteil "solide Unterhaltung" bot (mir) "My Brother's Keeper" aber leider zu wenig.