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Watchmen - 1x08: Kommt ein Gott in eine Bar… Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) FOX

Originaltitel: A God Walks Into Abar…
Episodennummer: 1x08
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 08. Dezember 2019
Erstausstrahlung D: 23. Dezember 2019 (Sky)
Drehbuch: Jeff Jensen & Damon Lindelof
Regie: Nicole Kassell
Besetzung: Regina King als Angela Abar / Sister Night, Yahya Abdul-Mateen II als Cal Abar, Tom Mison als Mr. Phillips, Sara Vickers als Ms. Crookshanks, Dylan Schombing als Topher Abar, Louis Gossett Jr. als Will Reeves, Jeremy Irons als Adrian Veidt, Lily Rose Smith als Rosie, Adelynn Spoon als Emma, Phillip Trieu als Bartender, Darrell Snedeger als Jon, Zak Rothera-Oxley als Young Jon Osterman, Anatole Taubman als Hans Osterman u.a.

Kurzinhalt: Vietnam im Jahr 2009: Angela Abar sitzt in einer Bar und gedenkt dem 22. Jubiläum des Todes ihrer Eltern – der sich mit dem sogenannten Dr. Manhattan-Tag deckt, an dem der Sieg der USA im Vietnamkrieg gefeiert wird. Insofern ist sie nicht sonderlich überrascht, als sich plötzlich ein Mann mit Dr. Manhattan-Maske zu ihr an den Tisch setzt. Noch ahnt sie weder, dass es sich bei ihm auch wirklich um Dr. Manhattan aka Jon Osterman handelt, noch dass dies der Beginn einer innigen Liebesbeziehung ist, die zehn Jahre andauern und dann auf tragische Art und Weise enden wird. Im Gegensatz zu Angela ist jedoch eben dies Dr. Manhattan sehr wohl bewusst, nimmt er die Zeit doch nicht linear war. Und so befindet er sich zur gleichen Zeit, als er mit Angela an der Bar sitzt, auch ein paar Monate später mit ihr in der Wohnung und hat einen heftigen Streit, besucht Adrian Veidth in Karnak, ist auf dem Jupitermond Europa wo er neues Leben erschafft, ist ein kleiner Junge der im Jahr 1936 mit seinem Vater aus Deutschland geflohen ist und auf dem Weg in die USA für ein paar Monate in einem englischen Anwesen halt macht, und erlebt zugleich, wie er im Jahr 2019 seine Kräfte zurückgewinnt, kurz bevor sich die siebente Kavallerie in Stellung bringt, um ihn zu töten…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) FOX Bislang mag ich von "Watchmen" nicht immer übermäßig begeistert gewesen sein – aber "Kommt ein Gott in eine Bar…" war absolut großartig. Im Review zu "Eine fast schon religiöse Ehrfurcht" meine ich ja, dass ich mit meinem endgültigen Urteil zur Offenbarung, dass Cal in Wirklichkeit Dr. Manhattan ist, warte, bis man diese Vorgeschichte aufgerollt hat. Nun kann ich – passenderweise, angesichts Dr. Manhattans gottgleicher Kräfte – nur festhalten: "Und er sah, dass es gut war." Denn: Auch wenn ich nicht über seine Kräfte verfüge, aber angesichts der Tatsache, dass der Dr. Manhattan-Abschnitt mit Abstand mein Lieblingsteil aus dem Comic ist (was sicherlich auch daran liegt, dass ich Zeitreisen grundsätzlich schätze; die Sprünge sind aber halt auch phantastisch gesetzt, und verstärken teilweise die emotionale Wirkung der dort abgebildeten Momente) – der aus meiner Sicht von Zack Snyder beim Film auch absolut fantastisch (und ja fast 1:1) umgesetzt wurde. "Kommt ein Gott in eine Bar…" folgt dem dort verfolgten Ansatz der nicht-linearen Erzählweise nun – und schaffte es durch eine ebenfalls perfekte Reihenfolge an Szenen, die selbe Wirkung zu entfalten, welche der besagte Teil des Comics bzw. Films auf mich hatte.

Die Episode profitiert dabei für mich sicherlich einerseits davon, dass sie sich eben auf eine Figur aus den Comics fokussiert. Bei allem Respekt von Angela Abar (die durch diese Episode hier für mich auch enorm gewonnen hat), aber die titelspendenden Watchmen waren halt einfach überaus ikonische Figuren, an denen die Neuzugänge in der Serie für mich nie so recht herankamen. Und generell hatten aufgrund meiner Vorliebe zu Comic bzw. Film all jene Episoden, die weniger eine eigenständige Geschichte erzählen, sondern stärker mit dem Comic verbunden waren (sei es, weil eine Figur daraus im Zentrum stand – wie "Sie wurde von Weltraumschrott erschlagen" – oder aber auf Momente aus dem Comic direkt Bezug genommen wurde – siehe der Flashback zum Tintenfisch-Angriff aus "Ein wenig Angst vor Blitzen"), allein deshalb schon mal ein großes Plus. Eben davon profitiert nun natürlich auch "Kommt ein Gott in eine Bar…". Darüber hinaus hat die Episode noch den Vorteil, die Geschichte der für mich interessantesten Figur aus dem Comic weiterzuerzählen. Dabei gefiel mir nicht nur, wie man sich an der nicht-linearen Erzählweise seines Abschnitts aus dem Comic orientierte und den dortigen Stil auf phänomenale Art und Weise imitierte, sondern auch, wie die Story hier quasi als das Gegenstück zu seiner Geschichte aus den Comics funktioniert. Dort erzählte Alan Moore, wie aus einem Menschen ein Gott wird. Hier nun ist es genau umgekehrt: Nachdem er der Menschheit den Rücken gekehrt hatte und nach Europa (den Jupitermond, nicht den Kontinent) ging, um neues Leben zu erschaffen, kehrt er hier nun wieder auf die Erde zurück, nimmt die Gestalt eines gewöhnlichen Mannes ab, legt seine Kräfte ab, und lässt sich auch die Erinnerungen an sein bisheriges Leben führen – da er nur so für zumindest zehn Jahre ein glückliches Leben mit Angela führen kann.

Episodenbild (c) FOX Ermöglicht wird ihm dies just durch Adrian Veidt – womit wir beim weiteren Highlight der Folge wären. Ihr Gespräch in Karnak knüpft direkt an eine der letzten Szenen aus dem Comic an (im übrigen wohl so ziemlich der einzige Moment daraus, den ich im Film schmerzlich vermisste; die Worte Laurie in den Mund zu legen war einfach nicht ganz dasselbe), wo Adrian auf Absolution von Dr. Manhattan hofft, dieser sie ihm jedoch verwehrt: "Ich habe das Richtige getan, oder? Letzten Endes hat sich alles zum Guten gewendet." "Letzten Endes? Nichts endet, Adrian. Niemals." (frei von mir übersetzt; die offizielle Übersetzung habe ich gerade nicht zur Hand). Hier wird dieser Dialog auf wunderschöne Art und Weise wieder aufgegriffen. Die Szene offenbart zudem Adrians Einsamkeit – und auch seinen Frust. Immerhin hat er mit dem größten Streich, welcher der Welt je gespielt wurde, diese gerettet – doch da es niemand weiß (bis auf die Siebente Kavallerie, die Rohrschachs Tagebuch kennt und verehrt) erhält er weder Anerkennung noch Dankbarkeit. Jeremy Irons ist in dieser Szene ungemein stark. Mir gefällt aber generell dieser Rapport zwischen den beiden früheren Kollegen. Jon macht wie schon im Comic deutlich, dass er Adrian für seine Tat weder verurteilt, noch vergibt. Es sind einfach zwei ehemalige Kollegen, die sich zwar entfremdet haben, aber trotz allem was zwischen ihnen vorgefallen ist immer noch einen gewissen Respekt füreinander hegen. Und schließlich erhält Jon von Adrian genau jenes Gerät, mit dem sich seine Macht und seine Erinnerungen blockieren lassen.

Sehr schön fand ich zudem, dass wir hier nun erfahren, dass Adrian von Dr. Manhattan nicht einfach nur nach Europa verbannt wurde, quasi als Strafe, sondern sich Adrian dies gewünscht – und sich somit sein Exil selbst eingebrockt – hat (was dieses betrifft, sei übrigens erwähnt, dass auch "Kommt ein Gott in eine Bar…" wieder nicht ganz ohne eine Szene mit Veidt auf Europa auskommen muss – diese jedoch, um den Fluss der Erzählung zuvor nicht zu stören, erst nach den Credits platziert ist). Überhaupt waren die Szenen auf Europa (unterlegt mit dem Donauwalzer; der wird für mich zwar auf immer und ewig mit "2001" verbunden sein, passte hier aber dennoch perfekt) wunderschön. Mir gefiel zudem die Offenbarung, was es mit dem von ihm geschaffenen Leben auf sich hat – und auch, wo seine Inspiration für die auf Europa gebaute Welt herkam. Am besten gefiel mir an "Kommt ein Gott in eine Bar…" allerdings das Ende. Die Erklärung, dass sich Jon eigentlich erst in diesem Moment, wo ihre Beziehung kurz vor ihrem tragischen Ende steht, in Angela Abar verliebt hat, fand ich mindestens so schön wie interessant. Es war aber auch wirklich ein beeindruckender Moment, wie sich Angela selbst im Wissen, dass der Kampf aussichtslos ist, in diesen stürzt, um den Mann, den sie liebt, zu beschützen. Die Szene war zudem toll inszeniert, und auch die erste, wo mir die von Trent Raznor und Atticus Ross komponierte Musik für die Serie positiv ins Ohr stach. Für mich war das jedenfalls ganz klar der bisher beste Moment der Serie. Aber auch das hier offenbarte Paradoxon rund um Will Reeves, der erst von seiner Enkeltochter von Judd Crawfords Schandtaten erfährt, hatte es mir angetan. Auf die Übererklärung in diesem Moment hätte ich aber ebenso verzichten können, wie zuvor den kurzen Flashback zum Gespräch mit Adrian; zwar war es hier aufgrund der nicht-linearen Erzählweise nicht ganz so auffällig und störend wie bei "Ein wenig Angst vor Blitzen", trotzdem hatte ich auch hier den Eindruck, dass diese beiden Momente nicht aus künstlerischen Gründen drin sind, sondern weil man das Publikum für blöd hält. Und das mag ich halt eher nicht so. In diesem Fall war der Rest der Folge aber stark genug, um mich darüber wohlwollend hinwegsehen zu lassen.

Fazit: Episodenbild (c) FOX Bislang mag ich von "Watchmen" nicht sonderlich begeistert gewesen und die Notwendigkeit der Serie als Sequel zum Comic doch des öfteren in Frage gestellt haben – "Kommt ein Gott in eine Bar…" war allerdings grandios, und hat meine entsprechenden Bedenken endgültig weggewischt. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich mir die Serie jemals nochmal in ihrer Gesamtheit anschauen werde – "Kommt ein Gott in eine Bar…" kann jedoch auch sehr gut für sich stehen, und ist eine wirklich wunderbare Fortsetzung der dortigen Geschichte, insbesondere natürlich im Hinblick auf Dr. Manhattan. Mir gefällt die Quasi-Umkehr der dortigen Entwicklung (Gott -> Mensch im Vergleich zu Mensch -> Gott), das Wiedersehen mit Adrian Veidt war wirklich stark, vor allem aber hatte es mir – dem "Dr. Manhattan"-Kapitel aus der Graphic Novel entsprechende – nicht-lineare Erzählweise angetan. Wie auch schon in Comic bzw. Film gelang es Jeff Jensen & Damon Lindelof dabei, durch bedachte Platzierung der Zeitsprünge die emotionaler Wirkung vieler Szenen zu verstärken. Und vor allem das Finale in der Gegenwart fand ich dann einfach nur phantastisch, und so tragisch wie berührend. Zusammen mit der wieder einmal hochwertigen Inszenierung, den durchwegs starken schauspielerischen Leistungen (wobei es mir vor allem Regina King und Jeremy Irons angetan haten) und dem mir hier zum ersten Mal positiv auffallenden Score von Trent Reznor und Atticus Ross, ergab das insgesamt rund sechzig Minuten herausragende TV-Unterhaltung!

Wertung: 5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2019 HBO)







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