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Leider kein triumphaler Abschluss der Trilogie Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 06 Oktober 2018
 
Titel: "Foundation's Triumph"
Deutscher Titel: "Der Sieg der Foundation"
Bewertung:
Autor: David Brin
Umfang: 392 Seiten (inkl. Anhang)
Verlag: Harper Collins
Veröffentlicht: 1999
ISBN: 978-0-06-105639-0
Kaufen: Taschenbuch (E), Taschenbuch (D)
 

Kurzinhalt: Hari Seldon hat bezüglich seines Foundation-Projekts jegliche Hoffnung verloren, und erkennt es als das, was es ist: Eine Ablenkung, mit der die Menschheit beschäftigt ist, bis Daneel seinen wahren Plan in die Tat umsetzen kann. Und so scheint er dazu bestimmt, seine letzten Tage verbittert und desillusioniert auf Trantor zu verbringen. Dann jedoch liest er den Brief eines Hobby-Mathematikers, der behauptet, eine Korrelation zwischen seiner Forschung der Psychohistorie und eigenen Modellen gefunden zu haben. Wenig später organisiert dieser dann schließlich ein Treffen mit Hari, und dieser lässt sich vom Enthusiasmus des jungen Mannes anstecken. Er beschließt, seine Bewährungsauflagen zu verletzen, und mit diesem Trantor zu verlassen. Doch kurz darauf werden sie von einer Gruppe von Menschen aufgehalten, die davon überzeugt sind, dass Roboter die Geschickte der Menschheit steuern – und die diesem Treiben ein Ende setzen wollen. Währenddessen bereitet Daneel alles dafür vor, um mit seinem Galaxia-Projekt zu beginnen. Und Dors erfährt einige erschütternde Dinge über dessen Vergangenheit, sie ihre Überzeugung in ihn ins Wanken bringen…

Review: Ich muss gestehen, ich war im Vorfeld aufgrund des Titels sehr skeptisch. Ich bin nun mal ein Verfechter davon, dass ein Schöpfer letztendlich gegenüber seinem Werk immer das letzte Wort haben, und man diesem gegenüber respektvoll sein sollte. Sprich: Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass viele Fans der ersten Stunde, mit den beiden Fortsetzungen zur ersten "Foundation"-Trilogie, die auf einmal ein völlig neues Konzept zur Rettung der Menschheit vorstellten – Gaia bzw. Galaxia – nicht viel Freude gehabt haben mögen, so ist dieser Meinungsumschwung aus meiner Sicht zu respektieren. Der Autor, der "Foundation's Edge" und "Foundation and Earth" geschrieben hat, war halt nun mal nicht mehr der selbe, der die ursprüngliche Trilogie geschrieben hat. Isaac Asimovs Ansichten haben sich in diesen Jahren weiterentwickelt. Und nicht zuletzt opferte er ja, nachdem so manchem die Entscheidung für Gaia am Ende von "Foundation's Edge" überrascht haben mag, er ja noch einen ganzen weiteren Roman, um diese Entscheidung zu erklären und zu bestätigen. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass er danach, statt an die Geschichte anzuknüpfen vielmehr in die Vergangenheit ging, macht für mich deutlich, dass er letztendlich das Foundation-Projekt als Sackgasse empfand und in Galaxia die Lösung sah. Der Titel "Foundation's Triumph" deutete nun einen "retcon" an – und genau genommen ist er das bis zu einem gewissen Grad auch. Jedoch geht David Brin dabei wesentlich vorsichtiger, respektvoller und zurückhaltender vor, als ich das im Vorfeld gedacht und befürchtet hatte. Er gibt all jenen, die mit der Galaxia-Lösung nicht zufrieden waren, und sich wünschten, dass das Foundation-Projekt am Ende doch triumphieren würde, Hoffnung – jedoch ohne eine definitive Antwort darauf zu geben und das von Isaac Asimov hinterlassene Ende umzuschreiben bzw. zu overrulen. Wie – bzw. dass überhaupt – ihm dieser Spagat gelingt, war für mich die größte Stärke des Romans.

Aber auch davon abgesehen hatten es mir in erster Linie die letzten 100 Seiten angetan. Dennoch ist der Roman leider, entgegen des Titels, kein triumphaler Abschluss der "Foundation"-Saga, und/oder der zweiten Trilogie. Dies liegt einerseits an den rund 300 Seiten zuvor, die auf mich noch etwas zerfahren und ziellos wirkten. Hari begegnet hier allen möglichen Leuten und Fraktionen, von denen jedoch nur ein Bruchteil beim Finale eine maßgebliche Rolle spielen. Der Rest ist letztendlich nur dazu da, um ihn aufzuhalten, und damit das Ende hinauszuzögern, bzw. die Seiten bis dahin zu füllen. Nun sind mache dieser Figuren bzw. Momente trotzdem ganz interessant und unterhaltsam. Dennoch konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass David Brin zwar wusste, wo er hin will, sich aber etwas schwer damit tat, den Weg dorthin sinnvoll zu gestalten. Auch die Nebenhandlungen rund um Daneel und Dors trugen für mich nur bedingt etwas zum Gelingen des Romans bei. Zumal ich es auch schade fand, dass wir beim den ganzen Roman über angekündigten Wiedersehen zwischen Dors und Hari letztendlich nicht dabei war. Letztendlich störte ich mich aber in erster Linie daran, dass in weiterer Folge die Erde besucht wird. In Isaac Asimovs Foundation-Trilogie, und auch den beiden daran aknüpfenden Romanen, war diese ja nur mehr eine Legende, von der noch nicht einmal viele davon überzeugt waren, dass diese der Wahrheit entsprach. Und selbst jene, die an die Theorie, dass die Menschheit einer einzigen planetaren Wiege entstammt glaubten, hatten keine Ahnung, wo sich der Planet befinden könnte. Für Hari hingegen ist es kein Geheimnis, dass sich diese im Sirius-Sektor befindet, und am Ende stattet man ihr dann eben sogar einen Besuch ab. Das nimmt nicht nur "Foundation and Earth" viel von seinem Reiz, sondern es wirkt auf mich vor allem auch extrem unplausibel, dass in lediglich fünfhundert Jahren die Erde derart in Vergessenheit geraten würde (statt in fünf- oder gar fünfzigtausend). Sprich: Wenn das Finale auf einem anderen Planeten (Terminus?) stattgefunden hätte, wäre mir das bedeutend lieber gewesen.

Fazit: Entgegen des Titels ist "Foundation's Triumph" leider kein triumphaler Abschluss der zweiten "Foundation"-Trilogie – geschweige denn der Saga an sich. Dennoch war es letztendlich wesentlich besser, als ich im Vorfeld befürchtet hatte. Dies liegt in erster Linie daran, dass es David Brin zu meiner großen Überraschung und Freude gelang, einerseits jenen Fans, die mit den Ausgang von "Foundation and Earth" nicht zufrieden waren, einen Hoffnungsschimmer zu verleihen, jedoch ohne dabei Isaac Asimov mit einem definitiven Widerspruch quasi ins Wort zu fallen, und das von ihm ja offenbar gewünschte Ende zu "überschreiben". Generell konnten mir an "Foundation's Triumph" vor allem die letzten 100 Seiten sehr gut gefallen. Mit einer einzigen ganz großen Ausnahme: Dass man hier doch tatsächlich die Erde besuchte, nimmt nicht nur (falls man die Reihe je chronologisch lesen würde) "Foundation and Earth" viel von seinem Reiz, es ergibt für mich auch keinen Sinn, dass fünfhundert Jahre später der Planet und sein Standort derart in Vergessenheit geraten würde. Dies war dann auch das größte Manko am Roman, der sich wie schon die Vorgänger mehr schlecht als recht in Asimovs Werk einfügt. Zudem waren die 300 Seiten zuvor noch nicht unbedingt ein Reißer, und machten teilweise auf mich den Eindruck eines Lückenfüllers. Insgesamt war "Foundation's Triumph" aber, wie schon der unmittelbare Vorgänger, wieder ok.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel






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