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Star Wars: Darksaber - Der Todesstern Drucken E-Mail
Erträglicher Mittelteil der Callista-Trilogie Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 10 Juni 2018
 
Titel: "Darksaber - Der Todesstern"
Originaltitel: "Darksaber"
Bewertung:
Autor: Kevin J. Anderson
Übersetzung: Thomas Ziegler
Umfang: 476 Seiten
Verlag: Heyne (D), Bantam Spectra (E)
Veröffentlicht: Februar 1997 (D), November 1995 (E)
ISBN: 978-3-453-13104-5
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Han und Luke statten Jabbas altem Palast einen Besuch ab. Dort stoßen sie auf Hinweise, dass Jabba ein Geheimnis des Imperiums hütete, dass nun in die Hände seiner Erben gefallen ist. Irgendetwas scheinen die Hutts im Schilde zu führen. Der Verdacht erhärtet sich, als ihr Vertreter Durga nach Coruscant kommt, angeblich um über eine Allianz mit der Neuen Republik zu verhandeln. Vielmehr stellt sich jedoch im Nachhinein heraus, dass er in ein streng geheimes imperiales Archiv eindrang und die Baupläne des Todessterns stahl. Leia und die anderen wollen sich gar nicht ausmalen, was solch eine Waffe in den Händen der skrupellosen Hutts bedeuten könnte. Sie beschließt die – eigentlich nur höflich gemeinte – Einladung von Durga anzunehmen und mit einer Delegation nach Nal Hutta zu reisen. Unter diesem Vorwand hofft sie, mehr über die Pläne der Hutts in Erfahrung bringen zu können. Als man herausfindet, dass der Darksaber – ein aufs notwendigste reduzierter Todesstern – vor der Fertigstellung steht, muss die Neue Republik ein weiteres Mal eine Superwaffe zerstören. Währenddessen begibt sich Luke mit Callista auf Pilgerreise, in der Hoffnung, dass sich die Macht ihr wieder öffnet. Und Admiral Daala gelingt es, die zerstreuten Reste des früheren Imperiums unter ihre Führung zu vereinen – woraufhin sie eine Großoffensive auf die Neue Republik plant…

Review: Genau genommen wäre "Darksaber" ja eigentlich gar nicht mal so schlecht. Klar, auch hier gibt’s wieder eine Waffe mit der sich ein ganzer Planet zerstören lässt, was in der Post-OT-Ära des Legends-Kanons definitiv zu inflationär verwendet wurde, und doch ziemlich einfallslos ist (wenn man auch Kevin J. Anderson zugutehalten muss, dass sich die Geschichte rund um den Darksaber doch etwas anders abspielt, als man das erwartet hätte, und er zudem mit Hans Ausspruch "Oh nein, nicht schon wieder eine Superwaffe!" zumindest Selbstironie beweist). Zudem übertreibt es Anderson auch hier wieder mit den direkten Zitaten aus der Trilogie (vor allem Hans "Es ist nicht meine Schuld!" erschien mir sehr aufgesetzt und in dieser Situation eigentlich unpassend), wobei ihm Übersetzer Thomas Ziegler aufgrund seiner mangelnden Kenntnis im Hinblick auf die Dialoge aus den Filmen teilweise einen Strich durch die Rechnung macht (wie z.B. bei "Hilf mir, Obi-Wan Kenobi. Du bist meine einzige Hoffnung" – was originalgetreu übersetzt sein mag, aber halt nicht der Synchronisation folgt). Vor allem aber fand ich es schon etwas konstruiert (und einfallslos), wie er die Protagonisten hier auf eine Wallfahrt quer über die aus der Original-Trilogie bekannten Orte schickt. Lediglich Bespin und Endor fehlen, davon abgesehen wird aber von Tatooine über Dagobah bis hin zu Hoth (sowie natürlich Yavin IV, aber da sich dort die Jedi-Akademie befindet, die von Daala angegriffen wird, kann ich ihm daraus keinen Vorwurf machen) alles abgeklappert. Was ja eh durchaus zum einen oder anderen netten Moment führt – insbesondere wenn Tatooine Bens früheres Haus besucht, oder sich Callista in die finstere Höhle auf Dagobah begibt. Aber in dieser Fülle ist es doch irgendwie zu viel des Guten, und wirkt es etwas konstruiert. Vor allem den Ausflug auf Hoth hätte man sich schenken können; der trug narrativ nämlich genau gar nichts zum Verlauf der Handlung bei, und diente nur dazu, Luke und Callista gegen ein paar Wampas – inklusive jenem, dem Luke einst den Arm abschlug – antreten zu lassen.

Und dennoch – im direkten Vergleich zu "Palpatines Auge" gleicht "Darksaber" einer Offenbarung. Einerseits dank Kevin J. Andersons Schreibstil, den man erst nach Barbara Hamblys Tortur so richtig zu schätzen weiß. Er hält sich nicht lange mit unnötigen Details auf, und erzählt eine flotte Geschichte auf ansprechende Art und Weise. Der Roman liest sich von Anfang bis Ende flüssig, und man fliegt förmlich durch die Seiten. Das ist wirklich 1.000:1 im Vergleich zu "Palpatines Auge". Zudem mag die Geschichte selbst zwar nicht sonderlich originell sein, erfüllt jedoch nichtsdestotrotz ihren Zweck, sprich: Sie unterhält. Es gibt ein paar nette Action-Einlagen, bedrohliche Situationen, und packende Momente. Und auch wenn Anderson sicherlich oberflächlicher schreibt als z.B. Stackpole, Zahn oder eben auch Hambly (wobei diese dabei eben heillos übertreibt), so vergisst er dennoch auch nicht gänzlich darauf, ins Innere der Figuren einzutauchen und uns an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Ja, da und dort hätte er noch mehr in die Tiefe gehen können, aber passt schon. Und generell fängt er einfach den Ton und die Atmosphäre der klassischen "Star Wars"-Trilogie sehr schön ein. Warum dann dennoch eine relativ schwache Wertung. Ein Wort: Callista. Die fand ich in "Darksaber" nämlich sogar noch unerträglicher als bei "Palpatines Auge". Mit ihren verlorenen Jedi-Kräften erinnert sie mich unweigerlich an die nicht minder furchtbare Deanna Troi aus "Das kosmische Band". Doch es ist nicht nur Callista an sich. Die ganze Liebesgeschichte zwischen ihr und Luke ist unter Kevin J. Andersons Feder genauso hanebüchen, übertrieben und bis ins Extrem verkitscht wie bei Hambly. Und natürlich hat sich auch am konzeptionellen Problem, dass man aus Leser-Sicht Mara für die Richtige für Luke hält, und Callista daher nur stört, nichts geändert. Und dann gibt es auch noch einen letzten Kritikpunkt, der mit Callista nichts zu tun hat: Die Szene, wo die Jedi-Schüler auf Yavin IV Paellons Flotte mit Hilfe der Macht aus dem System schleudern, war mir dann selbst für "Star Wars" zu phantastisch. Klar, sie zahlen einen hohen Preis dafür, was auch erklärt, warum das die Jedi nicht ständig gemacht haben, dennoch werden sie mir hier dann doch als zu mächtig dargestellt, bzw. war mir das generell zu übertrieben. Das hätte sich Anderson aus meiner Sicht sparen sollen.

Fazit: "Darksaber" ist zweifellos besser als "Palpatines Auge" – das heißt aber nicht automatisch, dass er auch gut ist. Getreu dem Motto "Mitgefangen, Mitgehangen" leidet Kevin J. Andersons Roman darunter, der Mittelteil der Callista-Trilogie zu sein, und somit die Geschichte rund um sie und Luke fortzusetzen. Und ihre Liebesgeschichte hat mich nun einmal auch unter seiner Feder absolut nicht überzeugt. Die beschriebenen Gefühle sind mir viel zu intensiv und übertrieben, Callista ist generell hier – nun da sie den Zugang zur Macht verloren hat – noch einmal anstrengender als schon im Vorgänger, und auch das "Mara-Problem" (sprich, dass man sich als Leser wünscht, dass sich Callista schleicht, damit Luke mit der ehemaligen Hand des Imperators zusammenkommt) ist nach wie vor vorhanden. Es ist halt immer ein Problem, wenn eine Figur, die als Heldin gedacht ist und die der Leser eigentlich mögen soll, am Ende vermeintlich stirbt, und man sich dabei ertappt, sich darüber zu freuen – und dementsprechend enttäuscht ist, wenn man erfährt, dass sie doch überlebt hat. Zudem ist die Story nicht übermäßig originell – Stichwort x-te Todesstern-Variante – und vor allem auch die Art und Weise, wie die Jedi-Adepten die Sternenzerstörer aus dem Yavin-System schleudern war mir zu übertrieben. Für das hätte sich Anderson eine andere Lösung einfallen lassen sollen. Was den Schreibstil betrifft, ist "Darksaber" aber im direkten Vergleich zu "Palpatines Auge" eine Offenbarung. Kevin J. Andersons etwas oberflächlichen Schreibstil fand ich nach Hamblys anderem Extrem – was "Palpatines Auge" ungemein mühsam, anstrengend und zäh zum Lesen machte – richtiggehend erfrischend, und als willkommene Abwechslung. Im Gegensatz zum Vorgänger, wo jede Seite eine Qual war und ich mich richtiggehend durchkämpfen musste, las sich "Darksaber" ungemein flüssig, und verging der Roman wie im Flug. Das macht die schwache Geschichte zwar auch nicht besser, aber den Roman an sich doch zumindest ungleich erträglicher. So gut, dass er es wert wäre, extra wegen ihm auch "Palpatines Auge" zu lesen, ist er aber auch wieder nicht. Dann doch lieber die gesamte Trilogie auslassen – ihr verpasst echt nichts.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel





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