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Star Trek - TNG: Drachenjäger Drucken E-Mail
Besuch bei einer mittelalterlichen Kultur Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 04 September 2017
 
Cover (c) Heyne
Titel: "Star Trek - TNG:Drachenjäger"
Originaltitel: "Star Trek - The Next Generation: Here There Be Dragons"
Bewertung:
Autor: John Peel
Übersetzung: Horst Pukallus
Umfang: 315 Seiten (Print-Ausgabe)
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: Dezember 1993 (E) bzw. 1996 (D)
Deutscher eBook-Release: 25. Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11686-6
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Während die U.S.S. Enterprise ein faszinierendes Raumphänomen erforscht, fliegt eine Luxusyacht aus diesem hervor, und eröffnet das Feuer. Natürlich ist das Schiff völlig unterlegen, doch anstatt sich gefangen nehmen zu lassen, sprengt man sich vielmehr in die Luft. Lediglich ein Besatzungsmitglied ist mit einer Fluchtkapsel entkommen. Er behauptet, ein Agent der Föderation zu sein, der diese Piratenbande infiltriert hat. Diese hat den Planeten, der sich im Innern des Raumphänomens befindet, und der nur über einen bestimmten, sicheren Korridor zu erreichen ist, zu ihrem Versteck auserkoren. Auf dem Planeten selbst befindet sich eine mittelalterliche Kultur, die scheinbar von den Bewahrern zu diesem gebracht wurde. Da auf ihm Drachen leben – was sich jedoch mit ihrer Überzeugung deckt – sind Reisen zwischen den einzelnen Städten nur eingeschränkt möglich, was die Entwicklung des Planeten aufgehalten hat, und die Bevölkerung zu einer leichten Beute für die Piraten macht. Captain Picard nimmt das Angebot an, die Enterprise durch den Korridor zu schicken, will er doch den Piraten das Handwerk legen und weitere Einmischungen in die natürliche Entwicklung dieser Prä-Warp-Kultur unterbinden. Doch der vermeintliche Agent stellt sich vielmehr als Mitglied der Piratenbande heraus – und lockt Picard, Ro und Data in eine Falle…

Review: Auf den ersten Seiten konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass John Peel in seinem ganzen Leben (oder zumindest, als er "Drachenjäger" geschrieben hat) keine einzige Folge von TNG gesehen hat. Weil vor allem Captain Picard ist zu Beginn absolut grauenhaft getroffen, und praktisch nicht wieder erkennbar. So wird er als Nerverl dargestellt, der seinem nervösen Tick, mit den Fingern auf die Armlehne des Kommandosessels trommelt, und kurz darauf verliert er laut Autor "zum dritten Mal in wenigen Minuten die Fassung". Das will aber nun sowas von nicht zum ruhigen, besonnenen und souveränen Captain passen, wie zumindest ich ihn aus der Serie kenne. Auch die Ausdrucksweise wirkt teilweise unpassend, so meint er an einer Stelle "Bei allen Kometen.". Sprich: Sowohl vom Verhalten als auch der Sprache her konnte ich den Captain Picard aus der Serie hier nicht mehr wiedererkennen. Danach wurde es zwar besser, und bei den anderen Figuren wären mir ebenfalls keine so extremen Unterschiede aufgefallen (auch wenn Ro, immerhin Bajoranerin, an einer Stelle mit "Bettler haben keine Wahl" – aka "beggars can't be choosers" – ein gar menschliches Sprichwort verwendet; wobei sie dieses natürlich zugegebenermaßen bei der Ausbildung oder im Sternenflottendienst aufgeschnappt haben könnte). Aber dieses für den Captain sehr unpassende Verhalten hat mir den Einstieg in den Roman nicht unbedingt erleichtert.

Wenn ich schon dabei bin, sei gleich bei den weiteren Kritikpunkten weitergemacht: Für einen Roman mit dem Titel "Drachenjäger" bzw. "Here There Be Dragons" machen sich die – in diesem Fall nicht feuerspeienden – Ungeheuer erstaunlich rar. Picard und Data haben zwar an einer Stelle eine Begegnung mit einem Drachen, die auch recht interessant (spannend wäre wohl zu viel gesagt) beschrieben ist, davon abgesehen stehen aber die Piraten eindeutig im Mittelpunkt (aber "Piratenjäger" oder "Here There Be Pirates" hätte wohl nicht so interessant geklungen). So offenbart sich der Titel jedenfalls zumindest ansatzweise als Mogelpackung. Und dann ist da noch die kurze Nebenhandlung mit Worf und Barclay an Bord der Enterprise. Worf, enttäuscht darüber, dass er der mittelalterlichen Kultur aufgrund seines klingonischen Aussehens keinen Besuch abstatten darf, obwohl ihn diese doch eigentlich aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur klingonischen Gesellschaft sehr interessiert hätte, besucht mit Barclay ein Holodeck-Programm. Dass die dortigen Figuren eine verblüffende Ähnlichkeit mit "realen" Besatzungsmitgliedern an Bord haben (obwohl Barclay das ja eigentlich, nachdem man ihm in "Der schüchterne Reginald" draufgekommen ist, nicht mehr machen wollte), ist dabei noch das geringste Problem. Wesentlich schwerer wiegt, dass diese B-Story vom Rest der Geschichte völlig losgelöst ist, und vor allem extrem überflüssig erscheint. Schneidet sie raus, und ihr verliert genau gar nichts. Was John Peel mit ihr bezweckte, wollte sich zumindest mir absolut nicht erschließen.

Abseits dieser Kritikpunkte war mein Eindruck von "Drachenjäger" aber durchaus positiv. Besonders interessant fand ich dabei die Verknüpfung der verschiedenen Elemente – das Raumphänomen, den sich darin befindlichen, vom Rest der Galaxis abgeschotteten, Planeten, die dort ihr Unwesen treibenden Weltraumpiraten, die mittelalterliche Kultur, und eben auch die Drachen. All das macht den Roman sehr abwechslungsreich, und sorgt für einen interessanten Mix, wobei für mich vor allem auch beim Aufeinandertreffen der modernen Zivilisation des 24. Jahrhunderts mit der mittelalterlichen Gesellschaft einen besonderen Reiz verströmte (und auch ein bisschen an TOS erinnerte, wo dies ja ebenfalls gelegentlich vorkam). Zumal die Sprache der Bewohner des Planeten zwar sehr eigenwillig, aber doch auch interessant und – für mich als Nicht-Historiker – plausibel altertümlich klingt (Horst Pukallus, der ja generell zu einer etwas gestelzten Ausdrucksweise tendiert, hatte beim Übersetzen wohl die Zeit seines Lebens). Doch nicht nur die einzelnen Elemente sorgen für Abwechslung, sondern auch die zahlreichen Schauplätze sowie die einzelnen Abenteuer und Herausforderungen, denen sich die Mitglieder der Landegruppe stellen müssen. Und auch auf der Enterprise gibt es einiges zu tun, wobei sich – was mir außerordentlich gut gefiel – vor allem Barclay als Held hervortun durfte. Aber auch andere Nebenfiguren, wie Ro, bekommen einiges zu tun, und insgesamt gelingt es John Peel sehr gut, vielen Besatzungsmitgliedern eine wichtige Rolle zukommen zu lassen. Und generell habe ich mich beim Lesen von "Drachenjäger" nie gelangweilt. Zu den besten TNG-Romanen kann ich ihn jedoch angesichts der erwähnten Schwächen leider nicht zählen.

Fazit: Der Einstieg in "Drachenjäger" ist mir angesichts der sehr untypischen Darstellung von Captain Picard, die mich daran zweifeln ließ, dass John Peel überhaupt schon mal eine Folge der Serie gesehen hatte, nicht unbedingt leicht gefallen. Und auch danach gab es noch den einen oder anderen Kritikpunkt, wie die beliebig und unnötig wirkende Nebenstory rund um den Besuch von Worf und Barclay auf dem Holodeck. Und die titelspendenden Drachen spielen im Roman auch nur eine eher untergeordnete Rolle. Jedoch: Was John Peel außerordentlich gut gelingt ist, fast jedes involvierte Crewmitglied, egal ob Stammbesetzung oder wiederkehrende Gastfiguren, eine wichtige Rolle im Geschehen spielen zu lassen. Die unterschiedlichen Schauplätze bzw. Herausforderungen, denen sich die Besatzung stellen muss, machen das Geschehen zudem sehr abwechslungsreich. Die mittelalterliche Kultur war zudem sehr treffend beschrieben, wobei es mir vor allem ihre altertümliche Sprechweise (die Horst Pukallus beim Übersetzen wohl das eine oder andere Mal regelrecht in Entzückung versetzt haben dürfte, steht er doch ohnehin auf eine etwas geschwollenere Ausdrucksweise) angetan hatte. Und über die (wenn auch etwas oberflächlich bleibende) Anspielung auf die klassische Serie – in Form der Bewahrer – habe ich mich ebenfalls sehr gefreut. Insgesamt war "Drachenjäger" ganz ok; ein anderer Autor, der mit den Figuren vertrauter gewesen wäre, hätte aber wohl noch etwas mehr aus der interessanten Grundidee herausholen können.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel


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