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Star Trek - The Next Generation: Hive Drucken E-Mail
Borg-Comic von Brannon Braga höchstpersönlich Kategorie: Star Trek (Literatur) - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 14 August 2017
 
Cover (c) CrossCult
Titel: "Star Trek - The Next Generation: Hive"
Originaltitel: "Star Trek - The Next Generation: Hive"
Bewertung:
Autoren: Brannon Braga, Terry Matalas & Travis Ficket
Übersetzung: Andreas Kasprzak
Zeichnungen: Joe Corroney
Tusche: Joe Coronney, Mat Filbach & Shawn Fillbach
Farben: Hi-Fi
Lettering: Amigo Grafik
Cover: Joe Corroney
Umfang: 104 Seiten
Verlag: Cross Cult
Veröffentlicht: 29. September 2016
ISBN: 978-3-86425-982-1
Kaufen: Softcover (D), Kindle (D), Softcover (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Nach den Ereignissen aus "Nemesis" dringen die Borg neuerlich ins Raumgebiet der Föderation ein. Diesmal jedoch nicht, um sie zu assimilieren, sondern vielmehr, um sie zu warnen, und ihre Hilfe zu erbitten. Die Borg haben ein Tor in ein Parallel-Universum aufgebrochen, wo sie auf ein Volk stießen, dass sie nicht assimilieren konnten. Nun ist ihnen dieses in unser Universum gefolgt, um alles Leben auszulöschen – um damit weiteren Angriffen aus unserer Dimension vorzubeugen. Weder die Borg allein noch die Föderation hätte gegen die Invasoren eine Chance. Um die Galaxis zu retten, müssen sich beide verbünden. Die Sternenflotte beauftragt Jean-Luc Picard damit, den Einsatz zu leiten. Dieser holt sich die Hilfe der U.S.S. Titan unter dem Kommando seines früheren ersten Offiziers William Riker, sowie von Seven of Nine. Schon bald stellt sich jedoch alles, was die Borg-Königin ihnen erzählt hat, als Trick heraus, um die Föderation ein für alle Mal in die Knie zu zwingen. 500 Jahre später haben die Borg die gesamte Galaxis erobert. Der immer noch lebende Locutus versucht mit der Hilfe eines alten Freundes, die Vergangenheit zu verändern…

Review: Der Name Brannon Braga sollte "Star Trek"-Fans eigentlich ein Begriff sein. Als regelmäßiger Autor für die Serien TNG und VOY sowie später als Autor und Produzent von ENT hat er das Universum über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt, und uns einerseits ein paar wirklich tolle Episoden geschenkt, sich jedoch andererseits bedauerlicherweise zusammen mit Rick Berman auch als vorübergehender Totengräber von "Star Trek" erwiesen. Denn vor allem dort reckte dann die bereits zuvor immer wieder zum Vorschein kommende Angewohnheit, dass Kontinuität für ihn zweitrangig ist, wenn sie einer Geschichte so wie er sie erzählen will im Weg ist, ihr hässliches Haupt. Rund sieben Jahre nachdem die viel gescholtene – und von ihm mitgeschriebene – letzte Enterprise-Folge "Dies sind die Abenteuer..." über die TV-Schirme flimmerte kehrte er mit "Hive" zum "Star Trek"-Universum zurück. Dabei bleibt er sich insofern treu, als er sich außerhalb der in den Romanen etablierten Kontinuität bleibt, und eine alternative "Was wäre wenn"-Geschichte erzählt, die so wie die "Star Wars Infinities"-Comics in einer Art parallelen Dimension spielen. Sprich: Was andere Autoren zum "Star Trek"-Universum beigetragen haben, ist für ihn wieder einmal nicht von Belang. Seine eigene Vision ist ihm wichtiger. Damit muss man sich jedenfalls – zumindest sofern man mit den Post-Nemesis-Romanen vertraut ist – abfinden, wenn man sich "Hive" zur Brust nimmt. Zugleich finde ich es angesichts dieses Ansatzes nur legitim, dass sich Braga den Vergleich mit den von ihn ignorierten Geschichten, und dabei insbesondere David Macks großartiger "Destiny"-Trilogie, gefallen lassen muss – und dabei zieht er halt unweigerlich (und klar) den Kürzeren.

Aber selbst von diesem Punkt abgesehen kann "Hive" nicht mit seinen früheren (Borg-)Geschichten mithalten. Die Grundidee ist zwar grundsätzlich nett, allerdings störte ich mich einerseits daran, dass die Borg hier doch tatsächlich einen Trick anwenden, um die Föderation endlich zu assimilieren. Bei der Übermacht an Borg-Kuben sollte das nun wirklich nicht notwendig sein. Das Geschehen bleibt leider auch sehr oberflächlich und sehr auf Action fokussiert. Die Figuren selbst werden kaum beleuchtet, und das, obwohl Picard aber auch Seven hier mit ihrem schlimmsten Alptraum konfrontiert werden. Eben dies sorgt dann auch dafür, dass eine gewisse tragische Wendung zum Ende hin die gewünschte emotionale Wirkung völlig verfehlt. Und generell war "Hive" inhaltlich gesehen doch recht dürftig. Es ist schon lange her, dass ich mit einem solch dicken Comic derart schnell durch war. Im Internet liest man teilweise Meinungen, dass "Hive" einen tollen elften "Star Trek"-Film abgegeben hätte, aber den Eindruck kann ich nicht bestätigen. Zumindest in der jetzigen Form hätte der Comic kaum genug Material für eine einzelne Episode hergegeben, geschweige denn für eine Doppelfolge oder gar einen kompletten, zweistündigen Film. Da hätte Braga an diesem sehr rudimentären Plot noch ordentlich arbeiten und auf dieses Grundgerüst aufbauen müssen. Völliger Reinfall ist "Hive" aber nicht. Denn abseits der verworfenen Kontinuität aus den Romanen kann eben dieses Grundgerüst durchaus gefallen. Die Idee, dass die Borg in 500 Jahren die gesamte Milchstraße erobert haben, und Locutus aka Jean-Luc Picard zusammen mit einem alten Freund einen letzten Versuch unternimmt, dieses grauenhafte Schicksal abzuwenden. Auch die Handlung in der "Gegenwart" bietet so manch netten Moment. Und vor allem auch die Idee, Picard und Seven zusammenarbeiten zu lassen, hat mir gefallen. Zudem ist der Comic recht schön gezeichnet. Die Bilder sind zwar ein bisschen statisch, aber grundsätzlich sind die Illustrationen schon gelungen, und die Farbgebung weiß ebenfalls zu gefallen. Wem es einfach nach einem oberflächlichen, actionreichen und schön anzuschauenden Borg-Comic verlangt, der wird bei "Hive" zweifellos fündig.

Fazit: Mit "Hive" kehrte Brannon Braga nach siebenjähriger Abwesenheit ins "Star Trek"-Universum zurück – und blieb seiner Angewohnheit treu, seinen eigenen Ideen und Geschichten größere Priorität einzuräumen, als der etablierten Kontinuität. So sieht er sich, obwohl er hier einen Ausflug ins literarische Lizenz-Universum unternimmt, an die in den an "Nemesis" anknüpfenden Romanen etablierte Kontinuität nicht gebunden, und erzählt eine Geschichte, die mit diesen (insbesondere "Destiny") nicht im Geringsten in Einklang zu bringen ist. Kennt man diese nicht, oder schafft es halt einfach, sich – getreu des IDIC-Mottos von "Star Trek" – auf den "Was wäre wenn"-Charakter des Comics einzulassen, muss man sich darüber hinaus mit der recht oberflächlichen Art und Weise, in der dieser erzählt wird, abfinden. Braga mag zwar eine gute und interessante Grundidee gehabt haben, aber selbst für so einen Comic ist die Handlung ziemlich dürftig, und als Doppelfolge oder gar Film könnte ich mir die Story in dieser rudimentären, skizzenhaften Form schon gar nicht vorstellen. Dafür liest sich der Comic zugegebenermaßen ungemein schnell und ist damit sehr kurzweilig. Zumal mir die Grundidee eigentlich sehr gut gefallen konnte. Zudem gibt es in weiterer Folge durchaus ein paar starke Momente. Und optisch kann "Hive" ebenfalls gefallen. Den Bildern fehlt es zwar ein bisschen an Dynamik und Vorwärtsbewegung, davon abgesehen ist der Comic aber sehr schön gezeichnet, und auch die Farben können gefallen. Optisch kann sich "Hive" jedenfalls absolut sehen lassen; mehr als einen kurzen Snack für zwischendurch sollte man sich aber nicht erwarten, und insgesamt kommt Brannon Braga hier an seine früheren Borg-Geschichten nicht wirklich heran.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel


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