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Star Wars: Palast der dunklen Sonnen Drucken E-Mail
20 Erzählungen rund um Jabbas Palast-Besucher Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 14 Mai 2017
 
Titel: "Palast der dunklen Sonnen"
Originaltitel: "Tales from Jabba's Palace"
Bewertung:
Herausgeber: Kevin J. Anderson
Übersetzung: Andreas Decker
Umfang: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet (D), Del Rey (E)
Veröffentlicht: September 1997 (D), 01. Dezember 1995 (E)
ISBN: 978-3-4424-3777-6
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Review: Nachdem uns "Sturm über Tatooine" die Cantina-Besucher genauer vorgestellt hat, und wir in "Kopfgeld auf Han Solo" mehr über die Kopfgeldjäger erfahren haben, wendet man sich in der dritten Anthologie zur klassischen "Star Wars"-Trilogie nun den Bewohnern und Besuchern von Jabbas Palast zu. Nachdem die vorangegangene Anthologie auf nur fünf Kurzgeschichten beschränkt war, die aber wiederum komplexere Geschichten erlaubte und einen genaueren Eindruck der Figuren verschaffte, bietet man mit "Palast der dunklen Sonnen" nun das genau andere Extrem, und setzt mit insgesamt 20 Kurzgeschichten sogar im Vergleich zum ebenfalls schon mit vielen Einzelgeschichten aufwartenden "Sturm über Tatooine" sogar noch einmal eins drauf. Aufgrund der Fülle an Geschichten, die zudem in ihrer Länge stark schwanken – manche nehmen rund vierzig, andere wiederum nicht einmal zehn Seiten ein – würde es zu weit führen, wirklich jede einzelne von ihnen separat zu besprechen. Zumal der größte Reiz von "Palast der dunklen Sonnen" ohnehin weniger in den separaten, für sich genommenen Einzelgeschichten besteht, als vielmehr darin, wie (sehr und geschickt) sie miteinander verwoben sind. Da werden in einer Geschichte Fragen aufgeworfen, die zehn Kurzgeschichten weiter dann beantwortet werden, und generell gehen die Stories teilweise wunderbar ineinander über, bzw. ergänzen sich perfekt. Letztendlich handelt es sich bei jeder der hier enthaltenen Geschichte somit um ein kleines Mosaikstück, dass dann letztendlich ein höchst faszinierendes Gesamtbild ergibt. Nun gab es ähnliche Überschneidungen zwar auch schon bei "Sturm über Tatooine", aber längst nicht in dieser Dimension und Qualität. Zumindest ich fand eben dies an "Palast der dunklen Sonnen" sehr reizvoll.

Dies ist umso wichtiger, als er ohne diesen Punkt im Vergleich zu den vorangegangenen Anthologien für mich wohl doch ein bisschen abgefallen wäre. Denn: Wie für so eine Sammlung üblich, schwankten sowohl die Qualität der Geschichten an sich, als auch des Schreibstils, teils recht stark. Besonders begeistert hatten mich die Geschichte des Rancor-Hüters, sowie der von Timothy Zahn beigesteuerte Auftritt von Mara Jade. Sehr interessant war auch der neuerliche Auftritt von Jerriko, der bereits bei "Sturm über Tatooine" bei mir Eindruck hinterlassen hatte. Darüber hinaus fand ich vor allem alles rund um die B'omarr-Mönche ungemein faszinierend. Und auch die Geschichte von Boba Fett stach natürlich hervor, erfuhren die Leser doch damals zum ersten Mal, dass dieser seinen Aufenthalt im Sarlacc überlebte und diesem entkam (wobei sich diese Kurzgeschichte wiederum etwas mit der "Kopfgeldjägerkrieg"-Trilogie spießt). Andere Figuren blieben hingegen eher blass und gewannen im Vergleich zu dem beim Film in den 2-3 Sekunden in denen sie zu sehen waren nicht wesentlich dazu. Und vor allem die letzte Geschichte von A. C. Crispin, wo die dicke Tänzerin aus Jabbas Palast dann plötzlich wieder dünn wird, sehe ich von der Aussage her sehr kritisch (von wegen, der Kerl der ihr bei der Flucht half wird mit einem schönen schlanken Mädchen belohnt). Das schwankt irgendwo zwischen Body Shaming und Wunschvorstellung, und präsentiert ein doch eher fragwürdiges Körper- und Frauenbild. Dass just dies die letzte Geschichte der Sammlung war, half dieser halt auch nicht gerade. Immerhin, der Epilog der uns über das weitere Schicksal der Figuren aufklärte sorgte dann doch nochmal für einen versöhnlichen Ausklang, und sorgte für einen runden und zufriedenstellenden Abschluss der Trilogie.

Fazit: Auch die dritte Anthologie rund um die klassische "Star Wars"-Trilogie sehe ich wieder auf dem gleichen – hohen – Niveau wie die Vorgänger, wenn auch teilweise mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. So schwankt die Qualität der einzelnen Geschichten wieder einmal, und deren deutlich größere Anzahl und die damit einhergehende Kürze der Stories sorgen dafür, dass man von den Figuren halt längst nicht so einen guten Eindruck bekommt, wie bei "Kopfgeld auf Han Solo". Was "Palast der dunklen Sonnen" jedoch auszeichnet, ist wie stark – und meisterlich – die einzelnen Kurzgeschichten miteinander verbunden sind. Dinge aus einer Geschichte davor erstrahlen plötzlich durch neue Erkenntnisse 100-200 Seiten später in einem völlig neuen Licht, und generell hatten es mir die ganzen Verknüpfungen sowie einzelne sich durch die Geschichten ziehende Ereignisse – wie die mysteriösen Morde, die sich im Palast zutragen – angetan. Darüber hinaus empfand ich vor allem die Geschichte des Rancor-Hüters, sowie die Auftritte von Mara Jade, Dannik Jerriko und Boba Fett als Highlights. Zugleich gab es aber halt auch jene Geschichten, die im Vergleich eher abfielen, wobei mir blöderweise just die letzte Erzählung ein bisschen sauer aufstieß und damit für einen bitteren Nachgeschmack sorgte. Der interessante Epilog, die abwechslungsreichen Geschichten sowie die faszinierende, mosaikhafte Erzählweise konnten dieses Manko aber kompensieren.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel





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