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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Lineage
Episodennummer: 7x12
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 24. Januar 2001
Erstausstrahlung D: 17. Juli 2001
Drehbuch: James Kahn
Regie: Peter Lauritson
Hauptdarsteller: Kate Mulgrew als Captain Kathryn Janeway, Robert Beltran als Chakotay, Tim Russ als Tuvok, Roxann Biggs-Dawson als B'Elanna Torres, Robert Duncan McNeill als Tom Paris, Robert Picardo als The Doctor, Jerry Ryan als Seven of Nine, Ethan Phillips als Neelix, Garrett Wang als Harry Kim.
Gastdarsteller: Manu Intiraymi als Icheb, Juan Garcia als John Torres, Jessica Gaona als young B'Elanna, Javier Grajeda als Carl, Paul Robert Langdon als Dean, Nicole Sarah Fellows als Elizabeth, Gilbert R. Leal als Michael, Majel Barrett als computer voice u.a.

Kurzinhalt: Nachdem B'Elanna im Maschinenraum einen Schwächeanfall erlitten hat, diagnostiziert der Doktor, dass sie schwanger ist. B'Elanna und Tom können ihr Glück – wenn sie auch eigentlich noch keinen Nachwuchs geplant hatten – gar nicht fassen. Ihr Plan, es vorerst geheim zu halten, platzt natürlich, und so verbreitet sich die Nachricht schon bald wie ein Lauffeuer im ganzen Schiff, woraufhin alle möglichen KollegInnen ihre Hilfe anbieten, und gute Ratschläge auf Lager haben. Dann werden die beiden in die Krankenstation gerufen: Der Doktor hat beim Fötus einen genetischen Defekt entdeckt, der sich jedoch problemlos durch einen Eingriff beheben lässt. Er zeigt ihnen daraufhin eine holographische Projektion ihrer Tochter – und B'Elanna erstarrt, als sie erkennt, dass diese – so wie sie selbst – über klingonische Stirnhöcker verfügen wird. Sie erinnert sich daraufhin an ihre eigene Kindheit zurück, in der sie von anderen Kindern wegen ihres Aussehens gehänselt wurde. Um ihrer Tochter ein ähnliches Schicksal zu ersparen, bittet sie den Doktor darum, die entsprechende Gensequenz zu entfernen. Als sich dieser weigert, einen rein kosmetischen, aber medizinisch unnötigen Eingriff vorzunehmen, und sich sowohl Captain Janeway als auch Tom Paris auf seine Seite stellen, belastet dies ihre noch junge Ehe enorm…

Review: Episodenbild (c) CBS "Abstammung" vermischt eine klassische – zu diesem Zeitpunkt bei "Star Trek" allerdings schon länger nicht mehr gesehene (waren sie doch in erster Linie bei TNG sehr populär) Charakterfolge mit einer grundsätzlich netten SF-Thematik. Doch während die Einzelelemente jeweils nicht uninteressant waren, hat die Kombination für mich nicht wirklich funktioniert. Beginnen wir mit der Story rund um B'Elanna: In – für "Star Trek" doch eher ungewöhnlichen – Flashbacks erhalten wir einen Einblick in ihre problematische Kindheit. Eben dies war für mich der interessanteste Teil der Episode. Das Hänseln der Kinder, wie die zufällig hört, wie ihr Vater über sie und ihre Mutter herzieht, der Streit zwischen ihnen am Ende, und dass sie sich dafür, dass ihr Vater ihre Familie verlassen hat, die Schuld gibt – all das waren interessante Hintergründe zur Figur, wo ich mir jedoch die Frage stelle, warum man sich denn eigentlich überhaupt so lange Zeit gelassen hat, sie uns zu offenbaren. Vor allem aber konnte man am Ende dann endlich nachvollziehen, warum sich B'Elanna so vehement dafür einsetzte, die Stirnhöcker ihrer Tochter zu entfernen: Fürchtet sie doch, dass Tom sie und ihr Kind ebenso verlassen könnte, wie dies ihr Vater bei Miral tat.

Der zweite Teil der Episode dreht sich um die genetischen Anpassungen an ihrem Nachwuchs. Grundsätzlich eine interessante Idee, die auch in unserer Gegenwart langsam aber sicher an Bedeutung gewinnt. Schade fand ich allerdings, dass diese spannende Thematik nie wirklich zur Geltung kam, da sie von B'Elannas Dilemma irgendwie völlig überschattet wurde. Ich finde, dem Für und Wider eines solchen Eingriffs – oder genauer gesagt, der Technologie, die einen solchen ermöglicht – hätte man sich ruhig ausführlicher und sachlicher widmen können. Das fand ich schon sehr schade. Problematisch war für mich auch, dass erst am Ende B'Elannas wahrer Grund für ihren Wunsch offenbart wird. Weil das Argument, dass sie zuvor vorbrachte – dass sie verhindern will, dass es ihrer Tochter ähnlich geht wie ihr – ergibt angesichts der Tatsache, dass sie zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen müssen, den Rest ihres Lebens auf der Heimreise zu verbringen, sowie Naomi Wildmans ebenfalls gemischter Herkunft, nicht viel Sinn. Mein größter Kritikpunkt ist aber wohl, wie weit man B'Elanna in ihrem Bestreben, ihre Tochter von den verhassten Stirnhöckern zu befreien, gehen lässt. Nun bin ich zwar grundsätzlich durchaus ein Freund vielschichtiger Charakter, und begrüße es, wenn Helden auch mal fragwürdig agieren, aber dass sie hier den Doktor umprogrammiert schien mir doch eine Grenze zu überschreiten. Schlimmer noch ist natürlich, dass die Episode selbst diesen Punkt überspielt, und das MHN ihr am Ende rasch verzeiht – und man ihr damit aus meiner Sicht viel zu leicht Absolution erteilt. Last but not least leidet "Abstammung" darunter, dass man eine Trennung von B'Elanna und Tom nie ernstlich in Betracht zieht, und daher nur auf die Versöhnung am Ende wartet – was auch die emotionale Wirkung einiger Szenen reduziert.

Fazit: Episodenbild (c) CBS "Abstammung" bietet ein paar interessante Ansätze. So gefiel mir grundsätzlich die Thematisierung genetischer Veränderungen an Föten sehr gut. Vor allem aber hatten es mir die Rückblenden in B'Elannas Kindheit angetan. Jedem, der in seiner Kindheit – aus welchem Grund auch immer – schon mal gehänselt wurde, wird es leicht fallen, hier mit ihr mitzufühlen (und auch nachzuvollziehen, dass es selbst im Erwachsenenalter schwer sein kann, solche Erfahrungen völlig hinter sich zu lassen). Die Umsetzung ließ aus meiner Sicht aber zu wünschen übrig. Das beginnt schon damit, dass ich B'Elannas ursprüngliche Begründung, warum sie die Stirnhöcker ihrer Tochter entfernen lassen will, nicht wirklich nachvollziehen konnte (angesichts der Tatsache, dass die Voyager im Delta-Quadranten gestrandet ist, und es daher gar keine anderen Kinder gibt, die ihr gegenüber garstig sein könnten), über B'Elannas aus meiner Sicht eigentlich unverzeihliche Vorgehensweise, für die man ihr viel zu leicht und schnell vergibt, bis hin zur Tatsache, dass die (überaus interessante) Thematik rund um genetische Anpassungen/Optimierungen an Kindern in weiterer Folge leider völlig in den Hintergrund gerät. Und auch wenn die Schwangerschaft natürlich ein nachvollziehbarer Grund ist, warum diese lang verdrängten Erinnerungen wieder an die Oberfläche kommt, könnte man schon kritisch hinterfragen, ob diese Charakterfolge nicht ein paar Staffeln zu spät kommt. Dank der wirklich guten und interessanten Flashbacks, sowie der netten Versöhnung zwischen B'Elanna und Tom am Ende reicht es aber immerhin doch noch knapp für Durchschnitt.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 04.02.2016 12:47
 
Eine meiner Lieblingsfolgen aus Voyager, eine der besten der sonst eher schwachen zweiten Staffel. Sie zeigt die Gefahr die während einer Gedankenverschmelzung besteht. Die Neugierde des Vulkaniers muss ausnahmsweise einmal stärker als seine Logik gewesen sein, als er zurückkommt , um die Verschmelzung zu beginnen. Die Entwicklung wird durch hervorragende Dialoge zwischen den beiden vorangetrieben, Brad Dourif mimt den Psycho mal wieder hervorragend und seine dunklen Augen unterstreichen die Düsternis seiner Rolle. Schade dass Suder der einer der besten Charaktere bei Voyager war so früh die Serie verlassen hat. 4,5 Sterne.
 
2. 04.02.2016 12:49
 
Hallo Tomscore, vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, die zweite Staffel hat im Vergleich zur ersten merklich nachgelassen. Wünschte, ich könnte bei "Gewalt" zustimmen; alles rund um Suder fand ich ja eh auch toll, aber alles rund um Tuvok war irgendwie eher na ja. Eh ganz nett, aber jetzt nicht ganz so begeisternd. Wo ich dir aber voll und ganz recht geben kann, ist bei Suder. Den fand ich nämlich auch sehr interessant, und hätte gern noch viel mehr von ihm gesehen...
 

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