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Startseite arrow Filme von A-Z arrow Voyager - 5x08: Inhumane Praktiken
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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Nothing Human
Episodennummer: 5x08
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 02. Dezember 1998
Erstausstrahlung D: 20. Juni 1999
Drehbuch: Jeri Taylor
Regie: David Livingston
Hauptdarsteller: Kate Mulgrew als Captain Kathryn Janeway, Robert Beltran als Chakotay, Tim Russ als Tuvok, Roxann Biggs-Dawson als B'Elanna Torres, Robert Duncan McNeill als Tom Paris, Robert Picardo als The Doctor, Jerry Ryan als Seven of Nine, Ethan Phillips als Neelix, Garrett Wang als Harry Kim.
Gastdarsteller: David Clennon als Crell Moset, Jad Mager als Tabor, Frank Welker als alien voice, Majel Barrett als computer voice u.a.

Kurzinhalt: Die Voyager wird von einer Schockwelle getroffen. In dieser war eine Nachricht gespeichert, die sich als Notruf herausstellt. Als man die Welle bis zu ihrem Ursprungsort zurückverfolgt, trifft man auf ein außerirdisches Schiff, dass in Not geraten ist, und beamt das einzige darauf lebende außerirdische Wesen an Bord. Dieses sieht doch ein bisschen bizarr aus. Vor allem aber hüpft es, während es vom holographischen Doktor untersucht wird, plötzlich auf den Körper von B'Elanna Torres, und geht eine Verbindung mit ihr ein, um sich zu heilen. Das MHN muss eine Möglichkeit finden, um die beiden voneinander zu trennen, da das Wesen – auch wenn meine böswillige Absicht dahinterstecken mag – Torres so zu töten. Da er selbst nicht über ausreichende exobiologische Kenntnisse verfügt, schlägt Harry vor, das im Computer gespeicherte Wissen zu sammeln und in einem zweiten holographischen Arzt zu bündeln. Für diesen wird die Gestalt des führenden bekannten Exobiologen gewählt, der Cardassianer Crell Moset. Als ein bajoranisches Crewmitglied diesen entdeckt, verliert er jedoch die Fassung – hat Moset doch während der cardassianischen Besatzung grausame Experimente an Bajoranern durchgeführt, die unzähligen von ihnen das Leben kostete. B'Elanna war zuvor schon nicht gerade begeistert, sich von einem Cardassianer helfen zu lassen, doch nach dieser Offenbarung weigert sie sich endgültig, seine Hilfe zu akzeptieren. Nun muss Captain Janeway entscheiden, ob sie ihren Einwand akzeptiert, oder Torres' Überleben und damit das Wohl der Voyager und ihrer Crew mehr Gewicht hat…

Denkwürdige Zitate: "What happened to going to yellow alert after half an hour?."
"Commander Chakotay appears to have disobeyed a direct orde."
"Definitely grounds for court martial."
(Captain Janeway ist gar nicht darüber erfreut, dass ihr erster Offizier sie beim Diavortrag des Doktors im Stich gelassen hat.)

"You're a physician. You know there's always a price to pay for the advancement of medical science."
"Sometimes that price is too high."
(Moset und das MHN diskutieren über den Preis des medizinischen Fortschritts.)


Review: Episodenbild (c) CBS Beginnen wir mit dem Positiven: Alles rund um die Aliens konnte mir grundsätzlich mal gut gefallen. Zwar versteh ich jeden, der deren Aussehen und Umsetzung unfreiwillig komisch fand; und zugegebenermaßen war mein erster Gedanke als das Wesen auf B'Elanna sprang "breast hugger" (statt "face hugger"). Aber ich finde solche Designs, die sich von der üblichen humanoiden Form unterscheiden, grundsätzlich immer begrüßenswert – und finde zudem, dass Puppen halt immer noch mehr Charme haben als CGI. Zumal sich die Fremdheit nicht nur aufs Aussehen beschränkte, sondern z.B. auch in der "Notrufwelle", von der die Voyager getroffen wird, oder auch die Kommunikation, die selbst der Universaltranslator des Schiffes nicht knacken kann. Aber auch die im Zentrum stehende moralische Diskussion rund um medizinischen Fortschritt, und der Preis, der dafür zu zahlen ist, fand ich grundsätzlich interessant und gelungen. Wie mir das Zusammenspiel zwischen dem Doktor und Moset generell gut gefallen konnte, und uns den einen oder anderen starken Moment (vor allem ihre letzte gemeinsame Szene sticht hier hervor) bescherte. Und Janeways Dilemma, ihre letztendliche Entscheidung, sowie Torres – verständliche – Unzufriedenheit damit gefielen mir ebenfalls sehr gut.

Leider aber leistet sich die Folge ein paar gröbere Schwächen, welche sich teilweise auch negativ auf die gerade angesprochenen positiven Aspekte auswirkten, und mir die Episode insgesamt doch ein wenig verdarben. So erschien es mir extrem unlogisch bzw. war mir überhaupt nicht klar, warum das Hologramm, welchem man das Erscheinungsbild von Crell Moset gibt, auch über dessen Persönlichkeit verfügen sollte. Immerhin gehe ich nicht davon aus, dass Informationen dazu im Schiffscomputer gespeichert sind. Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt: Es fällt mir schwer zu glauben, dass Moset solch schlimme Verbrechen begangen haben und nie dafür angeklagt worden sein soll – sprich, dass sich im Computer keine Unterlagen darüber befinden. Bzw. wenn das wirklich so eine kaum bekannte Geheimsache war, ist es halt schon ein verdammt großer Zufall, dass einer der rund 150 Mann, Frau und Alien starken Besatzung der Voyager von diesen Verbrechen weiß. Enorm kritisch sehe ich zudem B'Elannas ursprüngliche Weigerung, sich von Moset behandeln und helfen zu lassen. Nicht etwa wegen seiner Verbrechen, sondern nur, weil er ein Cardassianer ist, und damit aus vermeintlich unberechtigten Vorurteilen – die eben dann durch die Offenbarung rund um seine Experimente bestätigt werden. Von einer "Star Trek"-Serie erwarte ich mir bei der Darstellung außerirdischer Völker doch etwas mehr Komplexität und Ambivalenz; dieses "alle Cardassianer sind böse!" fand ich jedenfalls sehr bedauerlich – und ich weiß echt nicht, was schlimmer ist: Dass die Folge Torres' Vorurteile bestätigt, oder dass dies der Autorin vermutlich so nicht einmal bewusst war. Der größte Knackpunkt ist aber ohnehin, dass das im Zentrum stehende moralische Dilemma, ob man auf Mosets Wissen zugreifen darf, um Torres zu retten – obwohl man weiß, wie dieses teilweise gesammelt wurde – keinen Sinn ergibt. Weil man greift ja nicht nur auf sein Wissen zurück, sondern auf das gesamte Wissen zu Exobiologie, welches im Computer gespeichert ist. Wieviel davon auf ihn an sich – geschweige denn seine abscheulichen Experimente – zurückzuführen ist, weiß niemand. Und in dem Moment, wo einem das bewusst wird, funktioniert einfach die ganze Folge nicht mehr.

Fazit: Episodenbild (c) CBS "Inhumane Praktiken" hat durchaus ein paar gute Ansätze. Leider aber verhindern ein paar gröbere Kritikpunkte, dass die Folge ihr volles Potential ausschöpfen konnte. So fand ich es extrem bedenklich, dass B'Elannas Vorurteile gegenüber Cardassianern in weiterer Folge voll und ganz bestätigt wurden. Unlogisch erschien mir zudem, dass das Hologramm, welches auf rein wissenschaftlichen Daten basiert, auch über Crell Mosets Persönlichkeit verfügen sollte – und auch, dass der Schiffscomputer über so einen großen Skandal nichts wissen soll. Vor allem aber funktioniert der zugrundeliegende moralische Konfllikt in dem Moment nicht mehr, wo einem bewusst wird, dass man ja nicht wirklich auf Mosets – teils durch abscheuliche Verbrechen gewonnenes – Wissen zurückgreift, sondern man einfach das komplette exobiologische Wissen des Schiffscomputers in ihn gesteckt hat. Und sobald man sich das vor Augen hält, funktioniert die Folge in Wahrheit nicht mehr. Dass sie dennoch solide abschneidet, liegt an den grundsätzlich gut geschriebenen und gespielten Szenen zwischen Moset und dem MHN, der von den Ansätzen her ja nicht uninteressanten moralischen Diskussion, einzelnen starken Momenten, sowie der mir sehr gut gefallenden Umsetzung der Aliens. All dies ändert aber halt auch nichts daran, dass man bei Voyager eine ähnliche Thematik bereits mit "Dr. Jetrels Experiment" wesentlich besser, effektiver und erfolgreicher umgesetzt hat. 6/10

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 04.02.2016 12:47
 
Eine meiner Lieblingsfolgen aus Voyager, eine der besten der sonst eher schwachen zweiten Staffel. Sie zeigt die Gefahr die während einer Gedankenverschmelzung besteht. Die Neugierde des Vulkaniers muss ausnahmsweise einmal stärker als seine Logik gewesen sein, als er zurückkommt , um die Verschmelzung zu beginnen. Die Entwicklung wird durch hervorragende Dialoge zwischen den beiden vorangetrieben, Brad Dourif mimt den Psycho mal wieder hervorragend und seine dunklen Augen unterstreichen die Düsternis seiner Rolle. Schade dass Suder der einer der besten Charaktere bei Voyager war so früh die Serie verlassen hat. 4,5 Sterne.
 
2. 04.02.2016 12:49
 
Hallo Tomscore, vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, die zweite Staffel hat im Vergleich zur ersten merklich nachgelassen. Wünschte, ich könnte bei "Gewalt" zustimmen; alles rund um Suder fand ich ja eh auch toll, aber alles rund um Tuvok war irgendwie eher na ja. Eh ganz nett, aber jetzt nicht ganz so begeisternd. Wo ich dir aber voll und ganz recht geben kann, ist bei Suder. Den fand ich nämlich auch sehr interessant, und hätte gern noch viel mehr von ihm gesehen...
 

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