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Episodenbild (c) HBO
Originaltitel: The Spoils of War
Episodennummer: 7x04
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 06. August 2017
Erstausstrahlung D: 07. August 2017
Drehbuch: David Benioff & D.B. Weiss
Regie: Matt Shakman
Hauptdarsteller: Peter Dinklage als Tyrion Lannister, Nikolaj Coster-Waldau als Ser Jaime Lannister, Lena Headey als Queen Cersei Lannister, Emilia Clarke als Queen Daenerys Targaryen, Kit Harington als King Jon Snow, Aidan Gillen als Lord Petyr Baelish, Liam Cunningham als Ser Davos Seaworth, Sophie Turner als Princess Sansa Stark, Maisie Williams als Princess Arya Stark, Nathalie Emmanuel als Missandei, Conleth Hill als Varys, Jerome Flynn als Ser Bronn, Alfie Allen als Prince Theon Greyjoy, Gwendoline Christie als Brienne of Tarth, Isaac Hempstead-Wright als Bran Stark.
Gastdarsteller: James Faulkner als Lord Randyll Tarly, Tom Hopper als Dickon Tarly, Ellie Kendrick als Meera Reed, Mark Gatiss als Tycho Nestoris, Brendan Cowell als Harrag, Daniel Portman als Podrick Payne, Danny Kirrane als Henk, Joseph Quinn als Koner, Staz Nair als Qhono u.a.

Kurzinhalt: Mit ihrer Beute aus Highgarden ziehen die Truppen der Lannisters langsam in Richtung King's Landing. Dort erwartet Königin Cersei die Ankunft des Goldes, um – getreu ihres Familienmottos – die Schulden bei der Iron Bank zurückzuzahlen. Indes kehrt Arya nach Winterfell zurück, wo sie nicht nur mit Sansa sondern auch mit Bran wiedervereint wird. Doch Sansa kommt nicht umhin zu bemerken, dass sich ihre kleine Schwester in den Jahren die vergangen sind stark verändert hat. In Dragonstone zeigt Jon Daenerys eine Höhlenmalerei, die zeigt, wie die Kinder des Waldes einst gemeinsam mit den Menschen gegen die White Walker gekämpft haben. Sie scheint daraufhin überzeugt, dass die Bedrohung durch die Untoten real ist, besteht jedoch weiterhin darauf, dass ihr Jon die Treue schwören muss. Dann will sie ihn bei der Verteidigung des Nordens unterstützen. Unmittelbar darauf erfährt sie vom weiteren Rückschlag ihrer Kriegsbemühungen. Nachdem sich Tyrion nicht als der beste Ratgeber herausgestellt hat, was ihre Strategie angeht, wendet sie sich vielmehr an Jon. Letztendlich beschließt sie allerdings, das Heft selbst in die Hand zu nehmen…

Zitate: "You need better guards."
(Arya zu Sansa, nachdem sie sich an den Wachen vorbeigeschlichen hat.)

"They chose you to lead them. They chose you to protect them. Isn’t their survival more important than your pride?"
(Dany bittet Jon wieder einmal darum, ihr die Treue zu schwören.)


Review: Episodenbild (c) HBO Schon interessant: Inhaltlich war bei "Kriegsbeute" weniger los als bei den letzten Folgen (was zwar teilweise, aber sicher nicht ausschließlich, auf die kurze Laufzeit zurückzuführen ist), und doch konnte sie mich als erste Episode der 7. Staffel so richtig begeistern. Es war ja auch nicht so, als wäre überhaupt nichts los gewesen, aber die Inhaltsangaben der früheren Episoden habe ich weitaus schneller und einfacher gefüllt. Worin "Kriegsbeute" jedoch brilliert, ist bei den dramaturgischen Höhepunkten. Zudem gelingt es ihr wieder einmal sehr gut, sowohl den Blick zurück als auch nach vorn zu richten. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf frühere Ereignisse (Littlefinger, der Bran den Dolch schenkt, mit dem er einst ermordet werden sollte), teilweise auch sehr subtil ("Chaos is a ladder."), und so manche Szene profitiert von der langen Laufzeit der Serie, bzw. davon, dass wir die Figuren nun seit acht Jahren verfolgen. Neben Aryas Rückkehr nach Winterfell gilt das u.a. auch für das Wiedersehen zwischen Jon und Theon. Und doch war die Folge auch nicht nur auf die Vergangenheit fixiert, sondern bot durchaus auch einige interessante Andeutungen, was die Zukunft für die Figuren bereithalten könnte.

Zuerst ein Nachtrag zu meinem Review zur letzten Folge. Dort kritisierte ich ja, dass Jon nicht einfach gleich vor Dany auf die Knie geht und das hinter sich bringt. Zwar finde ich nach wie vor, dass seine Weigerung innerhalb der Handlung wenig Sinn macht, aber ich denke, ich verstehe die Gründe von Bendioff und Weiss nun besser. Ich denke, es geht ihnen unter anderem darum, dass Jon zuerst seine wahre Herkunft erfährt. Entweder, weil es wenn er dann vor ihr hinkniet – und er damit auf seinen Anspruch auf den Thron verzichtet – eine wesentlich bedeutungsvollere Geste ist. Oder aber, um sie quasi dazu zu erpressen, ihm zu helfen – was wenn er ihr die Treue schon geschworen hätte wohl nicht so einfach wäre. Wie gesagt, aus Jons Sicht innerhalb der Geschichte der Serie wirkt es tatsächlich – so wie es Dany ihm ja auch vorwirft – wie Eitelkeit und Stolz. Dennoch will ich erst mal abwarten, wie das weitergeht, ehe ich der Serie daraus nen Strick drehe. Interessant fand ich an ihren gemeinsamen Szenen jedenfalls einerseits, wie leicht es nun möglich war, Dany von der Echtheit der im Norden lauernden Bedrohung zu überzeugen (dies spricht in positiver Hinsicht fürs höhere Tempo der 7. Staffel), und andererseits, dass sie von Tyrion als Chefstrategen langsam abzugehen scheint, und Jon mittlerweile genug Respekt gegenüberbringt, um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Im ersten Blick mag das Ende so wirken, als hätte sie auf ihn nicht gehört, allerdings sprach er dort nur davon, die Drachen nicht gegen Schlösser bzw. die Zivilbevölkerung einzusetzen – was sie dezidiert nicht tut. Dennoch wird es interessant sein zu sehen, ob dieses abnehmende Vertrauen in seine Fähigkeiten in Verbindung mit den Schrecken des Krieges, die er am Ende erblickt, dazu führen werden, dass Tyrion seine Königin mit kritischeren Augen sieht, und ihr vielleicht doch noch den Rücken kehrt.

Episodenbild (c) HBO In Winterfell geht die Familien-Wiedervereinigung indes weiter. Fürchtete ich nach "Die Gerechtigkeit der Königin" schon, Arya hätte es sich nach ihrer Begegnung mit Nymera doch nochmal anders überlegt und wieder den Weg Richtung Kind's Landing eingeschlagen, kehrt sie hier nun nach Winterfell zurück. Die nachfolgenden Szenen machten dabei jedoch, bei allem emotional-erfreulichem Wiedersehen, vor allem deutlich, wie sehr sich die Figuren während sie voneinander getrennt waren verändert haben. Brans Distanziertheit war dabei diesmal beim Abschied von Meera so deutlich wie nie (selbst letzte Woche hat er Sansa noch sein Mitleid dafür ausgesprochen, was sie erdulden musste); er wirkt mittlerweile regelrecht entrückt, so als wäre die normale Welt für ihn nicht mehr von Belang. "You died in that cave", sagt Meera ihm, und als Zuschauer fragt man sich unweigerlich, ob sie damit nicht den Nagel auf den Kopf trifft (Randnotiz: Die "Blade Runner"-Hommage durch Littlefinger wusste ich sehr zu schätzen). Arya wiederum ist mittlerweile eine eiskalte Killerin. Anfangs lacht Sansa noch, als diese von ihrer Liste erzählt. Doch als sie Sansa beim Sparring mit Brienne sieht und erkennt, wie sich diese gegen die Hünin behauptet, vergeht ihr das Lachen ebenso wie Lord Baelish.

Die Bedeutung dieser Szene könnte, in Verbindung damit, dass Bran ihr den Dolch überlässt, tiefer gehen, als man zu Beginn vielleicht vermutet. Was folgt ist eine reine, wilde Spekulation meinerseits, aber macht mir keine Vorwürfe, wenn ich damit recht haben sollte und euch die Entwicklung somit quasi verraten habe (sprich: Im Notfall diesen Absatz auslassen und erst danach weiterlesen). Denn: Was, wenn Aryas Abkehr vom Weg nach King's Landing mehr bedeutet, als dass sie einen kurzen Abstecher nach Hause macht? Ich persönlich denke ja nach wie vor, dass Cersei nicht durch ihre Hand sterben wird. Zugleich bin ich davon überzeugt, dass die ganze Ausbildung die sie in Braavos genossen hat ja noch zu irgendetwas gut sein muss. Was also, wenn sie – möglicherweise auch mit Jons Rückkehr – erkennt, dass Cersei und die anderen Namen auf ihrer Liste nicht weiter von Belang sind, und ihn zur Mauer begleitet? Und wenn sie das tut, wäre es wiederum kein großer pay-off, wenn sie einfach nur einen x-beliebigen White Walker umbringen würde. Daher meine Vermutung: Was, wenn sie diejenige sein wird, die den Night King tötet? Zugegeben, Jon verbindet diesen mehr, immerhin sind sie sich schon einmal in der Schlacht begegnet. Und natürlich wäre es möglich, dass Arya den Dolch an ihn weitergibt, oder auch ihn im entscheidenden Moment zuwirft, damit dieser dem Night King den Todesstoß versetzen kann. Es wäre aber auch möglich, dass ihr Sparring mit Brienne hier prophetischer war, als wir denken sollen. Immerhin ist der Night King ja ebenso wie Brienne ein Hüne. Was, wenn ihr Duell auf die letzten Bewegungen aus dem Trainingskampf herauslaufen wird, nur dass dann eben beide nicht im letzten Moment zurückziehen bzw. innehalten, sondern den Schlag bis zuletzt durchziehen? Könnte es sein, dass Aryas Weg so endet, dass sie ihr Leben gibt, um den Night King zu besiegen? Das wäre doch mal ein würdiger pay-off für ihre Entwicklung im Verlauf der Serie (was z.B. ein "einfacher" trial by combat gegen den Mountain nach einem gescheiterten Attentatsversuch auf Cersei nicht wäre, wie ich finde).

Episodenbild (c) HBO Doch zurück zur Episode selbst: Bereits die erste halbe Stunde hat mir besser gefallen als die letzten Episoden, auch wenn es wieder nur Beratungen und Dialoge waren, aber diese wirkten einfach aufgrund der Art und Weise, wie auf frühere Ereignisse aufgebaut wurde, viel besser. Am Ende haute "Kriegsbeute" dann aber – für mich völlig unerwartet – nochmal eine spektakuläre Schlachtszene raus, die mir den Atem raubte. Auf perfekte Art und Weise kombinierte "Game of Thrones" hier den Makrokosmos der Schlacht mit dem Mikrokosmos. Auf der einen Seite das große, spektakuläre Schlachtgetümmel mit den Dothraki-Horden und der Verwüstung durch Drogon, andererseits aber brachte man das Geschehen durch den Fokus auf die Erlebnisse von Jaime, Bronn und Daenerys auch wieder auf eine persönliche Ebene herunter. Wunderbar war dabei, dass zumindest ich mit beiden Seiten in gewisser Weise mitfieberte. Ich hoffte sowohl, dass Drogon hier nicht das Leben lassen muss, als ich mir wünschte, dass Bronn den Flammen noch rechtzeitig entkommt. Somit bot das Finale eben mehr als reines, seelenloses Spektakel, sondern war vielmehr ganz klar der bisherige Spannungshöhepunkt der 7. Staffel.

Fazit: Zur Mitte der kürzeren Season 7 präsentiert uns "Game of Thrones" das erste große Highlight der Staffel. Bereits die erste halbe Stunde konnte mir besser gefallen als die ersten paar Episoden, da dort wunderbar der Spagat zwischen dem Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft gelang. Aryas Heimkehr oder auch das Wiedersehen zwischen Jon und Theon haben dank der Geschichte zuvor und dem teils jahrelangen Aufbau das nötige Gewicht. Zugleich gab es aber auch wieder einmal ein paar interessante Andeutungen, wo die Reise für die Figuren hingehen könnte. Und nach einer ohnehin schon kurzweiligen halben Stunde setzte "Kriegsbeute" dann noch einmal ordentlich eins drauf, als man uns – aus meiner Sicht völlig unerwartet – die erste wirklich spektakuläre Schlachtsequenz der Staffel bot. Wunderbar dabei, dass es nicht bei einem reinen, oberflächlichen Spektakel blieb, sondern man dank der Beteiligung von Figuren, die einem sympathisch sind (wenn auch der eine oder andere dem einen oder anderen mehr, als andere/n), so richtig mitfieberte – wobei zumindest ich hin- und hergerissen war, da auf beiden Seiten der Schlacht Charaktere stehen, denen ich mich verbunden fühle. Mit diesem grandios-feurigen Finale krönte man die bis dahin ohnehin schon gefällige Episode dann endgültig. So geht "Game of Thrones"!

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © HBO)

"Game of Thrones" ist über Sky Ticket verfügbar.



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