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"Iron Sky": Interview mit dem Regisseur & Musiker Timo Vuorensola Drucken E-Mail
"Ich habe gelernt, 'Bitte' zu sagen..." Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 04 April 2012
 
Iron Sky - SPECiAL

Am Donnerstag, den 05.04.2012 startet "Iron Sky", der neueste Film der "Star Wreck"-Macher, endlich in unseren Kinos! Darin stößt eine Mondexpedition der USA auf der dunklen Seite des Mondes unverhofft auf eine Mondbasis der Nazis. Als diese erkennen, dass sie entdeckt wurden, machen sie sich bereit für den Erstschlag. Der deutsche Filmverleih polyband hat uns zu diesem Anlass ein Interview mit dem Regisseur Timo Vuorensola zur Verfügung gestellt.

Der finnische Regisseur, Jahrgang 1979, landete 2005 mit seinem No-Budget-Spielfilm "Star Wreck: In the Pirkinning", an dem er sieben Jahre gearbeitet hatte, einen Sensationserfolg im Internet (ein Review findet ihr hier). Außerdem war er Regisseur des Kurzfilms "Star Wreck V: Lost Contact" sowie einer Reihe weiterer Kurzfilme, Werbespots und Musikvideos. "Iron Sky" ist sein mit Abstand aufwändigstes Filmprojekt bislang. Zudem ist er Sänger der Industrialband Älymystö, die er mitbegründet hat.


Timo Vourensola
polyband: Vor IRON SKY haben Sie mit STAR WRECK einen der erfolgreichsten finnischen Filme aller Zeiten realisiert. Gab Ihnen der Erfolg das Selbstvertrauen, ein aufwändiges Projekt wie IRON SKY in Angriff zu nehmen?
Vuorensola: Ursprünglich war STAR WRECK nur ein kleines Projekt, das wir für befreundete Geeks machen wollten. Aber als wir den Film dann umsonst ins Internet stellten, entwickelte er sich zu einem internationalen Erfolg. STAR WRECK wurde schnell zu einem großen Thema in der Presse und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Wir hätten uns das nie erträumen lassen. Aber die Macht des Internets ist faszinierend. Nach den positiven Reaktionen auf STAR WRECK haben wir uns überlegt, uns das nächste Mal an einem etwas größeren Filmprojekt zu versuchen.

polyband: Warum wählten Sie diese Thematik? Gab es spezielle Referenzen?
Vuorensola: Die Idee hatte Jarmo Puskala, der schon beim Verfassen des Drehbuchs von STAR WRECK eine wichtige Rolle gespielt hat. Zuerst war es nicht mehr als ein dummer Witz, den wir uns bei einem Saunabesuch ausgedacht haben. Aber die Idee ließ uns nicht mehr los, und wir wurden bei der Ausarbeitung einer passenden Geschichte immer ambitionierter. Ich denke, die Idee, einen Film über Nazis auf dem Mond zu machen, ist deshalb so stark und unwiderstehlich, weil sie sofort einen inneren Film ablaufen lässt. Sie ist so visuell, dass jeder sofort überlegt: Ja klar, wie mag das wohl aussehen? Das ist eine gute Grundlage für einen Film. Dann bauten wir um diese Prämisse eine wirklich starke Geschichte – und voilà, schon hat man einen coolen Film. Wir haben uns mit Vorbildern eigentlich am kompletten Filmuniversum orientiert, angefangen bei ALIEN ("Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt", 1979) über SKY CAPTAIN AND THE WORLD OF TOMORROW ("Sky Captain and the World of Tomorrow", 2004), DELICATESSEN ("Delicatessen", 1991) und DIE STADT DER VERLORENEN KINDER ("La cité des enfants perdus", 1995) bis hin zu KRIEG DER STERNE ("Star Wars", 1977).

polyband: Wie haben Sie die Geschichte entwickelt?
Vuorensola: Das war, wie ich fand, die Hürde, die am schwierigsten zu nehmen war, einfach weil es so unendlich viele Möglichkeiten gab. Es erwies sich als gewaltige Aufgabe, immer alle Fäden in der Hand zu halten und die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren. Aber wir haben mit ausgezeichneten Autoren zusammengearbeitet, zunächst mit Johanna Sinisalo, von der die Grundgeschichte stammt, und dann mit Michael Kalesniko, mit dem wir das eigentliche Drehbuch geschrieben haben.

polyband: Gab es jemals die Sorge, Sie könnten mit Ihrem Humor zu weit gehen, zu politisch unkorrekt werden?
Vuorensola: Es ist ein Balanceakt, das stimmt. Aber ich habe herausgefunden, dass es am besten ist, sich nicht beeindrucken zu lassen und einfach mit klarem Verstand sein Ding zu machen. Man darf keine Angst haben, sonst liefert man einen Film ab, der einerseits zu weich ist, andererseits aber trotzdem alle möglichen Leute erzürnt.

polyband: Wussten Sie von Anfang an, dass Sie eine deutsche Produktionsfirma und deutsche Darsteller mit an Bord holen wollten?
Vuorensola: Ja, das stand für mich angesichts der Thematik immer fest. Ich konnte mir den Film nur mit deutschen Schauspielern vorstellen.

polyband: Können Sie einen kurzen Abriss geben, wen Sie besetzt haben und welche Rollen die Schauspieler gespielt haben?
Vuorensola: Im Mittelpunkt der Geschichte steht Renate Richter, eine Wissenschaftlerin und Lehrerin mit der Ausstrahlung eines hübschen Mädchens von nebenan, die auf einer Mondbasis der Nazis lebt. Julia Dietze spielt sie ganz wunderbar, als vielschichtige und unterhaltsame Figur, die im Verlauf der Geschichte eine gewaltige Wandlung erlebt. Götz Otto spielt ihren Auserkorenen Klaus Adler, einen arischen Übermenschen, der sich anschickt, der neue Führer zu werden. Gemeinsam begeben sie sich auf die Erde des Jahres 2018, wo beide ungeahnte Seiten offenbaren: Klaus erweist sich verbitterter, hasserfüllter und zerstörerischer als je zuvor, während Renate die Propaganda zu durchschauen beginnt, die man ihr ihr Leben lang eingetrichtert hat – zum ersten Mal sieht sie die Dinge in ihrem Leben mit offenen Augen. Als Katalysator erweist sich James Washington, gespielt von Christopher Kirby. Er ist der Mann, der auf den Mond fiel, ein amerikanischer Astronaut, in den sich Renate verliebt. Die Arbeit mit den Schauspielern war ein Traum. Wir haben die Figuren allesamt sehr ernst genommen, auch wenn sie sich in einem komödiantischen Kontext bewegen. Aber wir fanden sie einfach sehr viel komischer – und auch viel effektiver in dramatischen Momenten -, wenn man sie ohne Augenzwinkern spielte. Wir haben mit dem Trio lange daran gefeilt, den Ton, den Rhythmus und den Stil der Figuren ein bisschen zu variieren, ihnen ein eigenes Gesicht zu verleihen. Ich finde, das ist uns gut gelungen.

Die Besetzung von 'Iron Sky'

polyband: Sie haben das erste Mal mit professionellen Schauspielern gearbeitet. Hatten Sie Bammel?
Vuorensola: Nein, diese Arbeit hat mir ausnehmend gut gefallen. Es gab niemanden, den ich hätte ändern wollen, und keine Idee, die ich nicht geliebt hätte. Mit so gut ausgebildeten und erfahrenen Profis zu arbeiten, war eine Erfahrung für mich, die mir die Augen geöffnet hat. Zum ersten Mal wurde mir wirklich bewusst, dass es für einen guten Schauspieler keine Grenzen gibt, wenn man in der Lage ist, seine Wünsche zu kommunizieren. Kommunikation erwies sich schließlich auch als eine der größten Herausforderungen. Es herrschte ein gewaltiges Sprachen-Kuddelmuddel am Set, Finnisch, Deutsch, verschiedene Akzente englischer Sprache – da konnte es schon einmal passieren, dass bei der Übersetzung manchmal gewisse Informationen verloren gingen. So ergaben sich bisweilen gewisse Spannungen, aber am Ende haben wir es alle überlebt. Ich habe gelernt, "Bitte" zu sagen. Wir Finnen sind vermutlich nicht bekannt dafür, dass freundlichste Volk auf der Welt zu sein, aber Götz hat mich diesbezüglich eine wertvolle Lektion gelehrt. Hoffentlich mache ich es das nächste Mal besser.

polyband: Was haben Sie als größte Herausforderung empfunden?
Vuorensola: Definitiv die Arbeit am Drehbuch. Es gab etliche Situationen, in denen wir eine andere Abzweigung hätten nehmen können. Wir hätten mit dieser Prämisse alle möglichen Geschichten erzählen können. Am schwersten fiel es uns, uns von ein paar der wunderbaren Nebenhandlungen, die wir uns hatten einfallen lassen, wieder zu verabschieden, um die eigentliche Geschichte nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Prozess des Schreibens war dadurch bisweilen sehr dramatisch, aber am Ende stand ein Drehbuch, auf das wir sehr stolz sind und hinter dem wir voll und ganz stehen.

polyband: Gab es jemals einen Punkt, an dem Sie sich nicht sicher waren, ob Sie den Film wirklich zu Ende bringen würden?
Vuorensola: Während der kompletten Entstehungszeit bis zu den letzten Momenten der Produktion, stand der Film ständig auf der Kippe. Denn eigentlich hätte es gar nicht möglich sein dürfen, ihn überhaupt zu machen. Wir hatten ständig zu kämpfen, weil uns alle möglichen Ressourcen fehlten, mit dem Film weiterzumachen, aber ich denke, dass uns dieser Kampf angespornt hat und genau die Energie gab, nie aufzugeben.

polyband: Wie entstanden die imposanten Designs? Die Mondstation in Form eines Hakenkreuzes und vor allem die Götterdämmerung sind beachtlich.
Vuorensola: Unser Art Director Jussi Lehtiniemi war für die Produktion von unschätzbarem Wert. Er skizzierte die Grundzüge aller Innen- und Außendesigns sowie die Raumschiffe des Nazi-Regimes auf dem Mond. Er wurde dabei immer von dem Begriff "Jönssi" geleitet. Es ist ein Wort, das Finnisch klingt, aber eigentlich nichts bedeutet. Wenn man es allerdings auf die richtige Weise ausspricht, dann sagt es genau aus, worum es uns beim Design von IRON SKY ging. Es geht um *EIER*, es geht um gewaltige Bauten, so viel größer als das Leben, dass man einfach nur lachen muss, es geht um raue, monochromatische und kraftvolle Szenerien.

'Hinterm Mond gleich rechts' - Die Basis der All-Nazis

polyband: War es schwierig, die Genehmigung zu bekommen, den Clip aus THE GREAT DICTATOR ("Der große Diktator", 1940) zu benutzen?
Vuorensola: Im Grunde war es einfach. Aber die Person, die die Rechte hält, war nur per Fax zu erreichen. Und es war für uns gar nicht so einfach, ein funktionierendes Faxgerät aufzutreiben.

polyband: Wie ist es Ihnen gelungen, die legendäre Band Laibach für das Komponieren der Filmmusik zu gewinnen?
Vuorensola: Es war von Anfang an eine meiner Grundideen, Laibach dazu zu bringen, die Musik zu machen. Zunächst versuchte ich, sie bei einem ihrer Konzerte in Tampere anzusprechen. Ich hatte jede Menge netter Geschenke mitgenommen, aber ich wurde nicht hinter die Bühne gelassen. Oder besser gesagt: Die Security ließ mich nicht – "Noch so ein Spinner, der von Nazis auf dem Mond plappert...". Dann gelang es einem unserer befreundeten Produzenten, einen Kontakt zu Laibach herzustellen, weil sie im selben Gebäude wie deren Produktionsfirma ihren Übungsraum haben. So kam der Ball ins Rollen. Sie hörten von dem Film und ließen uns wissen, dass das genau ihr Ding sei. Danach war die Zusammenarbeit mit ihnen einfach großartig. Auf eines kann man sich verlassen: Sie werden nie die offensichtliche Idee verfolgen, und nichts ist ihnen wichtiger als ein Maximum an Qualität.

polyband: Sind Sie glücklich mit IRON SKY? Ist es der Film geworden, den Sie machen wollten?
Vuorensola: Da würden Sie aber lachen, wenn ich jetzt antworten würde, dass es nicht so ist, oder? Wenn ich sagen würde, dass IRON SKY ein Haufen Mist ist, den ich mir nie wieder ansehen will? Zum Glück muss ich das nicht. Der Film ist viel besser, als ich es mir je hätte erträumen lassen, und ich denke, das liegt im Wesen von gelungenen Filmproduktionen. Sie werden nicht von einer Person gemacht, sondern entstehen, weil eine Gruppe begabter Künstler an einem Strang zieht und jeder seine Ideen beisteuert. Der Regisseur ist derjenige, der sie zusammenfügt. Und das Ergebnis ist dann, wenn man erfolgreich ist, mehr als die Summe seiner Einzelteile.

polyband: Wie soll das Publikum auf Ihren Film reagieren?
Vuorensola: Ich hoffe, dass sich das Publikum kaputtlacht – und sich gleichzeitig verstohlen fragt, ob man jetzt eigentlich wirklich lachen darf. Es soll das Kino mit dem Gefühl verlassen, mehr bekommen zu haben, als man sich eigentlich erwartet hat. Und dann soll es sich hinsetzen und über die Botschaft des Films nachdenken. Ich hoffe, dass er viele Diskussionen anstößt.



Bilder, Kurzbiographie & Interview © 2012 polyband Medien GmbH.

Weitere Infos zum Film findet ihr auf der offiziellen Homepage ironsky-derfilm.de!

Weiterführende Links:
"Iron Sky" - SPECiAL
Review zu "Star Wreck - In the Pirkinning"
Review zu "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt"
Review zu "Sky Captain and the World of Tomorrow"






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