"Pride and Prejudice and Zombies": Kein Regisseur, kein Drehbuch, keine Stars
Auch Craig Gillespie verlässt den RegiestuhlKategorie: DVD & Kino - Autor: Tobi Thandor - Datum: Samstag, 05 November 2011
Die Verfilmung von Seth Grahame-Smiths "Pride and Prejudice and
Zombies" muss erneut den Verlust eines Regisseurs verkraften. Craig Gillespie ("Lars and the Real Girl") hat sich nun endgültig von der Produktion verabschiedet. Damit hat
das Studio Lionsgate für die Zombiesatire auf Jane Austens Novelle "Stolz und
Vorurteil" bereits den dritten Regisseur verschlissen. Zuvor sind
schon Mike White (wegen Planungsproblemen) und David O. Russell (zu geringes Budget) aus dem Projekt ausgestiegen.
Weitere Baustellen tun sich beim Cast und dem Drehbuch auf: Letzteres
wurde mehrfach neu geschrieben und wieder überarbeitet, zuletzt von "Buffy"-Autorin Marti Noxon. Im Schauspielensemble befindet sich derweil
eine große Lücke, denn noch immer konnte kein Star verpflichtet werden.
Zwar war Natalie Portman anfangs im Gespräch, sie beschränkt sich
bisher allerdings nur auf die Rolle der Produzentin. Auch Blake Lively ("Green Lantern") wurde kürzlich als Kandidatin für eine der Hauptrollen genannt, hat bisher aber nicht offiziell zugesagt.
Ohne Regisseur, fertiges Drehbuch und vollständigen Cast
wird es schwierig für Lionsgate, noch in naher Zukunft von der aktuellen Zombiewelle zu profitieren: Was 2004 mit "Shaun of the Dead" begann,
setzte sich unter anderem 2009 mit "Zombieland" fort. Dieser Trend findet seit letztem Jahr seinen
Höhepunkt mit der neuen TV-Serie "The Walking Dead", die reihenweise
sehr gute Kritiken abräumt.
Pikant dürfte außerdem die Tatsache sein, dass der indirekte literarische
Nachfolger von "Pride and Prejudice and Zombies" wohl zuerst auf der Leinwand zu sehen sein wird. Seth Grahame-Smiths
Zweitwerk, "Abraham Lincoln: Vampire Hunter", feiert bereits am 22. Juni 2012
Premiere. Bis dahin wird es sein Zombie-Vorgänger sicherlich nicht mehr ins Kino schaffen. Regie führt bei "Abraham Lincoln: Vampire Hunter" Timur Bekmambetov ("Wanted"), in den Hauptrollen
werden Rufus Sewell ("The Tourist") und Benjamin Walker zu sehen sein.
Lionsgate stand schon öfters in der Kritik, finanziell zu sehr auf Nummer sicher gehen zu wollen. Dies ging allerdings bereits bei dem Sportdrama "Warrior" als
auch beim "Conan"-Reboot schief. Und "Atemlos - Gefährliche
Wahrheit" mit "Twilight"-Star Taylor Lautner wird wohl bestenfalls die
Produktionskosten wieder einspielen. Kein Wunder also, dass auch bei "Pride and Prejudice and Zombies" der Regisseur David O.
Russell nach gescheiterten Gesprächen über das
Filmbudget abgesprungen war: "Ich dachte, 40 bis 50 Millionen Dollar wären angemessen für eine historische
Action-Romanze im Sherlock Holmes-Stil, in der zufällig auch Zombies vorkommen.", so Russell. "Das Studio wollte mir aber nur 25
bis 28 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Das passte mir nicht. Wir
haben verrückte, große Actionszenen... Da
ist eine große Lovestory und es handelt sich um ein Historiendrama. Und
all das mit einem Budget wie wir es bei 'The Fighter' hatten?"