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Startseite arrow Filme von A-Z arrow Deep Space Nine - 4x16: Der Streik
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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Bar Association
Episodennummer: 4x16
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 19. Februar 1996
Erstausstrahlung D: 31. Oktober 1996
Drehbuch: Ira Steven Behr & Robert Hewitt Wolfe
Regie: LeVar Burton
Hauptdarsteller: Avery Brooks als Captain Benjamin Sisko, Rene Auberjonois als Odo, Michael Dorn als Lt. Commander Worf, Nana Visitor als Major Kira Nerys, Terry Farrell als Lieutenant Jadzia Dax, Colm Meaney als Chief Miles O'Brien, Siddig El Fadil als Doctor Julian Bashir, Cirroc Lofton als Jake Sisko, Armin Shimerman als Quark.
Gastdarsteller: Max Grodénchik als Rom, Chase Masterson als Leeta, Jason Marsden als Grimp, Emilio Borelli als Frool, Jeffrey Combs als Brunt u.a.

Kurzinhalt: Angesichts des bajoranischen Reinigungs-Festivals steht es um den Besuch in Quarks Bar nicht zum Besten. Sowohl die daraus resultierende miese Laune als auch seinen Umsatzrückgang lässt er an der Belegschaft aus, unter denen sich ob ihrer Arbeitsbedingungen zunehmend Unmut regt. Vor allem Rom ist mit der Art und Weise, wie er von seinem Bruder behandelt wird, unzufrieden – musste er doch krank arbeiten, bis er in der Bar vor Erschöpfung zusammengebrochen ist. Doktor Bashir meint daraufhin beiläufig, dass sie darüber nachdenken sollten, eine Gewerkschaft zu gründen. Von dieser Idee angestachelt beschließt Rom dann schließlich, genau dies zu tun – und kann für diese Forderung auch Quarks gesamte Belegschaft auf seine Seite ziehen. Quark denkt jedoch weder daran, ihre Forderungen zu erfüllen, noch die Gründung einer Gewerkschaft – für Ferengi eigentlich ein undenkbares, abscheuliches Unterfangen – einfach so hinzunehmen, woraufhin seine Mitarbeiter in den Streik treten. Als man auf der Heimatwelt Wind von den Ereignissen auf Deep Space Nine bekommt, schickt man den Liquidator Brunt auf die Station, um den Aufstand der Arbeiter niederzuschlagen…

Denkwürdige Zitate: "But you'll be living out there all by yourself."
"I know."
(Worf scheint die Idee, allein auf der Defiant zu wohnen, zu gefallen.)

"Major! I must say, you are looking particularly cleansed today."
(Quark versucht Kira ein Kompliment zu machen.)


Review: Episodenbild (c) CBS Der englische Titel verriet mir bereits, dass es sich hier wohl um eine Ferengi-Folge halten würden – die bekanntermaßen nicht zu meinen Lieblingen zählen. "Der Streik" trug dann leider auch nichts dazu bei, mich eines Besseren zu belehren. Und dabei finde ich die Thematik rund um Gewerkschaften und/oder Arbeitnehmerrechte grundsätzlich wichtig und gut. Erst vor wenigen Tagen wurde eine Mitarbeiterin beim österreichischen Ableger der Drogeriekette Müller gefeuert, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte – ein Zusammenhang, den das Unternehmen natürlich bestreitet (müssen sie ja auch, sonst würde es sich um eine Motivkündigung handeln, und die wäre unrechtmäßig). Und auch in vielen anderen europäischen Firmen wird immer wieder über die Arbeitsverhältnisse geklagt, gibt es Berichte über gescheiterte Betriebsratsgründungen usw. – vom Rest der Welt, wie den USA und China, ganz zu schweigen. Sprich: Das Thema ist – leider – auch 20 Jahre später immer noch aktuell. Und hätte man sich dem Thema ernst(er) gewidmet, z.B. in dem man die Handlung nach Bajor verlegt hätte, hätte das auch was werden können. So jedoch stand leider trotz aller ernster, wichtiger Themen letztendlich der Humor im Mittelpunkt.

Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass mich dieser, wie bei fast allen Ferengi-Folgen, noch dazu nicht wirklich angesprochen hat. Ich finde Quark manchmal auf ausbeuterisch-hinterhältige Art und Weise amüsant und unterhaltsam, aber in solchen Episoden verliert er leider unweigerlich ein Stück vom bisschen Rest-Sympathie, dass ich ihm gegenüber aufgrund seines unzweifelhaften Charmes aufbringen kann. Zugleich kann ich aber leider auch mit Rom nicht wirklich – woran auch sein Aufstand in dieser Folge nicht wirklich etwas ändern konnte. Auch der Versuch, nach einer überwiegend amüsanten Folge mit Brunts Ankunft und der damit einhergehenden Drohung für die Arbeitnehmer hat für mich nie wirklich funktioniert, und konnte keine Spannung erzeugen. Auch die Art und Weise, wie der Konflikt letztendlich aufgelöst bzw. beigelegt wurde, war eher unbefriedigend. Und Roms Kündigung am Ende kam irgendwie völlig aus dem Nichts, und ergab nicht wirklich Sinn. Nicht falsch verstehen, eh schön, dass er sich zuvor so sehr für seine mittlerweile Ex-Kollegen eingesetzt hat. Dennoch erscheint es mir, wenn er eh schon mit dem Gedanken gespielt hat, aufzuhören, wahrscheinlicher, dass er gleich gekündigt und sich den Umweg über die Gewerkschaft erspart hätte. Neben dieser A-Story, die mich eben leider überwiegend gelangweilt hat, gab es dann auch noch eine Nebenhandlung rund um O'Brien, Bashir und Worf, die für mich ebenfalls nicht wirklich etwas zum Gelingen der Folge beitrug. Worfs Umzug auf die Defiant soll uns wohl noch einmal verdeutlichen, wie anders DS9 im Vergleich zur Enterprise ist, die betreffende Intention war mir aber zu offenkundig und damit diese Entwicklung zu konstruiert. Und vor allem auch, dass sich Worf und O'Brien zu prügeln beginnen, wirkte für beide höchst untypisch und damit unglaubwürdig. Und so verhinderten nur vereinzelte Momente, wo der Humor bei mir doch mal halbwegs funktioniert hat (wie Quarks Hologramm-Kellnern), einen Totalabsturz.

Fazit: Episodenbild (c) CBS Grundsätzlich hätte mir die Geschichte rund um die Gründung einer Gewerkschaft und den dazugehörigen titelspendenden Streik ja gefallen können. Immerhin ist die entsprechende Message gegen die Ausbeutung von Arbeitnehmern genau auf meiner Wellenlänge. Leider aber hat man sich statt einer möglichst ernsten Betrachtung, wie sie vielleicht in einem anderen Kontext möglich gewesen wäre, für eine Ferengi-Folge entschieden, und damit für eine überwiegend humoristische Behandlung des Themas – wobei der betreffende Humor zudem leider, wie für Ferengi-Episoden üblich, bei mir wieder einmal überwiegend nicht zündete. Quark drohte durch sein Verhalten hier wieder einmal den Rest an Sympathie, den ich dem Schlawiner gegenüber aufbringe, zu verspielen, und mit Rom kann ich ja ohnehin generell nicht – selbst wenn man ihn hier nun deutlich forscher und bestimmter auftreten lässt. Auch die B-Story rund um Worfs Umzug auf die Defiant trug für mich nichts zum Gelingen der Folge bei. Im Gegenteil, die daraus resultierende Aussage, wie anders DS9 als Arbeitsumgebung im Vergleich zur Enterprise ist, fand ich aufgesetzt, und vor allem auch die Schlägerei mit O'Brien für beide Figuren extrem untypisch. Frühere Ferengi-Folgen mögen mich zwar auch schon noch mehr genervt haben, und einzelne gute Momente gab es zwischendurch ja doch. Das ist aber schon alles an Lob, zu dem ich mich gegenüber "Der Streik" hinreißen lassen kann.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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