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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: The Begotten
Episodennummer: 5x12
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 27. Januar 1997
Erstausstrahlung D: 06. März 1998
Drehbuch: René Echevarria
Regie: Jesús Salvador Treviño
Hauptdarsteller: Avery Brooks als Captain Benjamin Sisko, Rene Auberjonois als Odo, Michael Dorn als Lt. Commander Worf, Nana Visitor als Major Kira Nerys, Terry Farrell als Lieutenant Jadzia Dax, Colm Meaney als Chief Miles O'Brien, Siddig El Fadil als Doctor Julian Bashir, Cirroc Lofton als Jake Sisko, Armin Shimerman als Quark.
Gastdarsteller: James Sloyan als Mora Pol, Rosalind Chao als Keiko O'Brien, Duncan Regehr als Shakaar Edon, Peggy Roeder als Y'Pora u.a.

Kurzinhalt: Quark ist kürzlich auf einen Behälter gestoßen, der wie er meint einen kranken Wechselbalg beinhaltet. Odo kauft ihm diesen ab, weiß er doch, dass es sich dabei vielmehr um ein Baby handelt. Nachdem Doktor Bashir die gefährliche und die Formwandler-Fähigkeiten der Substanz hemmende Tetryon-Strahlung entfernt hat, beginnt Odo mit seinen Experimenten – versucht er doch, die in der Masse steckende Intelligenz hervorzulocken und dazu zu bewegen, andere Formen anzunehmen und mit ihm zu kommunizieren. Als Dr. Mora – jener bajoranische Wissenschaftler, der einst ihn erforscht hat – von Odos Entdeckung hört, lässt er es sich nicht nehmen, zur Station zu reisen, und bietet Odo seine Hilfe an. Zuerst lehnt Odo entschieden ab – war er doch mit Dr. Moras teils brutalen Methoden alles andere als einverstanden. Als jedoch der Föderationsrat druckt macht und droht, Odo den jungen Wechselbalg wegzunehmen, falls er nicht bald Erfolge vorweisen kann, muss er wohl oder übel mit ihm zusammenarbeiten. Währenddessen bereitet sich Kira darauf vor, das Kind der O'Briens auf die Welt zu bringen. Als ihr Freund Shakaar auf die Station kommt, entbrennt zwischen ihm und Miles jedoch eine Art Konkurrenzkampf, der die für die Entbindung notwendige Entspannung behindert…

Denkwürdige Zitate: "Constable, why are you talking to your beverage?"
(Odos Verhalten macht Worf stutzig.)

"Do me a favor: Next time you have a baby, leave my girlfriend out of it."
(Shakaars Bitte an O'Brien, nachdem sie gerade beide aus ihrem Quartier geworfen wurden.)


Review: Episodenbild (c) CBS "Das Baby" hat ja, zumindest in der Haupthandlung, einige interessante Ansätze, aber insgesamt war ich von der Episode eher enttäuscht. Was sie einerseits herunterzieht, ist die B-Story rund um Kira, und die anstehende Geburt des Kindes der O'Briens. Möglicherweise würde ich das anders sehen, wenn ich selbst schon Kinder hätte und bei so einem Ereignis dabei gewesen wäre, aber mir persönlich fehlte da einfach irgendwie völlig der Bezug dazu. Generell fand ich diese Nebenhandlung bestenfalls langweilig und überflüssig, und schlimmstenfalls nervig. Letzteres bezieht sich in erster Linie auf die extrem beliebig wirkende und völlig aus dem Nichts kommende Eifersüchtelei zwischen Shakaar und Miles, die irgendwie überhaupt keinen Sinn ergab. Sollte wohl komisch sein, hat nur leider bei mir überhaupt nicht so funktioniert, wie gewünscht. Auch das bajoranische Geburtsritual fand ich doch eher schräg, und teilweise ebenfalls nervig – wie z.B. das mit den Musikinstrumenten. Dieser Teil der Episode hat für mich jedenfalls wieder einmal so gut wie überhaupt nicht funktioniert.

Die Haupthandlung ist da weitaus gelungener – aber leider auch nicht perfekt. Neben ein paar kleineren Kritikpunkten – wie der Szene, wo das Wechselbalg-Baby Odos Gesicht annimmt, was nun mal (wenn auch grundsätzlich logisch) viel zu sehr und eindeutig von "Abyss" geklaut war – habe ich mich vor allem am Ausgang des Geschehens gestört. Der Tod des Formwandlers war spätestens in der Szene, wo Odo in der Bar ist und mit Quark anstößt und diesem erzählt, wie viel er ihm bedeutet, sonnenklar, und hätte wohl aufgrund der Vorhersehbarkeit die gewünschte Wirkung bei mir schon verfehlt. Am schlimmsten fand ich jedoch, wie hier die Status Quo-Veränderung aus dem Finale der fünften Staffel hier nun redigiert wird – und das gerade mal zwölf Episoden später. Lange hat das mit Odo als "solid" ja nicht angehalten, und offen gestanden stelle ich mir da wirklich die Sinnfrage. Wozu war das gut, wenn nun alles wieder beim Alten ist, sich Odo durch diese Erfahrung nicht merklich gewandelt hat, und abseits des Wechselbalg-Babies (das aber ohnehin im Sterben lag) keinen Preis dafür zahlen musste? Zumal es rückwirkend für mich auch "Das Urteil" abwertet, da die dort von den Gründern getroffene Entscheidung bzw. Strafe letztendlich im Wesentlichen ohne Folgen bleibt. Auch hat man mir Odos Unzufriedenheit mit seinem festen Körper und seinen Wunsch, wieder ein Formwandler zu sein, in den Episoden dazwischen viel zu wenig thematisiert. Hier ließ man viel an dramaturgischem Potential ungenutzt verstreichen. Und generell sehe ich diese Entwicklung als Freund von – anhaltenden – Änderungen des Status Quo sowie von klaren Konsequenzen für Taten und Entscheidungen nun einmal sehr kritisch. Was das betrifft, hinkt "Deep Space Nine" zumindest in dieser Folge "Babylon 5" leider wieder einmal Lichtjahre hinterher.

Episodenbild (c) CBS Von diesem riesigen Manko abgesehen hat mir die Haupthandlung aber eigentlich gut gefallen. Vor allem zwei Aspekte stachen dabei für mich positiv hervor. Einerseits, wie Odo hier in die Rolle eines Elternteils schlüpft, dass in den "Nachwuchs" jene Hoffnungen, Wünsche und Träume steckt, die für ihn selbst – vermeintlich – unerreichbar sind. Wie eben, sich wieder zu verwandeln, eine andere Form anzunehmen, und z.B. wie ein tarkaleanischer Falke durch die Station zu fliegen. Und andererseits die Entwicklung der Dynamik zwischen Odo und Dr. Mora, wo "Deep Space Nine" wieder einmal angenehme Grautöne anschlägt. Bislang hielt Odo ihn für ein Monster, doch die aktuellen Ereignisse zwingen ihn, seine bisherige Sichtweise zu hinterfragen – und letztendlich auch zu verwerfen. Zugleich muss jedoch auch Mora erkennen, dass seine Methoden nicht so unantastbar waren, wie bisher angenommen, und er auch sanfter hätte vorgehen können. Die Wahrheit liegt hier wieder einmal in der Mitte, und wie die beiden aufgrund ihrer gemeinsamen Anstrengungen hier ihre bisherigen Differenzen überwinden und zusammenwachsen, war sehr schön mit anzusehen.

Fazit: Ich hätte "Das Baby" wirklich gern (mehr) gemocht, da mir die Haupthandlung rund um den jungen, unausgereiften Formwandler eigentlich sehr gut gefallen konnte. Wie sich Odo hier reinsteigert und versucht, ihm dabei zu helfen, seine Fähigkeiten zu entdecken – jetzt, wo er sie selbst nicht mehr nutzen kann. Wie er und Dr. Mora im Zuge ihrer gemeinsamen Arbeit an diesem Projekt ihre Differenzen zu überwinden beginnen, und dabei beide erkennen müssen, mit ihren bisherigen Ansichten teilweise falsch gelegen zu haben. All dies gefiel mir wirklich gut. Leider aber wurde mir die Folge einerseits durch die nervige Nebenhandlung rund um Kiras Baby – vor allem die Eifersüchtelei zwischen Shakaar und Miles fand ich völlig entbehrlich – vor allem aber den Ausgang der Haupthandlung ansatzweise verdorben. Schlimm genug, dass der Tod des kleinen Wechselbalgs spätestens bei Odos Besuch in Quarks Bar schmerzhaft offensichtlich war. Aber wie man hier die erst zwölf Episoden zuvor eingetretene Status Quo-Änderung wieder revidiert, hat mich einfach nur enorm enttäuscht. Jetzt ist also alles wieder beim Alten, und dass ohne nennenswerte Konsequenzen für Odo. Da frage ich mich als Zuschauer dann halt schon, wofür die ganze Chose denn eigentlich gut war. Ohne dieses enorme Manko – und trotz der nervenden B-Story – hätte "Das Baby" bei mir jedenfalls weitaus besser abgeschnitten.

Wertung: 2 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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